Mittwoch, 20. Juli 2011

Semesterende!

Mit dem heutigen Tag kann ich das Sommersemester offiziell für beendet erklären. Vorhin habe ich meine letzte Hausarbeit fertig geschrieben und diese dann per Mail abgeschickt. Und weil der Tag 22:45 Uhr ja noch jung ist, habe ich kurz entschlossen auch noch meine neuesten Bilder einsortiert, um mich nun meinem Blog widmen zu können. Und ich muss euch warnen: Diesmal wirds viel.

Beginnen wir Freitagabend, am 8. Juli. Ôkubo-kun, ein Freund vom Volleyball-Zirkel (bzw. derjenige, der mich überhaupt erst in den Zirkel eingeladen hatte), hat mich zu einer Party in Shinjuku eingeladen und da es a) lange nichts mehr zu feiern gegeben hatte und ich b) mit meinen Hausarbeiten/Vorträgen ganz gut in der Zeit lag, habe ich mir den Freitagabend einfach mal frei genommen. Die Party funktionierte nach dem Prinzip, dass jeder, der bei Facebook eingeladen war, einen weiteren Freund einladen durfte. Und dieser wiederum genau einen Freund usw. Das Ergebnis davon war, dass sich auf der eigentlichen Party zu beginn meist maximal 3, 4 Leute untereinander kannten und der Rest der rund 50 Personen alles Unbekannte waren. Ging mir auch nicht anders. Und ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich außer mir keinen weiteren offensichtlich ausländisch aussehenden Menschen entdecken konnte. Es war also eine wirklich richtig japanische Party, ganz ohne interkulturelle Einflüsse. Feldforschung sozusagen. So war ich also drei Stunden damit beschäftigt, neue Bekanntschaften zu schließen. Praktisch alle Gespräche nahmen dabei alle früher oder später dieselbe Wendung:
Japaner: "Wo wohnst du denn?"
Ich: "Im Shimoda-Wohnheim..."
Japaner: "SHIMODA???"
Ja, alle schienen es irgendwie zu kennen. Waren schon mal auf Partys zu besuch, trainierten dort gelegentlich, kannten andere Leute, die hier wohnen. Mein Wohnheim ist also stadtbekannt!
Und in ebenfalls über der Hälfte der Gespräche kam es irgendwann zu dieser Situation:
Ich: "Was studierst du denn?"
Japaner: "Rechtswissenschaften."
Also an genau der Abteilung, an der ich im kommenden Semester auch mein Praktikum machen werde. Ich habe das Gefühl, so langsam kenne ich das gesamte Institut.
Aber einen gewaltigen Nachteil hatte diese riesige Menschenmenge auch: Sobald ich mehr als 4, 5 neue Bekanntschaften an einem Abend mache (und selbst das ist teilweise schon grenzwertig), wird in meinem Kopf automatisch "FORMAT C:" aktiviert und alles ist wieder weg. Namen, Gesichter (sowieso), alles. Kaum war ich wieder zu Hause, hab ich mich gefragt: Was hast du heute Abend eigentlich gemacht? Na ja, ein paar Personen habe ich dann doch noch zusammenkratzen können. Es gab ja auch durchaus einige, mit denen man sich mal länger unterhalten hat und die mir echt sympathisch in Erinnerung geblieben sind. Im August treffe ich einige von ihnen dann mal in kleinerer Runde.

Am Sonntag, den 10. Juli, hatte ich dann meinen letzten Vortrag für dieses Semester, den ich am Samstag dann noch in aller Eile ausgearbeitet habe. Glücklicherweise galt es, das Forschungsthema für die Master-Arbeit in ca. 10 Minuten vorzustellen, was ich inzwischen sicher an die 10mal gemacht habe, sodass es nicht sonderlich lange gedauert hat, das Handout dafür vorzubereiten. Und dann war ich auch endlich vortragsfrei!

Der Umstand musste natürlich ausgenutzt werden, also bin ich mit Franzi am Montag, den 11. Juli, seit Ende Mai zum ersten Mal wieder zum Mita no Ie gegangen. Eine Austauschstudentin aus Hawaii hat uns eine kleine Kostprobe vom traditionellen japanischen Tanz (Nihon Buyô) gegeben, den sie bereits lernt, seit sie ganz klein ist, und nun hier in Japan die Gelegenheit bekommen hat, im Haupthaus der wichtigsten Familie des traditionellen Tanzes intensiv weiter zu lernen. Ihr Auslandsjahr ist bald zu Ende und wahrscheinlich wird sie vor ihrer Heimreise eine Prüfung ablegen können, um als professionelle Tänzerin anerkannt zu werden.
Der Tanz mit dem Fächer war nur ein Teil des insgesamt 25 minütigen Stückes, von dem wir allerdings auch nur die gekürzte Version gesehen haben. U.a. aus Platzgründen.


Alyssa, die uns nach der Tanzvorführung die Hintergründe zum japanischen Tanz genauer erklärt hat und haufenweise Fragen beantworten durfte.

Am Mittwoch, den 13.7., hatte Herr Tsunoda vom Mita no Ie wieder einen Kochabend in Akasaka organisiert. Ich hatte vormittags noch an einem meiner Aufsätze geschrieben und bin dann abends mit hin gegangen. Es gab super leckeres Curry, allerdings weiß ich nicht, aus welchem Land/welcher Gegend das Rezept kommt. Da waren haufenweise Sachen drin, die man im japanischen Curry sonst gar nicht findet. Und ins indische passen sie auch nicht richtig. Hat trotzdem super geschmeckt. Und es ist noch massig übrig geblieben, wovon ich auch eine Tupperdose voll (plus ein Nan, indisches Brot) mit nach Hause nehmen konnte. Das gab dann noch ein ganzes Mittagessen für Franzi und mich am nächsten Tag. Und noch eins für mich am übernächsten Tag. Ich bin also gut versorgt hier.

Samstag, der 16. Juli. Yvo, auch von der Japanologie in Halle, hatte Franzi und mich inzwischen sicher zum dritten Mal zu einem ihrer Ausflüge von der Musashi-Universität eingeladen. Und endlich konnten wir auch einmal mit hin gehen.
Es ging nach Kawagoe, eine Stadt ziemlich weit im Norden Tokyos, wo man von uns (Hiyoshi) aus 80 Minuten mit der Bahn braucht. Da wir uns 9:30 Uhr getroffen haben, hieß das, 6:40 Uhr aufstehen. Eine Tortur, wenn man normalerweise bis 10 schlafen kann. Aber der Tag selbst hat das wieder wett gemacht. Die Sonne brannte vom Himmel und sodass wir an jedem zweiten Getränkeautomaten halt gemacht haben und erst mal unseren Energiehaushalt aufgefrischt haben, aber die historischen Ecken der Stadt selbst waren wirklich sehr hübsch. Yvos Lehrer kannte sich sehr gut aus in der Geschichte dieser Stadt, sodass er uns viel Interessantes über historische Persönlichkeiten erzählen konnte, die früher hier lang gekommen sind, und warum welche Tempel gebaut worden. Aber ich poste hier lieber die Bilder. Für die Leute zu Hause ist das sicher interessanter.

Erster halt: Hübscher, kleiner Schrein, ca. 10min vom Bahnhof entfernt

Die niedlichen kleinen Figuren standen links vom Torii des Schreins.

Eine der Löwenstatuen vor dem Torii (Schrein-Tor), rechts. Auf der linken Seite stand eine weitere solche Statue, mit geschlossenem Maul.

Kleine Gartenanlage auf dem Weg zum nächsten Tempel.


Beim Tempel: Eine Tafel mit alten Vorstellungen wichtiger Energiepunkte an den Füßen. Indologen könnten sicher viel daraus ablesen (oder, Flo?)

Eine Reihe von Jizô-Statuen. Das sind Boddhisatvas, die die Seelen verstorbener Kinder sicher ins Jenseits begleiten.

Friedhof hinter dem Tempel

Yvo zwischen den Laternen

Kleines Gebäude eines weiteren Schrein-Komplexes, zu dem wir im Anschluss gegangen sind.

Das Hauptgebäude des Tempels mit Weihrauch-Schale davor.

Die dazugehörige Pagode

Und eine Stein-Laterne.

Hinter dem Tempel: Eine Sammlung buddhistischer Statuen, "Die Tausend buddhistischen Gesichter" oder so ähnlich. Darunter gab es auch zwölf Mönche, die mit je einem der 12 Tiere aus dem chinesischen Horoskop abgebildet waren. Also dann, machen wir uns auf die Suche!

Yvo und Alex, noch ein Freund von ihr, sind recht schnell fündig geworden. Sie sind im Jahr des Rinds geboren.

Einige Minuten später hatten Franzi und ich auch unser Tier gefunden: Den Hasen.

Ich mit Hasen.

Franzi mit Hasen.

Weiter ging es durch die Innenstadt, wo an verschiedenen Ecken lustige Tierskulpturen aufgestellt waren.

Die Pinguine mochte ich am liebsten.

Weiter ging es durch ein kleines traditionelles Geschäftsviertel mit vielen Souvenirläden.


Süßigkeitenladen

Und zwischendurch haben wir in einem kleinen Restaurant halt gemacht, um uns zu stärken. Das hier sind kalte Soba-Nudeln mit Maccha-Geschmack. Zu den kleinen Schüsseln: Das Krautzeug schüttet man in die Schüssel mit der Flüssigkeit und da tunkt man dann jeweis ein paar von den Nudeln rein, um sie danach zu essen.

Und als Nachtisch gab Kakigôri, traditionell japanisches Eis, das aus gehobelten Eiswürfeln besteht, über die dann Syrup in verschiedenen Geschmacksrichtungen gekippt werden kann. Wahlweise zusätzlich Kondensmilch, wie in meinem Fall hier.

Gegen 16 Uhr waren Franzi und ich wieder am Bahnhof. Vom langen Laufen abgesehen haben wir inzwischen deutlich die Nachwirkungen der gerade einmal vierstündigen Nacht gespürt. Um sechs waren wir dann zu Hause und haben erst einmal "Mittagschlaf" gemacht.

Am Sonntag, den 17. Juli, hatten wir eine kleine Abschieds-Party im Wohnheim, weil eine ganze Reihe von den hier wohnenden Austauschstudenten bald wieder nach Hause zurück fliegt. Auch unter den RAs (Resident Assistants, also unsere japanischen Helfer für alle möglichen Angelegenheiten oder Probleme im Wohnheim) gibt es einen ziemlichen Wechsel. Vor ein bis zwei Wochen sind bereits neue Leute eingezogen, heute ist eine Japanerin ausgezogen und weitere folgen. Auch Hiro, der nun seit 2 1/2 Jahren als RA hier wohnt, macht jetzt im Sommer seinen Abschluss und zieht wohl spätestens Ende August aus. Wirklich schade. Mit ihm konnte man sich immer gut unterhalten. Aber die neuen RAs sind zum Glück auch sehr umgänglich. Mit denen wird es sicher noch ein schönes zweites Semester hier im Wohnheim.

Dienstag, 12. Juli 2011

Tokyo in Bildern, Teil 2

Als kleinen Einschub für zwischendurch wollte ich mal wieder einige Bilder hochladen, die ich in den letzten Wochen geschossen habe.
Zum Einen habe ich mich, mit meiner Kamera bewaffnet, endlich einmal genauer auf meinem Campus umgesehen und einige wirklich hübsche Ecken entdeckt.

Versteckt zwischen einigen Sträuchern und Bäumen befindet sich dieses kleine Häuschen, was scheinbar schon seit ewig langen Zeiten als Diskussions- und Vortragshalle genutzt wird.

Am Südgebäude, wo ich im Februar häufig meinen Sprachunterricht hatte, erreicht man von der Außentreppe aus diese Terrasse, die mit ihren Bäumen und durch die etwas abseitige Lage eigentlich ideal zum Ausspannen oder Arbeiten ist.

Von der Terrasse aus kann man direkt in den Schulhof der Tokyo-Oberschule (die Mädchenschule) schauen. Judith, eine Kommilitonin von mir, hat zu Schulzeiten dort einen einjährigen Schüleraustausch gemacht.

Und mein persönliches Highlight auf dem Campus: Die Terrasse, oben in der 7. Etage im neuen Gebäude. Mit kleiner Gartenfläche und einmaliger Aussicht auf den Tokyo-Tower. Meine Freistunden habe ich in letzter Zeit öfters hier verbracht.

Man kann es an den Fotos schon erahnen und an Erzählungen und Franzis Blog wissen die meisten wahrscheinlich auch schon, wie schrecklich warm es hier seit einigen Wochen ist. Offiziell soll jetzt um diese Zeit wohl der Monsun, die erste Regenzeit in Japan, vorbei sein, aber rein praktsich sieht man hier schon seit gut zwei Wochen nichts mehr von monsunartigen Regengüssen. Höchstens mal ein kurzer, stärkerer Regenguss über Nacht oder so. Dafür ist die Luftfeuchte in schwindelerregende Höhen empor gestiegen und das, in Kombination mit der Hitze, wird sich jetzt wohl über die nächsten zwei Monate hinziehen. Da es nachts genauso warm und schwül ist wie tagsüber, wache ich seit rund zwei Wochen nachts regelmäßig auf und muss erst mal für eine Stunde die Klimaanlage einschalten, um überhaupt eine Chance zu haben, noch mal für ein paar Stunden weiterschlafen zu können. Anfangs hatte ich noch die Hoffnung, dass ich mich bald an den Wetterumschwung gewöhnt habe, aber inzwischen glaube ich nicht mehr richtig daran...

Der plötzliche Beginn des Sommers: Man geht früh morgens aus dem Haus und fragt sich, wo plötzlich diese Mittsommer-Südsee-Atmosphäre herkommt.


Verglichen mit meiner Ankunft hier im Shimoda im Februar...

... ist selbst das Wohnheim kaum wiederzuerkennen.

Und auf dem Grundstück nebenan reifen die Orangen fett und gelb an den Bäumen.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Da kommt der Monat. Da geht er wieder.

Es ist Juli! Unglaublich, aber wir haben tatsächlich schon Juli. Ich frage mich, wo der ganze Juni geblieben ist. Normalerweise sollte die Zeit doch langsam vergehen, wenn man nicht viel unterwegs ist, weil man wegen der Uni zu tun hat. Warum funktioniert das hier in Japan nicht?
Nun, zumindest kann ich die letzten zwei Wochen somit ziemlich schnell zusammenfassen.

Mittwoch, der 22. Juli, war ein rundum gelungener Tag. Los ging es 12 Uhr zum Mittagessen. Eine Freundin vom Mita-no-Ie hatte ein gemeinsames Mittagessen mit ihren Freunden organisiert und mich spontan mit eingeladen. Dort hat sich wieder einmal bestätigt, dass die Welt tatsächlich ein Dorf ist: Einer der Studenten hat 2007/2008 ein Auslandsjahr in Deutschland gemacht, in Bonn, und ist auch mit einem meiner jetzigen Kommilitonen befreundet. Zudem haben er und noch ein weiterer Student (beide studieren im Hauptfach Jura, besuchen aber zusätzlich den Intensivkurs Deutsch der juristischen Fakultät) die Deutschkurse von Herrn Schart, der mir neulich erst von Tatsuya, der jahrelang das Deutsch-Camp im März organisiert hat, vorgestellt worden war. Der Hintergrund, dass Tatsuya mir Herrn Schart vorgestellt hat, war, dass ich in der nächsten Zeit ein Praktikum im Bereich Deutschunterricht gesucht habe und Herr Schart häufig Praktikanten betreut. Nach einigem E-Mail-Austausch bezüglich meiner Motivation und den Vorstellungen zu dem Praktikum hatte ich dann auch meine Zusage, dass ich das im nächsten Semester machen kann! Aber das hat sich erst Ende der letzten Woche richtig ergeben.
Kommen wir zum eigentlich spannenden Teil des besagten Mittwochs: Dem Abend. Der stand ganz unter dem Motto: CATS! Franzi und ich haben uns schon vor Ewigkeiten vorgenommen gehabt, irgendwann das Musical anzusehen, zumal es in Yokohama, also in unserer Nähe, aufgeführt wird. Und Yurie, meine Freundin von der Sophia, ist ebenfalls mitgekommen. Es war unheimlich schade, dass drinnen keine Fotos gemacht werden durften. Das Bühnenbild war unglaublich. Der gesamte Raum war wie eine riesige Müllhalde eingerichtet, mit Haufenweise Schrott, Papierfetzen, Kabeln, Spielzeug etc. In dieser Müllhalde leben sozusagen die Katzen, in denen es bei Cats geht, und da diese natürlich viel kleiner sind als Menschen, war der ganze Schrott im Großformat nachgebildet worden. Man fühlte sich selbst fast schon wie eine kleine Katze, wenn man durch den Raum lief und alles betrachtete. Auch die Vorstellung selbst war großartig. Die Schauspieler liefen zum Teil die gesamten Gänge bis in die letzten Reihen auf und ab und haben das Publikum richtig in ihre Geschichte mit einbezogen. Und am Ende kamen sogar alle noch einmal hoch und haben selbst uns oben in der letzten Reihe persönlich die Hand geschüttelt. Gut, vor uns waren wenigstens 7, 8 Reihen komplett leer, sonst wäre das sicher nicht möglich gewesen. Aber es war spektakulär. Auch die Kostüme und das Make-up dann einmal von ganz nah sehen zu können war unglaublich. Und "Memory" (hier das englischsprachige Original) hat natürlich den ganzen Raum in seinen Bann gezogen. Bei vielen Liedern der anderen Katzen haben die Zuschauer am Ende geklatscht, aber nach Memory lag eine scheinbar endlose Stille im gesamten Raum. Man hätte meinen können, es wurde nicht mal mehr geatmet.


Was vorher schon im Bahnhof groß mit Plakaten angekündigt wurde, ist von draußen erst recht nicht mehr zu verfehlen: Die Theaterhalle, in der bereits seit einigen Jahren Cats aufgeführt wird.

Vor dem Eingang des Theaters.

Nachts sah es, mit Beleuchtung, natürlich am besten aus. Leider kommt das hier gar nicht so gut rüber.

Danach war es aber erst einmal wieder vorbei mit der schönen Zeit. Die Deadline für den ersten Aufsatz stand an. Und dann war es auch noch der ewig lange, mit ca. 8000 Zeichen. Das sind 9 Seiten auf Word! Und weil Japanisch deutlich kürzer ist als Deutsch, wären es auf Deutsch sicher 12 Seiten gewesen. Also durchaus eine richtige Hausarbeit fürs Bachelor-Studium. Und auch wenn die wichtigsten Quellen von unserem einen Professor vorgegeben gewesen waren, kann man allein damit doch noch keine gehaltvolle Analyse aufschreiben, also musste auch zusätzlich noch ein wenig recherchiert werden. Und nicht vergessen, dass am Freitag, den 1.7., nebst der Abgabe dieses Aufsatzes auch noch ein Vortrag für mich auf dem Programm stand. Und am Sonntag, den 3.7., dann der offizielle Japanisch-Test, der Japanese Language Proficiency Test (kurz: JLPT). Positiv ausgedrückt kann man also von einem spannenden Wettlauf gegen die Zeit sprechen. Der dauerte dann, inclusive Kontrolle des fertigen Aufsatzes (der dann plötzlich sogar 10.000 Zeichen lang war), bis Freitagnacht 3:30 Uhr. Aber er ist fertig geworden und pünktlich, freitagnachmittag, in die Uni gegangen.

Zum JLPT vom Sonntag, den 3.7., lässt sich zusammenfassend eines sagen: Das ganze Lernen des letzten halben Jahres, inclusive des Besuchs meines Grammatik-Kurses (freiwillig! für den Test!), hätte ich mir komplett sparen können. Ich habe genau zwei Wörter im gesamten Test wiedererkannt, die ich ohne die ganze Übung sicher nicht gewusst hätte, das wars. Es war die reinste Schikane. In Franzis Blog findet ihr, in der zweiten Hälfte, noch genauere Beschreibungen der Testsituation. Traf auf mich ganz genauso zu wie auf sie.
Den Grammatik-Unterricht will ich hier natürlich nicht verteufeln. Ich habe da haufenweise Grammatik gelernt, die ich vorher nicht gekannt hatte, und von denen ich so einiges trotzdem im Alltag und für das Lesen/Schreiben von Fachtexten gebrauchen kann. Es ist also eine Bereicherung fürs Leben geworden, nur halt nicht für den Test.
Zur Ablenkung und weil Lena (Freundin aus meinem Studienprogramm) Freikarten bekommen hatte, sind wir danach noch nach Roppongi gefahren und haben uns eine expressionistische Ausstellung eines französischen Künstlers angeschaut. Viel verstehe ich bei sowas ja immer nicht, aber die Ablenkung war trotzdem ganz schön als Wochenanbschluss.

In der Zeit hatte ich dann auch meine Zusage für das Deutsch-Praktikum im nächsten Semester bekommen. Als Einstieg hat mich Herr Schart gleich noch in einen seiner Kurse eingeladen, der heute, am Mittwoch, den 6. Juli, auf dem Mita-Campus stattgefunden hat. So konnte ich mir schon mal ein Bild von seinem Unterricht und den Studenten machen, die daran teilnehmen. Im Anschluss habe ich gleich noch einen Unterrichtsplan für das nächste Semester bekommen, mit dem ich dann zeitlich recht flexibel einteilen kann, wann ich mir welche Kurse ansehen und wo ich mich selbst an der Vorbereitung beteiligen kann. Ich selbst habe im nächsten Semester ja auch Unterricht, deshalb darf ich es nicht übertreiben. Wahrscheinlich wird es so aussehen, dass ich mich auf einen Kurs konzentriere, bei dem ich mich einmal pro Woche auch an der Unterrichtsplanung und -durchführung beteilige, und ansonsten noch einige Kurse aus anderen Stufen (es gibt Grundstufe1 und 2, Mittellstufe 1 und 2, sowie eine Oberstufe) zum Zuschauen besuche, um mir einen Überblick über die Unterrichtsmethodik und Inhalte der verschiedenen Sprachlevel zu machen.