Sonntag, 13. Februar 2011

Alle guten Dinge sind vier

Nun bin ich also zum vierten Mal in Japan. Davon das zweite Mal für ein ganzes Jahr. Was am jetzigen Japan-Aufenthalt neu ist: Ich bin diesmal als regulärer Student hier und studiere ganz normal, genauso wie an der Uni in Halle. Nur dass der Unterricht jetzt vollständig auf Japanisch ablaufen wird. Das wird eine enorme Herausforderung für mich, denn wissenschaftliches Schreiben, Fachtexte lesen und Diskussionen zu Themen, von denen ich im Moment noch überhaupt keine Ahnung habe, sind ein ganz anderes Sprachlevel als simple Alltagssprache oder Japanisch-Unterricht, bei dem man Schritt für Schritt alles Neue erklärt bekommt. Bitte erwartet daher auch nicht sonderlich viele Blogeinträge diesmal.

Nun aber erst mal zum Stand der Dinge: Der Flug war anstrengend wie eh und je, der Jetlag hält sich sehr hartnäckig diesmal und die letzten Tage gab es einen plötzlichen Kälteeinbruch mit SCHNEE! Schnee in Tokyo hab ich das erste Mal erlebt. Aber nach dem halleschen Januar und dem darauf folgenden Hochwasser hat mich das jetzt im wahrsten Sinne kalt gelassen.
Zusammen mit Franzi, einer Freundin aus meinem Studienprogramm, wohne ich seit dem 10.2. im Shimoda Student Village, einem Studentenwohnheim der Keio-Universität in Yokohama. Bis zur Uni soll es mit der Bahn so ungefähr 45 min dauern. Geht also noch.
Ich bin froh, dass es uns letztlich ins Shimoda verschlagen hat, denn das Wohnheim ist wirklich sehr schön aufgebaut. Auf jeder Etage gibt es zwei sehr geräumige Gemeinschaftsküchen, in der 2. Etage gibt es einen Waschraum und in der vierten Etage hat man einen Studienraum. Ich wohne in der 3. Etage, welche sich übrigens, vom Eingang aus gesehen, im Erdgeschoss befindet.
Und nun gibt es eine kleine Zimmerbesichtigung!

Hier ist der Eingangsbereich mit kleiner Linoleum-Aussparung, um die Schuhe ausziehen zu können.

Von dort aus kann man gleich das ganze Zimmer überblicken.

Rechts geht es zum Bad. Ist sehr kompakt eingerichtet, aber man kann sich ordentlich drin bewegen. Ist also ausreichend von der Größe her.

Rechts im Zimmer sind ein ziemlich großer Kleiderschrank (da steht sogar mein Koffer mit drin) und das Bett. Das ist, ganz nach japanischer Manier, als Futon eingerichtet: Auf dem Holzgestell liegt erst eine dünne, recht kompakte Matratze, darüber 'ne dickere, weichere Matratze, dann Kissen und Decke und darüber noch die Tagesdecke. Und bis auf die Tagesdecke muss alles frisch bezogen werden. Dank des Jetlags bin ich halb eingeschlafen bei den ganzen Laken...

Weiter zur rechten Seite: Hier sind, ganz vorne links in der Ecke noch zu sehen, ein Kühlschrank (mit separatem Gefrierfach), großes Bücherregal und der Schreibtisch.
Und nun kommen wir zum Objekt in der Mitte: Dem Balkon.

Direkt vor dem Balkon befindet sich eine kleine Straße, an der meist aber nicht viel los ist. Zudem habe ich einen sehr idyllischen Ausblick auf ein paar kleinere Häuschen mit hübschen Gärten.

Direkt rechts vom Haus - hinter dem kahlen Baum im Vordergrund leider nicht ganz so deutlich zu erkennen - kann ich mich jeden Morgen am Blütenstand zweier Pflaumenbäume erfreuen. Als ich am 10.2. angekommen bin, waren bei beiden noch fast alle Knospen geschlossen, aber jetzt werden sie immer farbenprächtiger.

Blickt man weiter rechts die Straße lang, kommt man links rum zur "Hauptstraße", welche genauso schmal ist wie die vor meinem Fenster. Der Weg dort führt mit ca. 12 min Fußweg zum Hiyoshi-Bahnhof.

Und zu guter Letzt noch der Blick nach links: Die Nebenstraße verläuft dort weiter und es bleibt ruhig und beschaulich. Heute zum Glück auch wieder mit Sonne. Bis gestern hätte es nur Bilder von Schnee und Regen gegeben.

Wie geht es nun weiter? Am Montag beginnt für mich und den ganzen Rest meines Kurses (insg. 7 Personen) der vorbereitende Sprachunterricht für das kommende Auslandsjahr. Das Sommersemester beginnt regulär am 1. April. Außerdem ziehen am Montag noch drei weitere Freunde hier im Wohnheim ein. Zwei waren vorhin schon kurz hier und haben ihr Gepäck abgestellt, damit sie sich morgen Vormittag damit nicht totschleppen müssen. Franzi hofft derweil, dass sie vielleicht ein anderes Zimmer beziehen kann, weil ihr jetziges in der Nähe irgendwelcher Maschinen ist, die nachts ziemlichen Lärm machen und sie nicht schlafen lassen. Wahrscheinlich am Dienstag werden wir alle wohl auch zur Ausländermeldestelle gehen und unsere Meldebescheinigung beantragen. Damit wir uns wieder ganz offiziell als registrierte Aliens frei bewegen können. Des weiteren stehen noch verschiedene Kleinigkeiten an wie der Kauf einer Monatskarte, Kauf/Verlängerung des Handyvertrags, Abschließen einer Krankenversicherung und dergleichen.
Wie es weitergeht, erfahren Sie also in der nächsten Folge.
Vielleicht. ;)

Kommentare:

Shiroimimito hat gesagt…

Willkommen zurück in Japan! ;D

Judith hat gesagt…

Ich glaub den Blogeintrag schick ich einfach als Link an meine Bekannten und schreib dazu: Jo, das gilt auch alles für mich!

Mian hat gesagt…

ichhoffe das auslandsjahr wird super für dich~

Anonym hat gesagt…

Hey Lena,

die Fotos sind super. Kann mir richtig vorstellen wie es bei dir aussieht und mega cool das du einen Balkon hast!!

Küsse
Cille

Erik hat gesagt…

Hach das Shimoda in Hiyoshi... Auch wenn ich nur einen Monat da drin verbracht hab, bekomme ich bei den Bildern wieder Gefühle *_*

Das Bad war für mich immer zu klein und der Spiegel zu niedrig gewesen xD

Ich wünsche dir alles Gute für die nächste Zeit in Japan ^^

LG Erik

Ahiku hat gesagt…

Ahh nun bist du auch im Shimoda...wobei ich die Wände...etwas karg finde XDDD Da sahen die Zimmer im PLUME irgendwie hübscher aus.
Wünsch dir viel Erfolg!

Anonym hat gesagt…

Lenchen! ich wünsche dir ein total interessantes und tolles Jahr on Japan!!!hoffe, wir treffen uns mal in skype die nächsten Tage!
Jana