Montag, 14. Februar 2011

Doppelte Premiere: Erster Unterricht und erster Schnee

Heute war nun der erste Unterricht an der Keio. Natürlich noch nicht der "richtige" Unterricht. Das kommt ja erst im April mit Beginn des Sommersemesters. Aber der erste Sprachkurs. Unser Hallenser-Kurs ist wieder in mehrere kleine Grüppchen eingeteilt worden, die je nach Sprachniveau jetzt ein anderes Lehrbuch mit unterschiedlicher Grammatik und unterschiedlichen Vokabeln behandeln. Bis jetzt ist das Meiste für mich bekannt gewesen, wobei einiges auch schon wieder in Vergessenheit geraten ist und anderes wider Erwarten nicht so problemlos verstanden wurde, wie ich angenommen hatte. Insofern ist es eine gute Übung. Und es erleichtert die Vor- und Nachbereitung ungemein. Hausaufgaben machen und Lernen stehen nachher trotzdem noch auf dem Programm.
Im Moment finden in ganz Japan, somit also auch an der Keio Universität, die Eintrittsprüfungen für die Universität statt. Die regulären Studienzimmer sind daher größtenteils belegt und die meisten Lehrer mit der Korrektur tausender Testbögen beschäftigt. Wir dürfen daher diese Woche ein Konferenzzimmer im 10. Stock mit wahnsinns Aussicht auf Tokyo benutzen.
Im Verlauf des Tages sind heute auch noch drei weitere Kommilitonen bei uns ins Wohnheim eingezogen: Judith, Lena und Matthias. Alle auf je unterschiedlichen Etagen verteilt. An sich ist das ganz praktisch, denn so kommt man auch mal mit den anderen Wohnheim-Mitbewohnern in Berührung und hockt nicht immer nur beisammen. Machen wir ja im und nach dem Unterricht schon zu genüge. Allerdings bedeutet das nicht, dass wir hier keinerlei Möglichkeit mehr haben, Deutsch zu sprechen. Unsere Sprachlehrer haben uns heute nämlich offenbart, dass es in unserem Wohnheim dieses Semester ein Rekordhoch an deutschen Austauschstudenten gibt. Mit insgesamt 21 Leuten liegen wir, hinter China und Korea, somit auf Platz 3 und haben sogar Amerika den Rang abgelaufen! Hat sich in Deutschland im letzten Jahr irgendetwas geändert, wovon ich nichts mitbekommen habe?

Und nun zum zweiten Highlight des Tages - oder eher des Abends: Dem Wetter. Dem Hörensagen nach soll es in Tokyo ja gefühlte einmal pro Jahr Schnee geben. Schnee, der sogar liegen bleibt, um es genau auszudrücken. Und genau dieses Phänomen ist heute Abend eingetreten. Der Schnee von Freitagnacht war ja genauso schnell wieder weg, wie er gekommen ist, deshalb zählt der nicht.
Und da so schöne Landschaften ja keiner großen Worte bedürfen, lasse ich jetzt einfach mal die Bilder sprechen.

Als ich, nur im Pullover, mit der Kamera draußen stand und Fotos geschossen hab, hatten die vorbeikommenden Japaner gleich noch etwas zu lachen. Schön, dass ich ihnen den Abend verschönen konnte. =)

Und für alle, die der aktuelle Stand von Franzis Wohnungsproblem-Daily Soap interessiert: Morgen soll wohl die Entscheidung fallen. Und sowohl unsere Japanisch-Lehrerin als auch der Wohnheim-Verwalter versuchen, ihr dabei so weit wie möglich zu helfen und setzen sich sehr für sie ein. Die Chancen stehen also eventuell nicht soooooo schlecht, wie wir anfangs angenommen hatten. Es bleibt also spannend!

1 Kommentar:

Erik hat gesagt…

Ihr werdet noch das Wohnheim "germanisieren". Mit deutschen Kulturtagen und allem Drum und Dran xD

Neuerdings sind die Winter tatsächlich verschneiter. Sowohl in Deutschland, als auch in Tokio. Naja... "verschneit", wie halt Tokio sein kann ;)

LG