Dienstag, 23. Februar 2010

Teezeremonie

Neben der üblichen Prozedur am Vormittag gab es heute am Nachmittag wieder 15 min "Unterricht", diesmal in traditioneller japanischer Teezeremonie. Ich wurde eingeladen zum Mitmachen und auch Hiroko, Kichiros Schwester, ist nach der Schule vorbei gekommen, hat an der Teezeremonie teilgenommen und sich danach auch noch mit um die Kinder gekümmert. Sie findet die Kleinen genauso süß wie ich. Einige kannten sie sogar noch, da sie vor einer Weile auch mal für einen Tag ausgeholfen hatte.
Die traditionelle Teezeremonie übt sie übrigens schon seit 12 Jahren und dementsprechend gut ist sie auch. Sah toll aus. Für mich war es der erste Versuch und sie hat mir netterweise dauernd Tipps gegeben und mir gezeigt, was ich machen soll. Nur ein bisschen unpraktisch, dass sie mir gegenüber saß und ich demnach ständig spiegelverkehrt gedacht hab... Bei so einer Teezeremonie gibt es verdammt viel zu beachten. Wirklich jeder Schritt und jede Position haben ihre eigene Regel. Wie weit sitzt man vom Rand der Tatami-Matte weg, an welcher Stelle hebt man mit welcher Hand die Schale an, in welche Richtung dreht man den Schaumbesen zuerst, wie oft, etc... Das beginnt beim Reinigen der Utensilien vor dem Benutzen, über das eigentliche Zubereiten des Tees bis zum Reinigen nach dem Benutzen.
Aber Tee und dazugehörige Süßigkeit (haben wir vorher gegessen) waren sehr lecker.
Kichiro hat übrigens auch sechs Jahre lang Teezeremonie gelernt. Zwar konnte er nicht weiter machen, seit er zum Studium nach Tokyo gezogen ist, aber vielleicht frag ich nächstes Semester trotzdem einfach mal, ob er sowas nicht mal irgendwie für uns machen kann ^^. Müssen nur die ganzen Utensilien irgendwie auftreiben...

Ansonsten haben wir den Tag heute fast vollständig draußen verbracht. Das Wetter war so genial (ich konnte sogar nur im T-Shirt nach Hause fahren - um euch mal ein bisschen neidisch zu machen ;P ). Am Vormittag haben wir Brennball gespielt, ist das lange her, seit ich das das letzte Mal gemacht habe! Aber ich frage mich, aus welchem Land das wohl ursprünglich kommt...

Was ich nach wie vor relativ schwierig finde, ist es, so ein kleines Kind zu trösten, wenn es mal hinfällt oder aus sonstigem Grund anfängt zu weinen. Einer der ganz Kleinen (3-jährigen) hat z.B. beim Springen über die Reifen draußen (so wie Autoreifen, die halb im Boden stecken - gibts bei uns ja auch häufig) plötzlich angefangen zu weinen, als ich ihm nach oben geholfen hab. Vielleicht hat ihm die Höhe plötzlich Angst gemacht... Ich war schon froh, dass er sich ziemlich schnell wieder beruhigt hat, denn das ist echt beunruhigend, vor allem wenn man selbst grad auf so ein Kind aufpasst und es plötzlich losweint.

Die ersten Kleinen meinten heute, dass sie gern mal Deutschland sehen möchten. Ich bin gespannt, ob sie es mit ihren Eltern vielleicht irgendwann in die Tat umsetzen können. Es ist wirklich wahnsinnig süß und freut einen richtig, wenn sie doch so viel Interesse am eigenen Land zeigen. Viele fragen auch immer mal, was es in Deutschland z.B. für leckeres Essen gibt, ob es verschiedene (japanische) Dinge, Bräuche etc. auch in Deutschland gibt und sowas.
Generell sind sie sehr wissbegierig. Vielleicht bleibt sogar das ein oder andere deutsche Wort im Verlauf der Woche hängen ^^. Nach "Auf Wiedersehen" haben sie jetzt schon öfters gefragt, aber das ist so lang, dass es für den Anfang schwierig zu merken ist. Aber mal sehen, vielleicht klappt es mit "Dankeschön. =)

1 Kommentar:

Ahiku hat gesagt…

Waaaaah Q,Q ein bisschen neidisch machen sagst du? XD wenn man deine ganzen Einträge liest wird man dauerneidisch, echt XDDD
*will auch süße japanische Kinder knuddln* XDD