Samstag, 14. Mai 2011

Der Stundenplan steht

Die erste reguläre Unterrichtswoche als Master-Student an der Keio-Universität ist vorbei und es gibt viel zu berichten. Allgemein kann ich jetzt auf alle Fälle sagen, dass das Zuhören im Unterricht nicht so schwer ist, wie ich anfangs befürchtet hatte, und dass bisher wirklich jedes Fach interessant war. Auch der Arbeitsaufwand hielt sich bis jetzt erst einmal in Grenzen, aber das wird sich sicher sehr schnell ändern, sobald ich alle Lehrbücher kaufen und mich damit dann jeweils auf den nächsten Unterricht vorbereiten kann. Inhaltlich sah die Woche folgendermaßen aus:

Montag, 3. Stunde (13:00-14:30): Forschungskolloquium bei Frau Murata.
Dient dem Voranbringen der Master-Arbeit.

Montag, 4. Stunde (14:45-16:15): "Historischer Abriss über die Veränderung der japanischen Schrift" bei Herrn Kimura.
Konkret geht es darum, wann und wie sich die Kana (Silbenalphabete) entwickelt haben, von wem sie verwendet wurden, wer überhaupt lesen und schreiben konnte, wie in wissenschaftlichen Kreisen oder auch in der Populärliteratur (die sich sehr viel später entwickelt hat) geschrieben wurde und wie sich das alles im Laufe der Jahrunderte verändert hat.

Dienstag, 3. Stunde (13:00-14:30): "Analyse des Erlernens der japanischen Sprache auf Grund- und Mittelstufenniveau" bei Frau Murata.
Hierbei geht es vor allem darum, wie man Japanisch-Lernenden die grammatikalischen Grundlagen der Sprache erklären kann, was den Studierenden auf welchem Sprachlevel erklärt werden kann und wie diese Erklärungen stattfinden können, ohne die Studenten zu verwirren und zu überfordern.

Mittwoch, 4. Stunde (14:45-16:15): "Phonetik" bei Frau Ôba.
Phonetik beschäftigt sich damit, wo bzw. wie die verschiedenen Laute produziert werden, die in einer Sprache verwendet werden (in diesem Unterricht natürlich ganz konkret am Beispiel der japanischen Sprache). Dabei wird oft auch auf historische Hintergründe eingegangen, ab welcher Zeit Laute neu hinzu gekommen bzw. verschwunden sind und welchen Einfluss Fremdsprachen darauf haben.

Mittwoch, 5. Stunde (16:30-18:00): Forschungskolloquium bei Frau Tanaka.

Donnerstag, 2. Stunde (10:45-12:15): "Studium altjapanischer Quellen" bei Herrn Ishikawa.

Freitag, 3. Stunde (13:00-14:30): "Japanische Sprache und Kultur" bei Frau Kim.
Im Mittelpunkt steht die situationsbezogene Verwendung von Partikeln und Satzendungen.

Freitag, 5. Stunde (16:30-18:00): "Gesprächsanalyse" bei Frau Tanaka.
Der Unterricht ähnelt in einigen Punkten dem von Frau Kim, geht jedoch darüber hinaus auf die korrekte Verwendung aller möglichen Wörter und Redewendungen ein, vor allem bei Gesprächen für Sprachanfänger.

Die grün markierten Fächer sind für mich offizielle Veranstaltungen, in denen ich am Ende des Semesters auch eine Prüfungsleistung ablegen werde. In der Regel wird diese wohl aus einem Vortrag oder einer Hausarbeit bestehen.
Das orangene Fach belege ich zusätzlich, weil ich es inhaltlich sehr interessant finde. Eventuell kommt ab nächster Woche noch ein weiteres Fach hinzu, das ich leider erst gestern im Seminarplan entdeckt habe. Es gibt noch eine weitere Veranstaltung für Altjapanisch von Herrn Ishikawa, Donnerstag in der 5. Stunde. Falls das inhaltlich nicht genau dasselbe sein sollte wie der Vormittagskurs, dann werde ich mir das wohl noch mit ansehen, um hoffentlich noch etwas nützliches Wissen zum Lesen meiner eigenen teilweise altjapanischen Quellen mitnehmen zu können.

Nächste Woche beginnen außerdem die Sprachkurse des International Center. Diese Kurse sind eigentlich für Austauschstudenten, die ein oder zwei Semester zum Japanisch-Lernen an die Keio-Universität gehen, allerdings dürfen auch wir aus dem Doppel-Master-Programm zusätzlich zu unseren Master-Kursen noch ein bis zwei Veranstaltungen davon besuchen. Ich werde auf jeden Fall am Montag, in der 3. Stunde, einen Grammatik-Kurs belegen. Der überschneidet sich zwar offiziell mit dem Termin für das Kolloquium, aber die Termine dafür sind zum Glück flexibel, sodass ich den Grammatik-Unterricht trotzdem besuchen kann. Eigentlich wollte ich auch noch einen Aufsatz-Kurs besuchen, aber der überschneidet sich mit Phonetik und da lässt sich der Termin natürlich nicht einfach so umverlegen. Allerdings gibt es noch eine Art Selbststudiums-Kurs zum Anfertigen von Aufsätzen, bei dem man im Grunde schreiben kann, was man möchte, und das gibt man am Ende des Semesters bei der Lehrerin ab und spricht es anschließend durch. Für die Hausarbeiten, die ich gegen Semesterende schreiben muss, wird das sicher eine große Hilfe sein.

Am Freitag nach der 5. Stunde hat sich mein ganzer Kurs mit Frau Murata und Frau Tanaka getroffen, mit denen wir noch einmal knappe zwei Stunden mit der Kursanmeldung verbracht haben. Es ist wirklich erstaunlich, wie umständlich etwas an sich so Simples wie die Kursanmeldung umgesetzt werden muss.
Zum Einen muss man dafür wenigstens zwei Hefte und einen A2-großen Zettel parallel durchblättern, weil es natürlich nicht möglich ist, die Registrierungs-Nummer, Uhrzeit und Raum des jeweiligen Kurses mit in die Hefte zu schreiben, wo alle Kurse der kommenden zwei Semester beschrieben sind. Obwohl diese Hefte in jedem Jahr neu rausgegeben werden, weil sich das Angebot und die zuständigen Lehrer ja auch immer mal ändern. Zum anderen reicht es nicht, wenn man aus dem A2-Zettel dann die Registrierungs-Nummer rausgesucht hat, diese dann einfach aufzuschreiben - und noch einmal entsprechend der Nummer verschiedene Zahlenfelder auszumalen, damit es mit dem Computer eingelesen werden kann. Nein, man muss auch noch den vollständigen Kurstitel (der in mindestens der Hälfte der Fälle 10-12 Zeichen lang war), Name des Dozenten, Semester, Tag und Uhrzeit aufschreiben. Ich frage mich, wofür es die Registrierungs-Nummer überhaupt gibt. Bei so viel Umständlichkeit ist es jedenfalls schon fast erstaunlich, dass wir nicht noch länger dafür gebraucht haben. Hier ist mir zum ersten Mal bewusst geworden, wie verwöhnt man an der MLU in Halle mit Stud.IP und dem Löwenportal eigentlich ist. Selbst wenn letzteres auch noch nicht richtig funktioniert.

Jetzt am Wochenende wollte ich eigentlich noch auf ein internationales Seminar gehen, eine alte Freundin wiedersehen und meine Sprechfähigkeiten ein wenig auffrischen. Das stockt in letzter Zeit ein wenig. Aber irgendeine Art grippaler Infekt, der mich am Donnerstag ganz plötzlich heimgesucht hat und mich am Freitag mehrmals fast umkippen ließ, hat mich nun erst mal ans Bett bzw. Zimmer gefesselt. Und meine Stimme ist die meiste Zeit über eh verschwunden, sodass ich das mit dem Sprechen eh vergessen kann. Ich hoffe, dass es mit Hustensaft und viel Tee bis Montag wieder besser wird, nicht dass ich in der Uni noch irgendwen anstecke.

Kommentare:

Angi hat gesagt…

Die Fächer hören sich wirklich sehr Interessant an! ^-^
Dann wünsche dir auf jedenfall eine gute Besserung damit die am Montag wieder gut in den Unialtag einsteigen kannst!
Eins noch du hast geschieben die grünen bzw. das grau Fach, ich kann da aber keine Farbe erkennen! XD
Welches ist denn das Fach dass du extra belegt hast?

Angi hat gesagt…

Doch die Farben werden schon angezeigt, ich kann das orange jetzt auch erkennen allerdings ist das grün etwas ungünstig da es so dunkel ist und, zumindest an meinem Bildschirm fast schwarz aussieht, vierleicht solltest du ein helleres grün benutzen!

Zephyr hat gesagt…

Okay, hab die Farbe zur Sicherheit noch mal ein bisschen angepasst.