Mittwoch, 18. Mai 2011

Weil Bilder letztlich doch mehr sagen als tausend Worte

Ich habe lange keine Fotos mehr hochgeladen, deshalb soll der heutige Beitrag nur als kleine Ergänzung dienen.

Das Shimoda-Wohnheim ist von außen eigentlich recht ansehnlich. Sehr geplfegt und solide, weil es noch ein sehr neuer Bau ist. Über moderne Architektur lässt sich allerdings streiten.

Das Wohnheim hat insgesamt 3 Etagen, die man alle über den Treppenaufgang, der geradeaus zur Tür herausführt, erreicht: 1 Etage weiter unten ist der 2. Stock (dort befindet sich auch der Waschraum), auf dieser Etage liegt der 3. Stock (hier befinden sich auch die Lobby und der Ein- und Ausgang) und eine Treppe weiter rauf gibt es den 4. Stock (mit Arbeitszimmer). Das Erdgeschoss hat man bei der Planung des Gebäudes wohl vergessen.

Biegt man vor der Treppe links in den Flur ein, bietet sich einem dieses Bild: Langer Flur mit den einzelnen Zimmertüren links und rechts. Dort, wo es auf halber Strecke etwas heller wird, befindet sich links die erste Gemeinschaftsküche. Ein ganzes Stück weiter hinten gibt es auf der rechten Seite noch eine weitere Gemeinschaftsküche.

Die Küchen sind verdammt geräumig und meine war heute erstaunlicherweise sogar aufgeräumt. Seit ich vor knapp zwei Wochen wieder her gekommen bin, ist das ein seltener Zustand geworden. Noch viel seltener ist es allerdings, dass das Kochgeschirr mit dem gelben Marker, welcher die "gemeinschaftliche Nutzung" aller Küchen-Nutzer symbolisieren soll, irgendwo zu finden ist. Den großen Gemeinschafts-Topf habe ich seit März nicht mehr gesehen, der Reiskocher macht sich auch rar in letzter Zeit und ein weiterer kleiner Topf scheint seit heute auch verschwunden. Im schlimmsten Fall muss ich mir wohl selbst noch einen kaufen.

Im Moment vor allem bei den Koreanern äußerst beliebt: Die Sitzecke mit dem Fernseher. Da die koreanischen Studenten im Moment den bei weitem größten Anteil im Wohnheim ausmachen, sitzen sie in letzter Zeit auch öfters in Grüppchen in der Sitzecke und unterhalten sich. Bisweilen auch in einer ziemlich anstrengenden Lautstärke - was sich in den letzten Tagen aber wieder ein wenig beruhigt zu haben scheint.

Draußen erstreckt sich ein Balkon über die gesamte Längsseite der Küche, aber weil der mit Klimaanlagen und anderen Geräten vollgestellt ist, lohnt es sich praktisch nicht, dort raus zu gehen. Allerdings kann man von dort aus auch die andere Hälfte des Shimoda-Wohnheims sehen, in dem die Sport-Studenten untergebracht sind. Zwischen denen und den Austauschstudenten findet eine klare räumliche Trennung statt. Zum Teil hängt das wohl auch mit deren Lebensstil zusammen: Die Sportler müssen sich scheinbar zu zweit ein Zimmer teilen und sind fast täglich von früh bis spät nur am Trainieren. Von denen wird deutlich mehr Disziplin verlangt als von uns.

Den zugehörigen Sportplatz gibt es auch gleich um die Ecke. Und ich glaube, das ist auch nicht deren einzige Trainings-Stätte. In der Nähe soll es beispielsweise auch ein Schwimmbecken geben.

Damit verlassen wir das Wohnheim und begeben uns auf den Weg zum Bahnhof. Direkt an der Straßenecke, gegenüber vom Shimoda, gibt es diesen kleinen Gebets-Stein, der schon ziemlich alt sein muss, weil man beim besten Willen nicht mehr erkennt, was genau mal darauf abgebildet gewesen sein könnte. Dennoch wird er von den Bewohnern der Umgebung alle paar Tage mit einer neuen Opfergabe liebevoll geschmückt. Der Schmuck bleibt dann jeweils so lange stehen, bis er durch neuen ersetzt wird. Dass irgendwer so etwas beschädigen oder beschmutzen könnte, ist hier undenkbar.

Wenn man 12 Minuten der Hauptstraße folgt, kommt man in dieser kleinen Einkaufsgegend heraus, überquert den kleinen Platz, wo häufig Busse oder Taxen halten, und ist am Hiyoshi-Bahnhof.

Insgesamt gibt es drei Straßen, die vom Bahnhof weg führen. Weiter oben war die mittlere, dies hier ist die linke, die ich vor allem auf dem Nach-Hause-Weg öfters nehme, wenn ich noch im 100-Yen-Shop kleinere Einkäufe erledigen muss.

Das ist der Bahnhofseingang, von der Straße im oberen Bild aus gesehen.

Links im Bahnhof (hier im Bild nicht zu sehen, weil es aus der Position heraus praktisch hinter dem Fotografen ist) gibt es ein dreistöckiges Kaufhaus mit Supermarkt, Elektrogeschäft, Kleidungsladen (Uniqlo), Daiso und verschiedenen kleineren Geschäften, sowie einer Drogerie im Untergeschoss. Rechts geht es zu den Zügen. Die silberne Kugel zwischen diesen beiden Bahnhofshelften ist ein beliebter Treffpunkt, weswegen fast immer ein paar Leute dort herumstehen.

Kommen wir nun zur Uni: Der Mita-Campus. Hier habe ich dieses Semester von Montag bis Freitag Unterricht. Rechts auf diesem Platz sind die neue Bibliothek (weiter vorn) und die alte Bibliothek (hinten; das gelbe Gebäude). Direkt gegenüber - von den Bäumen gut versteckt - sind viele Forschungsräume einzelner Professoren und auch Abteilungen verschiedener Fremdsprachen untergebracht.

In dem Gebäude links finden viele meiner Master-Kurse statt, sodass ich dort am häufigsten hin muss. Hinter diesem Gebäude befinden sich noch zwei weitere Unterrichtsgebäude, in einem davon ist außerdem die Mensa untergebracht.

Die letzten beiden Fotos habe ich von diesem Gebäude aus geschossen. Das ist das neueste Gebäude auf dem ganzen Campus. Als Franzi zu Bachelor-Zeiten bereits ein Auslandsjahr an der Keio Uni absolviert hat, war das hier noch Baustelle. Ich habe hier jetzt einmal pro Woche Unterricht, und zwar Montags, Grammatik für Fortgeschrittene.

1 Kommentar:

Erik hat gesagt…

Schön, wieder etwas über Hiyoshi zu erfahren.
Da die japanischen Orte eh immer so dicht besiedelt sind, kann man oft kleinere Ecken entdecken, an denen man noch nicht gewesen ist, wenn man etwas herumstreunt.
Hab das damals gerne gemacht und mich ab und an verlaufen.

LG