Samstag, 20. August 2011

Überlebenstraining: Mit dem Seishun-18-Kippu nach Fukuoka und zurück

Hier ist er nun also, der seit Wochen angekündigte Eintrag zu meiner Reise quer durchs südliche Japan. 9 Tage Bahn, Meernähe, saubere Luft, Sightseeing und Entspannung - Zugfahrten ausgeklammert.

Am Donnerstagvormittag, den 28. Juli, begann die Reise mit dem vorläufigen Ziel: Nara.
Ich hatte geplant, wie schon vor einem Jahr, das Seishun-18-Kippu (auf Deutsch ungefähr: 18-Jahre-Jugend-Ticket) zu nehmen. Man bekommt es für 11500 Yen (nach aktueller Umrechnung 104 Euro) und kann als Einzelperson insgesamt fünf beliebige Tage innerhalb der Ferienzeit damit herumfahren. In ganz Japan. Somit ist man pro Tag nur für 2300 Yen (20 Euro) unterwegs und könnte vom Morgengrauen bis zum letzten Nachtzug so weit fahren, wie man möchte. Der Haken daran: Das Ticket gilt nur für die Bummelzüge.
Meine erste Strecke von Tokyo bis Nara ist ungefähr genauso lang wie die Entfernung Dresden-München. Fahrzeit: 10 Stunden. Umsteigen: 6mal. Geht eigentlich noch. Ich hatte überall einen Sitzplatz und war mit Buch, Musik und Nintendo ausgerüstet, womit die Zeit ganz gut totgeschlagen werden konnte. Und trotz des wolkenverhangenen Himmels gab es schöne Landschaftsaussichten mit viel Natur zu bestaunen.

Echte Natur! In und um Tokyo nach wie vor eine Seltenheit.

Hübsches kleines Dorf direkt am Meer.

Leider hatte ich mir für die Zugfahrt kaum was zu Essen und nichts zu trinken mitgenommen, weil ich angenommen hatte, bei irgendeinem der Umstiegs-Bahnhöfe mir schnell mal was kaufen zu können. Leider wurde daraus nichts, weil die Umstiegszeiten doch recht knapp bemessen waren. Und auf dem letzten Stück gab es noch eine knappe Stunde Verspätung durch die Rush-Hour in Kyoto, sodass ich viel später als erwartet in Nara ankam und dort dann erst mal schnellstmöglich mein Hotel gesucht habe, bevor ich doch vor der geschlossenen Tür übernachten muss. Hotel nach kurzer Busfahrt auch gleich gefunden und festgestellt: Das liegt am Ende der Welt - oder zumindest der Stadt. Nicht mal ein 24h-Konbini in der Nähe. Und im Hotel selbst gab es außerhalb der festgelegten Essenszeiten nur einen Getränkeautomaten, an dem man sich bedienen konnte. Na ja, wenigstens was trinken...

Hab geschlafen wie ein Stein, 8 Uhr morgens am 29. Juli ausgecheckt und bin Richtung Stadtzentrum zurück gegangen. Am nächstbesten Kombini habe ich mir dann erst mal ein reichliches Frühstück gekauft und nachgeholt, was ich tags zuvor nicht geschafft habe. Anschließend zum Tourismus-Point gegangen, wo man mir eine Sightseeing-Route für den Tag erstellt hat und los ging es!
Mein erstes Ziel war der Tempel Horyû-ji, UNESCO-Weltkulturerbe, auf dessen Gelände sich die ältesten Holzgebäude der Welt befinden. Der Tempel selbst wurde im Jahr 607 errichtet. Leider hat sich bei mir zu dem Zeitpunkt keine wirkliche Begeisterung für den Tempel einstellen können, denn noch auf dem Weg dahin hat sich mein exzessives Essverhalten erst mal in Form extremer Übelkeit und Schwindel gerächt, sodass ich zwischenzeitlich eine gute halbe Stunde auf halber Wegstecke nur auf einer Bank gesessen und mit meinem Magen darum gekämpft habe, ob das Frühstück nun drin bleibt oder nicht.
Am Ende habe ich zwei weitere Tempel in der Nähe ausgelassen und war viel eher wieder am Hauptbahnhof in Nara als beabsichtigt, bin Richtung Nara-Park geschlurft und habe mich dort auf eine Parkbank gelegt und eine Weile geschlafen. Danach fühlte ich mich endlich wieder besser und konnte die Stadt, den Park und die ganzen Tempel- und Schreinanlagen auch richtig genießen.

Der Teich "Sarusawa-ike", an dem ich erst mal eine Weile geschlafen hbe.

Auf der Tempelanlage des Kokufuku-ji (das Bild weiter oben gehört auch dazu)

Ein Reh im Nara-Park!

Und noch mehr davon! Und später kamen noch viel, viel mehr.

Weil sie so schön zahm und verfessen sind, werden sie auch manchmal übermütig.


Nächster touristischer Höhepunkt: Die riesige Schreinanlage des Kasuga-Taisha.

Weiter ging es mit einem Spaziergang durch einen anderen Teil des Nara-Parks.

Nächstes Ziel: Der Tôdaiji-Tempel.

Im Hauptgebäude dieses Tempels ist die größte Buddha-Statue Japans, mit einer Höhe von 16,2m, zu bestaunen.

Sozusagen "nebenan" befand sich eine weitere Tempelanlage.

Abends bin ich noch ein Stück weiter durch den Park gelaufen, habe mir einige Einkaufsstraßen angesehen und nach einem der alten Grabhügel gesucht, ein Kofun-Grab, welche vom 3. bis zum 6. Jahrhundert als Grabstätten von Herrscherfamilien angelegt wurden. Laut meinem Stadtplan hätte es ganz in meiner Nähe eines geben müssen. Aber egal, wie und wo ich gesucht habe, ich habe es einfach nicht gefunden. Und inzwischen war es auch dunkel, der Wind frischte auf und wenig später fing es an zu regnen, sodass ich die Suche letztendlich aufgegeben habe und in ein Manga-Café in Bahnhofsnähe gegangen bin, um am nächsten Morgen in aller Frühe meine Weiterreise anzutreten.

So stand ich am Samstagmorgen, 30. Juli, um 6 Uhr schon wieder auf dem Bahnhof, diesmal mit mehr Proviant im Gepäck, um für die Weiterfahrt bis nach Îzuka gewappnet zu sein. Geplante Fahrtdauer: 14 1/2 Stunden. Umsteigen: 10mal. Die Strecke entspricht ungefähr der Distanz Hannover-München. Damit wurde das Rumgefahre langsam wirklich anstrengend. Aber zumindest hatte ich diesmal ausreichend Essen dabei.
Und am Bahnhof in Shin-Îzuka wurde ich bereits herzlich von Herrn Shimada begrüßt, der mich extra abholen gekommen ist. Und bevor es zu Kichiro nach Hause ging (der zu dem Zeitpunkt gerade in Deutschland war, sodass wir uns in seiner Heimat leider mal wieder verpasst haben, was mir allerdings das Glück verschaffte, wieder in seinem Zimmer wohnen zu können), sind wir noch schnell am Atago-Kindergarten vorbeigefahren. Eigentlich befand sich auch der Kindergarten gerade mitten in der Ferienzeit und es gab nur wenige Eltern, die wegen der Arbeit ihre Kinder tagsüber für ein paar Stunden vorbeibrachten. Dementsprechend war tagsüber normalerweise auch nur ein Teil der Erzieher da. Aber am Tag meiner Ankunft hatte ein Fest stattgefunden, bei dem sehr viele Kinder, ehemalige Kindergartenkinder und natürlich alle Eltern eingeladen gewesen waren. Obwohl gegen 20:30 Uhr, als wir dort ankamen, schon rege Aufbruchsstimmung herrschte, hatte ich so noch einmal die Gelegenheit, viele Erzieher aus der Zeit meines Praktikums zu sehen. Und ich bin eingeladen worden, während meines Aufenthaltes in Îzuka noch mal einen Tag vorbeizukommen, wofür der 1. August gleich vorgemerkt wurde.
Dann ging es aber erst mal nach Hause. Auf dem Weg dahin frage ich noch, wie es Akiko-san, einer der Tanten von Kichiro, geht, die mich letztes Jahr in Kobe so lieb bei sich aufgenommen hatte, und staunte nicht schlecht, als ihr Gesicht mich gleich als erstes begrüßte, nachdem ich zur Tür reinkam. Von ihr und Frau Shimada habe ich dann gleich noch ein leckeres Abendessen bekommen, habe geduscht und bin ins Bett gefallen.

Ab hier ging dann der ruhigere Teil meiner Reise los. So viel gab es für mich inzwischen ja nicht mehr zu entdecken in Îzuka und Fukuoka. Beziehungsweise war das diesmal einfach nicht mein Hauptziel. Ich wollte vor allem die Leute noch einmal wiedersehen, die ich während meines Praktikums im Februar/März 2010 kennenlernen konnte und die mir damals so viel geholfen haben. Am Sonntag, den 31. Juli, bin ich mit dem Überlandbus nach Fukuoka gefahren, um mit Herrn Nemoto und noch fünf weiteren Mitgliedern seines deutsch-japanischen Kulturkreises gemeinsam Abendbrot zu essen. Obwohl Herr Nemoto schon seit einem Weilchen sein Pensionsalter erreicht hat, ist er fit und aktiv wie eh und je. Seit wir uns das letzte Mal gesehen haben, hat er ein Deutschlehrbuch für Japaner herausgegeben sowie einen jährlich erscheinenden Bericht über die deutsch-japanischen Beziehungen sowie die Aktivitäten der deutsch-japanischen Gesellschaft Westjapans. Ein Exemplar davon hat er mir geschenkt, was ich mir jetzt in Ruhe durchlesen kann. Aufgrund des 150-jährigen Jubiläums deutsch-japanischer Beziehungen ist die diesjährige Ausgabe besonders umfangreich. Ich habe auch eine Einladung bekommen, einen Artikel für die Ausgabe vom nächsten Jahr zu schreiben. Wenn ich noch jemanden finde, der mir mein Amateur-Japanisch korrigiert, will ich diese Gelegenheit auf keinen Fall verstreichen lassen!

Montag war der 1. August, der Tag, an dem ich vormittags noch mal zum Kindergarten gehen wollte. Am Tag meiner Ankunft war es bereits dunkel gewesen, als ich dort war, weshalb man nicht viel sehen konnte draußen, aber diesmal, bei Tageslicht, fiel mir zuerst auf, wie sehr sich die Atmosphäre im Sommer doch von der im Frühjahr unterschied. Natürlich grünten jetzt ganz andere Bäume und Pflanzen als damals, aber die Erzieher haben sich ebenfalls der Jahreszeit angepasst und mit den Kindern überall auf dem Gelände einige Gemüsepflanzen gezogen, an denen überall schon reife Früchte hingen: Gurken, Goya-Gurken, Paprika, Auberginen und noch mehr.
Seit meiner Praktikumszeit ist der Kindergarten bereits zwei Jahrgänge weiter. Die damals ältesten Kinder sind schon einen Monat nach Ende meines Praktikums in die Grundschule gekommen und sind jetzt, ein weiteres Jahr später, bereits Zweitklässler. Dementsprechend sind die Kinder aus den damals jüngsten Gruppen inzwischen in den drei ältesten Gruppen, Löwe, Giraffe und Bär. An einige von ihnen konnte ich mich auch noch erinnern, aber weil Ferien waren, sind an dem Tag nicht mehr als 30 Kinder insgesamt da gewesen, alle unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Gruppen, die wie bei der alltäglichen Betreuung an den Nachmittagen alle gemeinsam gespielt haben. Aber einige wenige waren trotzdem noch unter ihnen, die sich scheinbar noch an mich erinnern konnten.
Das Wetter war - wie fast jeden Tag seit Ende der Monsunzeit - einfach super, sodass am Vormittag alle draußen am Wasser spielen konnten. Die Erzieher haben dafür einige Wannen und Planschbecken mit etwas Wasser vorbereitet. Das hat mich an meine Grundschulzeit erinnert, wo wir das in den Sommerferien auch oft gemacht haben.

Am Dienstag, den 2. August, habe ich mir abends mit Hiroko (Kichiros Schwester) und ihrem Vater zusammen ein Feuerwerk am Fluss in Îzuka angeschaut. Hiroko hat mir extra einen Yukata von sich geliehen, sie selbst hatte auch noch einen zweiten, was die Feuerwerks-Stimmung dann wirklich perfekt gemacht hat.


Wenn ich schon extra bis nach Fukuoka fahre, kann ich dort ja nicht nur faulenzen. Deshalb gab es für Mittwoch, den 3. August, einen richtigen Tagesplan: Ausflug nach Nagasaki!
Mit Frau Shimadas Hilfe habe ich herausbekommen, dass man mit dem Überlandbus relativ schnell und günstig bis nach Nagasaki fahren kann, was sich im Westen an der Küste der Insel Kyushu befindet. Nagasaki ist einerseits natürlich wegen des Atombombenabwurfs vom 9. August 1945 bekannt. Für Japanologen ist es aber auch deshalb interessant, weil sich in Nagasaki der einzige Hafen befand, an dem zur Zeit der Landesabschließung (Beginn ca. 1633 bis 1854) Handel mit dem Westen betrieben wurde, namentlich mit den Holländern. Allen anderen westlichen Ländern war in dieser Zeit der Zutritt zu Japan verboten gewesen.

Die Region um den Hafen von Dejima. Wirklich wunderschöne Gegend. Es war Liebe auf den ersten Blick.


Eines von vielen Denkmälern zum Atombombenabwurf, in der Nähe des A-Bomb-Museums.

"Ground Zero", der Platz, über dem die Atombombe detoniert ist.

Friedensstatue auf dem Ground Zero.

Stadtansicht an einem der Kanäle in Nagasaki.

Die ganz normalen Wohn- und Arbeitsgebiete der Stadt bieten einen eher nüchternen Eindruck. Man merkt deutlich, dass die Stadt nach dem Atombombenabwurf und den daraus resultierenden Großbränden zu großen Teilen zerstört worden war und dann schnell wieder aufgebaut wurde. Traditionelle Häuser sieht man gar nicht, alles ist modern, aber eher in diesem pragmatischen Stil der Nachkriegszeit, dem ich als Kunstliebhaber einfach nichts abgewinnen kann. Vieles aus der Zeit sieht inzwischen halt leider einfach nur noch alt und billig aus. Aber der Hafen wird mir auf ewig unvergesslich in Erinnerung bleiben.

Donnerstag, 4. August. Spätestens seit meiner Fahrt von Nara nach Îzuka habe ich diesen Tag gefürchtet, denn er konnte nur schlimmer werden. In einem Anflug jugendlichen Leichtsinns habe ich mir bei meiner Reiseplanung vorgenommen, an diesem einen Tag bis nach Nagoya durchzufahren, was noch mal ein Stück hinter Nara liegt, in Richtung Tokyo. Fahrzeit: 15 Stunden 10 Minuten. Umsteigen: 12mal. Entfernung fast so weit wie Bremen-München.
Mein Fazit des Tages: Das mach ich echt nie wieder. Zwischendurch gab es nicht mal Toiletten im Zug und beim Umsteigen reicht die Zeit ja immer nicht, was den Stressfaktor des ewigen Herumreisens noch mal um einiges verschlimmert hat. Ich hatte von der Fahrt zwei Tage später noch Bauchschmerzen...
Aber abends (na ja...nachts) konnte ich dafür Ohta-sensei wiedersehen, den Lehrer, der das Deutsch-Gasshuku 2008 und 2009 organisiert hatte, zu dem auch Franzi und ich eingeladen gewesen waren. Kurz vor zehn hat er mich am Bahnhof begrüßt, ich habe schnell meine Sachen ins Hostel gebracht, wo man am Eingang freundlicherweise einen Umschlag mit Schlüssel für mich bereitgelegt hatte, und dann haben wir uns ein nettes Lokal zum Abendessen gesucht. Ohta-sensei fährt ab August 2012 für ein Jahr zu Forschungszwecken nach Deutschland, genauer genommen forscht er dann an der MLU in Halle!
Gegen Mitternacht bin ich dann ins Hostel zurück gegangen - das übrigens absolut schön war! Hinterm Haus hatte sich ein kleiner japanischer Garten versteckt, den man unten von der ersten Etage aus bewundern konnte, es gab ein sehr gemütliches Wohnzimmer für die Gäste und mein Zimmer war auch super.

Internetzugang gabs auch, und zwar kostenlos. Nur hatte ich an dem Abend keine Zeit und keine Nerven mehr, noch irgendwas im Internet zu machen. Aber ein bisschen schade fand ich es dann schon, dass ich nur diese eine, kurze Nacht dort bleiben konnte. Hat mir wirklich super gefallen dort.
Wobei - ein echtes Missgeschick ist mir dann doch passiert: Ich wollte vorm Duschen schnell noch auf Toilette, mach die Tür auf und sehe, dass da schon jemand drin steht. Im ersten Moment habe ich die Situation gar nicht richtig erfasst und dachte, der steht auch nur an, denn direkt gegenüber der Tür war noch eine Tür, die ganz offensichtlich zur Toilette geführt hat. Auf den zweiten Blick ist mir dann allerdings aufgefallen, dass der Kerl vor 'nem Pissoir stand und dann war mir auch klar, warum er so zusammengezuckt ist und sich so fahrig verhalten hat.

...

Wo ist das gottverdammte tiefe, dunkle Loch, wenn man es am dringendsten braucht, um schnellstmöglich im Boden zu versinken?!
Hilfe, war das peinlich... Aber ich muss zu meiner Verteidigung sagen: Warum schließt der auch nicht ab, wenn er in 'nem Hostel auf 'ner öffentlichen Toilette ist?
Und zumindest hat er sich nicht dafür gerächt und ist ins Bad reingeplatzt, als ich anschließend geduscht hab.

Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück nach Tokyo, einige Pannen und viele schöne Erlebnisse reicher, ausgeruht von Fukuoka und erschöpft von den Zügen. Und ich hatte meinen Bedarf an schöner Natur erst einmal wieder gedeckt. Jetzt schaff ich auch das nächste halbe Jahr hier zwischen Yokohama und dem Mita-Campus.

Hier noch einige Eindrücke von meiner Rückfahrt:

Supertolles Wetter, das seit Nara unverändert angehalten hat.

Blaues Meer, wunderschön anzusehen, egal, wohin man sah.

Lotusfelder in der Nähe von Iwakuni (ein Stück vor Hiroshima). Wer auf der Großansicht genauer hinschaut, wird erkennen, dass einige der Pflanzen noch geblüht haben.

Dienstag, 2. August 2011

Ein bisschen Spaß muss sein

Nachdem nun also die vorlesungsfreie Zeit begonnen und ich meine Aufsätze alle abgegeben hatte, habe ich mich erst einmal ausgiebig mit Freunden getroffen und nachgeholt, was ich im Juni verpasst hatte.

Am Donnerstag, den 21. Juli, war eigentlich geplant gewesen, mit den Leuten vom Volleyball-Zirkel Beachvolleyball spielen zu gehen. Allerdings kam prompt in der Woche ein Taifun übers Land, sodass Beachvolleyball erst mal ins Wasser fiel. Der Ausweichplan für den Tag lautete dann stattdessen: Vormittags zum Bowling gehen und danach gemeinsam Mittagessen machen und Party feiern bei Ôkubo-kun zu Hause.

Das war das erste Mal seit ca. vier Jahren, dass ich beim Bowling war, und dementsprechend spontan ging die Bowlingkugel auch mal in diese, mal in jene Richtung. Aber insgesamt habe ich mich doch ganz gut geschlagen, denke ich. Zumal die anderen sieben Leute auch nicht wirklich regelmäßig bowlen gehen, sodass es insgesamt doch sehr spannend war. Abgesehen von dem deutlichen Unterschied, dass alle vier Jungs eindeutig besser waren als wir vier Mädels. Sowas liegt den Männern halt doch im Blut.

Erste Team-Aufteilung: Mädels (hier also meine Mitstreiterinnen)...

... gegen Jungs (v.l.n.r.: Yuto, Ôkubo, Kenji)

Auf das Kochen und die Party bei Ôkubo-kun zu Hause war ich allerdings am meisten gespannt. Nach Yurie war das erst das zweite Mal, dass ich von einem japanischen Freund zu sich nach Hause eingeladen wurde. Wenn man sich mit Freunden trifft, dann ja meist außerhalb, irgendwo in Tokyo. Aber Ôkubo-kun, der gebürtig aus Osaka kommt, ist sowieso eine Spezies von sich. Von den Osaka-Leuten wird in Japan oft behauptet, dass sie anders sind oder eigentlich keine richtigen Japaner sind. Von der Mentalität her sind die Leute dort viel offener und direkter als Japaner aus Tokyo. Dementsprechend versprach die Party auch, ziemlich lustig zu werden. Dazu kam von Ôkubo-kun selbst während wir alle Takoyaki gemacht haben, eine recht interessante Geschichte: Irgendwann hatten er und seine Freunde es bei einer der Partys mal ziemlich übertrieben und er hat von seinen Eltern dann Party-Verbot bekommen. Einen Monat lang. Mir fällt nicht mal in Deutschland jemand ein, bei dem „ein Monat“ effektiv als Party-Sperre durchgehen könnte, und das, obwohl in Deutschland allgemein viel häufiger bei jemandem zu Hause Partys veranstaltet werden als hier in Japan.

Von der Stimmung her war es im Großen und Ganzen nicht viel anders als in Deutschland bei einer Feier unter Freunden. Der erste Alkohol wurde allerdings schon gegen 14 Uhr schon raus geholt und ich selbst bin gegen 15 Uhr dann erst mal wieder auf Wasser umgestiegen, weil sogar die kleinen Cocktail-Dosen zu der Uhrzeit und dann auch noch mitten im Sommer ziemlich wirkungsvoll waren. Zudem habe ich langsam gemerkt, dass das Semester doch recht anstrengend gewesen war und ich eigentlich mal eine richtige Pause gebraucht hätte. In solchen Phasen werde ich von Alkohol sehr schnell müde und den Nachmittag habe ich zwischenzeitlich halb schlafend verbracht. Das fiel allerdings nicht weiter auf, weil ich zum Glück nicht die einzige war, die offensichtlich hundemüde war. Die Couch war auch schon mit einem fest schlafenden Gast belegt.

Was ich im Unterschied zu deutschen Partys dann allerdings doch festgestellt habe, war die nach wie vor recht strenge Einhaltung der Beziehungen zwischen älteren und jüngeren Studenten. Das viel vor allem gegenüber einem der Gäste auf, der inzwischen bereits arbeiten ging und damit definitiv der älteste im Raum war. Die haben vorzugsweise Yuto, der scheinbar der jüngste unter den Studenten war, fleißig zum Trinken aufgefordert und er hat natürlich auch immer angenommen. Auch von der Sprechweise blieb er den älteren gegenüber durchgehend höflich, egal, wie weit der Alkoholpegel inzwischen angestiegen war. Und den fand ich gegen Abend langsam wirklich bedenklich. Alle anderen waren zwar auch ziemlich locker, hatten sich aber gut im Griff soweit. Nur Yuto sah irgendwann wirklich schlecht aus und stand auch ziemlich neben sich. Was die älteren in der Runde allerdings nicht davon abgehalten hat, ihm weiterhin Alkohol anzubieten (was ich persönlich auch irgendwo verantwortungslos finde, wenn die schon so genau wissen, dass die jüngeren Studenten ihnen eh nichts abschlagen). Den letzten Cocktail hab ich ihm dann irgendwann weggenommen und gegen Wasser ausgetauscht und eine von den anderen Mädels hat dann auch ein bisschen mit auf ihn aufgepasst, bis er sich hingelegt hat und eingeschlafen ist. Dass wir anschließend noch auf einen Spielplatz in der Nähe gegangen sind und Feuerwerk angezündet haben, hat er schon gar nicht mehr miterlebt und an den späten Nachmittag konnte er sich im Nachhinein wohl auch nicht mehr erinnern. Aber zumindest ging es ihm am nächsten Tag wieder besser.

Das Feuerwerk war auf alle Fälle noch sehr schön. In Japan schießt man nicht zu Silvester bunte Raketen in die Luft und zündet Wunderkerzen an, sondern man macht das im Sommer. Jetzt ist gerade die Zeit, in der an verschiedenen Orten, meist in der Umgebung von Flüssen oder am Strand, von der lokalen Verwaltung große Feuerwerke organisiert werden, und in der man auch privat kleinere Knaller in praktisch jedem Laden kaufen und mit seinen Freunden auf Freiflächen anzünden kann. Wir waren sicherlich auch ein, zwei Stunden draußen und haben eine Wunderkerze nach der anderen angesteckt. Und Ôkubo-kun lief „Heiß! Heiß!“ rufend mit dem Fontänen-Feuerwerk durch die Gegend, das man eigentlich auf den Boden stellen soll, wenn es anfängt, seinen Funkenregen auszusprühen. – Ich sag jetzt mal nichts weiter dazu.

Gegen 22 Uhr sind dann die ersten nach Hause gefahren, bzw. noch in eine Kneipe (Izakaya, um genau zu sein). Jedenfalls wollten sie nach Hiyoshi und das war ja genau meine Richtung, also habe ich mich ihnen auf dem Heimweg einfach mal angeschlossen. Ganz in Bahnhofsnähe hatte einer von ihnen dann auch ein Taxi gerufen – warum genau, das wusste keiner so recht, weil der Bahnhof selbst ja auch nur 20m weiter weg war und die Bahn vielleicht 30 Minuten gebraucht hätte – und so bin ich jedenfalls mit eingeladen worden und seit längerem mal wieder im Taxi unterwegs gewesen. Währenddessen bin ich auch noch mit ins Izakaya eingeladen worden, hab das Angebot dann allerdings ausgeschlagen, weil ich einfach furchtbar müde war, und bin nach Hause geschlurft.

Den Tag darauf habe ich mich hauptsächlich ausgeruht und mich noch einigen kleineren Uni-Arbeiten gewidmet, die ich in der nächsten Zeit noch fertig bekommen wollte, bevor ich am Samstag, den 23. Juli, wieder unterwegs war. Shuhei, ein Freund vom Deutsch-Gasshuku, hatte Franzi und mich zum Grillen mit einer ganzen Horde von Freunden und Freundes-Freunden von seiner Firma und aus der Studienzeit eingeladen. In der letzten Rundmail war von 30 bis 40 Personen die Rede. Es versprach also, ziemlich lustig zu werden. Nebst Shuhei kamen mit Atsushi und Ryuichi sogar noch zwei weitere gemeinsame Freunde vom Deutsch-Gasshuku. Na ja, Franzi musste den Abend vorher dann leider spontan absagen. Der Stress hatte sie vollkommen umgehauen und erst mal ans Bett gefesselt. Ich bin schon froh, dass sie am Samstagmorgen schon wieder einen deutlich besseren Eindruck gemacht hatte als noch am Tag davor. Jedenfalls bin ich aus diesem Grund dann allein nach Shin-Kiba zum Grillen aufgebrochen. Mein Grüppchen hatte ich dort dann auch schnell gefunden, sodass ich gleich ein paar Leute hatte, mit denen man sich erst einmal unterhalten konnte. Auf dem Grillplatz haben sich dann später noch haufenweise Gelegenheiten ergeben, mit vielen von den anderen Leuten zu sprechen. Dabei hatte ich das Gefühl, dass die Welt immer kleiner wird, so viele Gemeinsamkeiten hat man plötzlich entdeckt: Einer kam aus Fukuoka, wo ich letztes Jahr mein Praktikum gemacht habe (und von wo aus ich auch gerade den neuen Blogeintrag schreibe, aber davon erzähle ich ein andermal ausführlicher), ein weiterer war ehemaliger Sophia-Student, also von derselben Uni, an der ich mein letztes Auslandsjahr gemacht hatte, und der dritte wohnt keine 10 Minuten von meinem Wohnheim entfernt und arbeitet irgendwo in der Nähe vom Mita-Campus, sodass wir praktisch täglich genau dieselbe Pendelstrecke mit der Bahn fahren.

ganz rechts: Kazu, der bei mir um die Ecke wohnt.

Shuhei hatte die großartige Idee gehabt, ein riesiges Springseil mitzubringen, welches er dann rausgeholt hat, nachdem die meisten soweit gesättigt waren. Für die Japaner war das genauso nostalgisch wie für mich, denn auch hier sind Springseil-Spiele eine beliebte Beschäftigung bis zur Grundschule etwa. Shuhei und ein Freund von ihm haben nun also das riesige Seil geschwungen und mindestens zwei Drittel unserer Gruppe haben sich augenblicklich eingereiht und sind der Reihe nach durch gesprungen. Wer hängen geblieben ist, musste zur Strafe einen Schluck Bier trinken (bei mir haben sie zum Glück eine Ausnahme gemacht). Interessanterweise schien das die Leute auf dem Campingplatz generell zu verbinden. Nicht nur, dass viele Schaulustige am Rand standen oder saßen und grinsend zugeschaut haben – es kamen auch einige Leute an, die direkt gefragt haben, ob sie mitmachen können. Das eine Grüppchen von ca. vier, fünf Mann war dabei besonders lustig: Einer hat sich mit eingereiht und die anderen haben ihn fleißig angespornt: „Los, Chef, du schaffst das! Streng dich an!“ Das muss ein ziemlich lustiger Dienstausflug gewesen sein.

Variante 2: alle springen gleichzeitig

Die Aufräum-Arbeiten: Das zur Hälfte mit Wasser gefüllte Becken (zum Getränke-Kühlen) ließ sich einfach nicht vom Fleck bewegen. Der Großteil wurde dann rausgeschöpft und in kleinere Truhen umgefüllt und dann haben noch mal alle mit angepackt und das restliche Wasser im Becken am Wiesenrand ins Meer gekippt.

Abschlussfoto: Die ganze Runde vollzählig.

Nach dem Aufräumen ging es weiter nach Shibuya, ins Karaoke. Ryuichi hatte es beim Einsteigen irgendwie geschafft, die Bahn zu verpassen, und ist dann 20 Minuten später nach gekommen. Manchmal (na ja, relativ oft sogar) ist er echt der Inbegriff des Wortes „Gemächlichkeit“.

Ich bin im Anschluss daran dann wieder nach Hause gegangen, während die meisten noch zum nächsten Lokal weitermarschiert sind. So langsam musste ich allerdings anfangen, Reisevorbereitungen zu treffen, denn wenigstens einmal wollte ich in den Ferien auch ein bisschen wegfahren. Und die letzten Sachen für die Uni fertig machen.

Außerdem war ich am Montag, den 25. Juli, auch noch mal unterwegs. Im Mita no Ie fand die vorerst letzte Veranstaltung für dieses Semester statt, weiter geht es dann erst Mitte/Ende September. Eine ehemalige Austausch-Studentin hat über ihre damaligen Forschungen zur Einstellung und Motivation von Japanern und Amerikanern zum Thema „Cosplay“ berichtet. Im Anschluss wurden noch gemeinsam Somen gemacht, das sind lange, dünne Nudeln, die jetzt im Sommer sehr viel gegessen werden, allerdings konnte ich leider nicht mehr so lange bleiben. Meine „Hauptveranstaltung“ für heute lag nämlich in Shinjuku. Dort fand in einem Biergarten – na ja, eigentlich hat es mich mehr an einen Hühnerstall erinnert, aber was will man erwarten, bei den Platzverhältnissen in Shinjuku – jedenfalls hatten einige Japaner und Deutsche Plätze in diesem Biergarten reserviert und es gab eine lustige multikulturelle Party mit tendenziell vielen Deutschen und vielen Japanern, die auch Deutsch sprechen konnten. Atsushi (vom Deutsch-Gasshuku) hatte mich dorthin eingeladen, er selbst hatte im vorigen Monat auch zum ersten Mal daran teilgenommen. Und noch einen alten Freund habe ich dort nach gut einem Jahr zum ersten Mal wiedersehen können: Yasu. Ebenfalls vom Deutsch-Gasshuku, einer von den alten Hasen, mit dem ich vor drei Jahren im März in derselben Gruppe zusammengearbeitet hatte. Yasu hatte im Jahr danach sein Studium abgeschlossen und Arbeit in einer Firma in Osaka angefangen, die er nun allerdings wieder beendet hat und nach Tokyo zurückgekommen ist, wo er jetzt ein Master-Studium im Bereich Architektur macht. In Japan ist es noch relativ selten, dass Leute, die einmal eine feste Anstellung bekommen haben, diese nach einiger Zeit wieder aufgeben, um dann ein Master-Studium zu beginnen, sodass ich im ersten Moment recht erstaunt war, als ich davon erfahren habe. Aber im Grunde wollte Yasu das schon ewig machen und ich freu mich für ihn, dass das jetzt alles geklappt hat.

Auf der Party habe ich im Übrigen auch einen ehemaligen Studenten von der Reitaku-Universität kennengelernt, auf die auch Ryuichi ging und bis vor ein paar Jahren viele japanische Austausch-Studenten in Halle. Das Abkommen zwischen der Germanistik in Halle und der Reitaku-Universität ist wohl 2009 erloschen, soweit ich das gehört hatte, sodass seit meiner Rückkehr von meinem letzten Auslandsjahr deutlich weniger japanische Austauschstudenten nach Halle gekommen sind. Aber Yusuke, den ich dort im Biergarten kennengelernt habe, kannte die Leute von damals auch alle noch. Ryuichi gegenüber hat er gleich mal sein Recht als Sempai (älterer Student) ausgenutzt und ihn angerufen und herbeordert, allerdings war Ryuichi noch ziemlich beschäftigt mit seiner Arbeit, sodass wir letztlich bloß alle eine Runde mit ihm telefoniert haben, Yusuke, Yasu und ich.

Das Treffen war eines der wenigen seit langem, bei dem ich sogar die Zeit vollkommen aus den Augen verloren habe. Als wir den Biergarten verlassen und sich alle am Bahnhof verabschiedet haben, dachte ich vom Gefühl her, es wäre ungefähr halb zehn. Als ich beim Umsteigen in Meguro auf eine der Uhren im Bahnhof geschaut habe (also ca. 15 min später), war es in Wirklichkeit schon nach halb zwölf. Der Abend ist wirklich schön gewesen.

Am nächsten Morgen durfte ich mich nach ca. vier Stunden Schlaf (keine Ahnung, warum ich einfach nicht einschlafen konnte) gegen 8 Uhr aus dem Bett quälen. Der Plan war, kurz nach 9 Uhr die Bahn nach Mita zu nehmen und an der Besprechung des Deutsch-Gasshuku des Germanistik-Instituts vom Mita-Campus teilzunehmen. Meine Zimmertür hat mir allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Normalerweise – ebenso am Dienstagmorgen – nehme ich zum Frühstücken schnell meine Kaffeetasse, Brot und die Sachen aus dem Kühlschrank und frühstücke in der Gemeinschaftsküche. Weil dort Toaster, Spüle etc. sind, ist das am praktischsten. Momentan meist barfuß, weil es bei den Temperaturen in Tokyo deutlich angenehmer ist. Mein Zimmer ist ja keine 10m weit weg, also lass ich die Schlüsselkarte meist drin und schließe nicht ab in der Zeit. Als ich am Dienstag vom Frühstück wieder ins Zimmer wollte – 5 min vorm Losgehen zum Bahnhof, wohl gemerkt – war allerdings dennoch abgeschlossen. Ein zusätzlicher Blick in die Küche bestätigte mir, dass ich den Schlüssel wirklich nicht mitgenommen hatte, sondern dass er wie immer drinnen auf dem Regal liegen müsste. Und nun stand ich da, barfuß, mit meinem Geschirr in der Hand, vor der verschlossenen Zimmertür. Hab also alles erst einmal wieder abgestellt und habe dann angefangen, gegen neun Uhr sämtliche Türen unserer RAs (die japanischen Assistenten für uns Austauschstudenten) abzuklappern. Leider schienen die gegen 9 Uhr morgens alle entweder schon in der Uni zu sein oder noch zu schlafen. Jedenfalls hab ich in allen drei Etagen niemanden erwischt. Dafür habe ich Matthias, einen meiner Kommilitonen, unten in der zweiten Etage zufällig in der Küche sitzen sehen. Er war so nett, mich schnell mal raus zu lassen in die Lobby, damit ich nachschauen konnte, ob unsere Wohnheim-Manager sich irgendwo dort aufhalten (von der Lobby aus kommt man auch nur mit dem Schlüssel in den Wohnbereich, sodass ich mich gleich noch ein Stück weiter ausgesperrt hätte, wenn ich allein dorthin gegangen wäre). Leider war von den Managern auch keiner in Sicht. Wenig später habe ich sie dann allerdings drinnen im Wohnbereich entdeckt, in einem der Putzräume. Das war dann meine Rettung und ich bin endlich, mit einer halben Stunde Verspätung, wieder in mein Zimmer gekommen. Zum Meeting habe ich mich dann natürlich auch heillos verspätet…

Am Nachmittag wollte ich dann eigentlich noch zum Hanabi (Feuerwerk) gehen, was jedoch wegen des unsteten Wetters auf den nächsten Tag verschoben wurde. Dadurch musste ich meine Reiseplanungen etwas umändern, habe noch einen Bericht zu meinen Studiengang fertig bekommen und an Murata-sensei abgeschickt und mit dem Packen angefangen.

Am Mittwoch, den 27. Juli, kam dann endlich die erste Gelegenheit in dieser Saison, eines der großen Feuerwerke zu besichtigen. Schauplatz war Zushi, ein kleiner Ort in der Präfektur Kanagawa (die Gegend um Hiyoshi gehört auch zu der Präfektur, liegt allerdings weiter nördlich). Da es erst 19:30 Uhr losgehen sollte, war vorher noch genügend Zeit, den Ort etwas zu besichtigen. Es war auch schon wieder über ein Jahr her, seit ich das letzte Mal das Meer sehen konnte, deshalb wurde die Gelegenheit erst mal für einen ausgiebigen Strandspaziergang genutzt. Außerdem hatte man von dort aus einen super Ausblick auf den Berg Fuji.

Das Feuerwerk selbst startete dann gegen 19:40 Uhr und war vom Strand aus prima zu beobachten. Die Feuerwerkskörper wurden von einer kleinen Insel weiter draußen im Meer abgeschossen, sodass sämtliche Farben vom Meer reflektiert wurden und dadurch noch heller und größer wirkten. Und das gesamte Spektakel dauerte fast eine Stunde, bis ca. 20:30 Uhr. Von allen Feuerwerken, die ich bis jetzt gesehen habe, war das wohl das schönste.























(Ich weiß, das sind viel zu viele Bilder. Aber ich konnte mich einfach nicht entscheiden, welche ich weglassen soll...)

Donnerstagmorgen, den 28. Juli, ging es dann endlich los in den wohlverdienten Urlaub. Und was ich da alles gemacht und gesehen habe, davon berichte später. Jetzt muss ich mich erst mal ausruhen.