Sonntag, 21. Februar 2010

Tokyo im Schnelldurchgang

Inzwischen bin ich in Fukuoka angekommen und weil es mit dem Internet die letzten Tage schlecht aussah, konnte ich zwischendurch nicht mehr berichten, wie genau meine zwei Tage in Tokyo nun ausgesehen haben. Den Blogeintrag dafür habe ich allerdings offline geschrieben und gespeichert ^^.

--- Samstagabend, 20.2. ---


In den letzten zwei Tagen habe ich vieles nachholen können, was ich das letzte halbe Jahr über vermisst habe.
Freitag war im Grunde recht anstrengend. Nachdem ich wegen des Jetlags nun doch nicht mehr als vier Stunden geschlafen hatte, kam ich früh so gar nicht aus dem Bett – äh, Futon. Doch im Verlauf des Tages hat sich die Müdigkeit zum Glück langsam zurückgezogen. Für 12 Uhr hatte ich mich mit einer Freundin aus der Japanologie in Akihabara am Electronic Town-Exit verabredet. Bin grad so pünktlich angekommen – mitsamt sämtlichen Gepäck, weil ich ab diesem Tag bei Yurie, einer Freundin von meinem Auslandsjahr, übernachten konnte – und hab mich dann am Ausgang positioniert und auf meine Verabredung gewartet. Und gewartet. Und gewartet... 13 Uhr war ich immer noch allein und musste mich schließlich auf den Weg machen, mein Wörterbuch zur Reparatur bringen und noch ein neues Wörterbuch für einen anderen Freund von der Japanologie kaufen. Eigentlich wollte ich das gemeinsam mit besagter Freundin machen. Und ich hätte noch ein Lehrbuch bekommen sollen, was mir für mein Praktikum helfen würde. Tja, dumm gelaufen...
Aber zumindest das neue Wörterbuch hab ich bekommen. Nachdem ich den gesamten Elektronik-Distrikt MIT Koffer hoch und runter gelaufen bin und überall Preise verglichen hab. Die Leute an den Läden haben nämlich überall gesagt, sie würden für das neueste Modell einen Rabatt anbieten, der ein Stück unter dem Preis der anderen Läden liegen würde. Nur eine konkrete Zahl hat mir keiner verraten wollen. Hab mir letztendlich einen ungefähren günstigsten Preis ausgedacht und bin dann zu dem Laden zurückgegangen, wo der Verkäufer am freundlichsten war, und hab das Wörterbuch schließlich fast 4.000 Yen billiger bekommen. Immerhin ^^. Nur meine Arme waren inzwischen fast taub vom Koffer-Ziehen. Eins ist mir zwischendrin plötzlich aufgefallen: Dieses Gefühl des Neuen, Ungewohnten, was mich die Anfangszeit in Japan lange begleitet hatte, fehlte völlig. U-Bahn, Bahnhöfe, Kaufhäuser, die Atmosphäre auf den Straßen... Alles war noch genau wie immer, als ob ich nie weg gewesen wäre. Selbst die Orte, die ich aufsuchen wollte, habe ich alle gleich wiedergefunden, ganz ohne verlaufen, was eigentlich völlig untypisch ist für mich.
Weiter nach Shibuya. Tags darauf (=heute) wollte ich ein paar Freunde wieder sehen und meinen Geburtstag ein bisschen vorfeiern, also habe ich dort im Sweets Paradise Plätze reserviert. Das „Sweets Paradise“ ist ein All-you-can-eat-Restaurant, wo es, wie der Name schon sagt, hautpsächlich Süßes gibt. Eis, Schokolade, Kuchen, Kuchen, Kuchen ^^.
Und natürlich wieder mit Koffer im Schlepptau, denn viel Zeit war auch nicht mehr, bis ich mich mit Yurie in Shinjuku treffen wollte. Satsuki kam zur selben Zeit in Shinjuku an (16:00 Uhr) und abends, 19:00 Uhr, haben wir noch Shu und Chu getroffen und sind gemeinsam ins Izakaya gegangen. (Katrin: Shu ist jetzt wirklich wieder ganz der Alte. ^^) Wir haben eine halbe Ewigkeit dort gegessen und erzählt und zwischendurch wieder einen Haufen alberne Fotos geschossen, von denen ich hier ganz sicher keins zeigen werde ;). Halb zwölf waren wir zu Hause bei Yurie.
Ah, und zwischendurch wurden Purikura geschossen! Kurz bevor wir Shu und Chu getroffen haben.

(vlnr: Yurie, Satsuki, ich)

Heute morgen war das Aufstehen noch ein wenig schwieriger als am Tag davor, weil der Jetlag trotz ereignisreichem Freitag immer noch nicht richtig weg war. Keine Ahnung, ob ich die Nacht überhaupt geschlafen habe. Müde war ich jedenfalls erst am Morgen, als es eigentlich Zeit zum Aufstehen wurde. Aber insgesamt wurde es trotzdem ein richtig toller Tag.
Yuries Eltern müssen auch Samstags arbeiten und waren deshalb beide schon außer Haus, sodass wir nur zu zweit gefrühstückt haben. Den Vormittag über hat sie mir ihre Wohngegend ein wenig gezeigt, ich hab noch ein bisschen was in der Drogerie gekauft und eine Bluse fürs Praktikum im Uni Qlo bekommen. In der Nähe war auch noch ein Book Off, wo ich dank Yuries Beratung noch drei neue Bücher kaufen konnte, die recht interessant klingen ^^. Außerdem hat sie mir erklärt, was die 上 (oben), 中 (Mitte) und 下 (unten) bedeuten, die manchmal auf den Buchrücken stehen. Ich dachte bisher, das sind unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, je nachdem, wie viele Kanji der Leser kennt. Völlig falsch. Die Zeichen stehen für mehrreihige Bücher, also Band 1, 2 und 3. Wenn es nur 2 Bände gibt, wird das mittlere Kanji weggelassen und man benutzt nur das erste und letzte.
14 Uhr habe ich mich mit ein paar Freunden in Shibuya getroffen. Ursprünglich habe ich 7 Leute gefragt, ob sie kommen wollen, nur dummerweise war ich am Abend zuvor ja so spät zu Hause, dass die Hälfte von denen meine Nachricht zu den genauen Treff-Informationen nicht mehr gelesen hat und wir am Ende zu viert ins Sweets Paradise gegangen sind: Martina (Japanologie Halle), Ayaka (Freundin von der Sophia Uni) und: Kiyohiko! (Vor zwei Jahren über den Tandem-Austausch kennen gelernt und auch während des Auslandsjahres öfters getroffen) Dass sogar die beiden kommen konnten, war echt große Klasse. (Franzi: Kiyo hat sogar noch Kontakt mit Ryuichi! *lach*)
Die folgenden 1 ½ Stunden haben wir uns erst mal den Bauch vollgeschlagen mit allem möglichen Süßkram. Kiyo, Ayaka und Martina kannten sich vorher nicht, haben sich aber auch alle super verstanden, sodass es echt lustig war.
Im Anschluss wurden wieder Purikura-Bilder gemacht.





(links: Kiyo, Ayaka, rechts: Martina, ich)

Von meiner Freundin, die ich am Vortag verpasst hatte, hab ich auch noch mal eine Nachricht bekommen. Sie ist extra noch mal von Ginza nach Shibuya gekommen, um mir das Buch zu geben ><. Hat was gut bei mir.
Dann das nächste kleine Highlight des Tages: Karaoke! Richtiges Karoke, zum ersten Mal seit sechs Monaten! Es war einfach klasse ^^. Wir waren zwar nur 1 ½ Stunden, aber für den Anfang reicht das ja auch. 20:30 Uhr habe ich mich wieder mit Yurie an ihrem Bahnhof getroffen und dann gemeinsam mit ihren Eltern Abendbrot gegessen. Bei Yurie kocht der Vater das Essen, was für japanische Familien ziemlich untypisch ist. Aber auf alle Fälle war es unheimlich lecker und viel.



So viel erst einmal zu meiner Ankunft in Tokyo. Von meinen ersten Eindrücken in Fukuoka (Stadt: Izuka-shi) berichte ich heute Abend, denn Herr Shimada, Leiter der Schule, bei dem ich das Praktikum mache (und derzeit wohne), hat mir angeboten, mir die Stadt zu zeigen. ^^

Kommentare:

xfranczeskax hat gesagt…

Achje, habt ihr Kiyo wieder ins Karaoke geschleppt?^^° Aber sagt mal...habt ihr was an den Augen geändert???? Die wirken so...groß?
Aber is ja geil, dass er noch Kontakt mit Ryuichi hat. XD

Zephyr hat gesagt…

Nee, Kiyo ist sogar ganz FREIWILLIG gegangen! Vorschlag kam von Martina ursprünglich. Und als ich meinte, ich hätte zwar nix dagegen, will Kiyo aber nicht schon wieder gegen seinen Willen hinschleppen, meinte er, es wär okay, denn seit Hokkaido war er auch ewig nicht im Karaoke *lach*.

Ja, die scheinen wieder neue Filter zu haben. Die Augen sind gruselig ><. Yurie und Sacchan gefällts auch nicht mehr so sehr wie früher. Sieht aus wie Puppen.