Donnerstag, 26. März 2009

Ferien & Volleyball-Gasshuku

Seit dem Eintrag vom Deutsch-Gasshuku ist schon wieder einiges an Zeit vergangen, aber vom Volleyball-Gasshuku, bei dem ich bis vor kurzem auch noch war, ist jetzt auch nicht so viel passiert jeden Tag.
Inzwischen habe ich mir aber auch angewöhnt, im Groben aufzuschreiben, was ich so gemacht habe, damit ich nicht immer die Hälfte vergesse. Daher hier jetzt mal eine ganz chronologische Schilderung der Ereignisse:

Am Freitag, 13.3., war ich zum ersten Mal bei einem Turnier meines Volleyball-Zirkels mit dabei. Ursprünglich hieß es, an dem Tag würde nur geübt, und dementsprechend aufgeregt war ich, als ich mehr oder minder vor Ort erfahren habe, dass das ein kleines Turnier wird. Ich bin ja nach wie vor noch ein ganzes Stück schlechter als der Rest des Teams, da die meisten schon wesentlich länger trainieren als ich, aber zum Glück war ich nur bei zwei Spielen im Einsatz (meine Position ist doppelt belegt, daher wechselt die Besetzung immer) und ich hab mich zumindest einigermaßen halten können. Puh.
Das Tolle an dem Tag: Ich hab extra für das Spiel auch ein Mannschafts-Trikot bekommen :D! Und die sehen sooooooo toll aus! Da habe ich mich echt gefreut, dass ich dann auch eins bekommen habe ^^.

(Trikot von hinten)

(Trikot von vorn)

Ich kann das Shirt auch erst mal behalten, war schließlich auch nicht das letzte Spiel, was bis zum Sommer noch ansteht. Aber ob ich es danach wieder abgeben muss, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich schon, immerhin habe ich es nicht gekauft.

Am Samstag, 14.3., war bis auf Ninjutsu-Training am Abend eigentlich nichts los, dafür war der Sonntag (15.3.) recht schön. Ich bin nach Yokohama gefahren und hab Franzi im Wohnheim besucht, weil ihr Laptop Probleme bereitet hat und wir gucken wollten, ob wir das irgendwie mit 'ner Formatierung in den Griff bekommen. An sich hätte Franzi das auch allein geschafft, allerdings ist ihre CD fürs Betriebssystem auf Russisch. Das kann ich zwar auch nicht wirklich, aber wenigstens kann ich die kyrillischen Buchstaben lesen. Zum Raussuchen der vielen unbekannten Wörter hab ich gleich noch meinen Laptop mitgebracht und bei ihr ans Internet angeschlossen und so haben wir es am Ende dann gemeinsam hinbekommen, das neue Betriebssystem draufzuspielen. Schade nur, dass die Probleme davon nicht weggegangen sind. Muss wirklich einen ziemlich gemeinen Hardware-Schaden haben, der Lappi. Er funktioniert zwar noch, aber irgendwie immer nur dann, wenn er grad Lust hat. Wobei Franzi inzwischen den ein oder anderen Trick gefunden hat, wie sich ein paar der Macken umgehen kann. Hoffentlich hält der Laptop noch bis zum Sommer. Hier einen neuen zu kaufen ist jedenfalls blöd, weil die ja mit japanischem Betriebssystem sind und da versteht man gleich mal gar nichts mehr.
Abends sind wir dann jedenfalls noch bei ihr in der Nähe im Kaiten-Sushi-Restaurant essen gewesen. Kaiten-Sushi ist das, wo man um eine Art Fließband drumrum sitzt und sich von diesem Band die Teller mit den gewünschten Sushi-Sorten runternimmt, die immer an den Gästen vorbeifahren. Je nach Tellerfarbe kostet das, was drauf ist, unterschiedlich viel, also gucken, was man sich da runter nimmt. Anhand der Teller, die man im Verlauf des Essens so sammelt, wird am Ende auch der Preis berechnet.

Am Montag, 16.3., hatte ich wieder Volleyball-Training, diesmal aber wirklich nur Training und kein Turnier. Jetzt, wo das Semester bald wieder losgeht, wird in den Zirkeln wieder intensiv geübt, vor allem weil man während der Unterrichtszeit ja nie einen ganzen Tag frei hat, um auch mal länger üben zu können. Ich hatte am selben Tag allerdings auch noch wegen meinem Nebenjob zu tun und musste eher weg. Das hab ich unserer Teamleiterin allerdings erst gegen Anfang des Trainings gesagt, wofür ich später 'ne ziemlich böse E-Mail bekommen hab >.< . Dass ich, auch wenn ich mit dem Nebenjob und ähnlichem sehr beschäftigt bin, besser aufpassen soll, zum Training und ähnlichem kommen zu können, weil ich Teil des Teams bin und die anderen dadurch auch von meiner Mitarbeit abhängig sind und ähnliches. Ich war ziemlich erstaunt, dass die Gruppenleiterin da so hart durchgegriffen hat. Klar, bei den anderen macht sie das mit Sicherheit genauso, sind ja schließlich Japaner und da ist die Gruppenzugehörigkeit wirklich enorm wichtig. Aber mit mir als einziger Ausländerin im Team hatte ich nach wie vor so ein bisschen das Gefühl, dass ich 'ne Art Sonderstellung hab, nicht nur dahingehend, dass sie mit mir nicht so streng sind, sondern eher, dass ich mehr Ersatz als vollwertiges Mitglied bin. Daher hat mich die Mail vor allem deshalb überrascht, dass ich doch so voll mit einbezogen werde. Und letztlich bin ich echt froh, wenn die anderen so denken. Muss dann halt in Zukunft nur besser aufpassen. Für den Abend hab ich mir dann endlich mal vorgenommen, ein bisschen Japanisch zu wiederholen, schließlich geht das neue Semester bald los, aber irgendwie kamen permanent E-Mails aufs Handy und ich war stundenlang nur am Zurückschreiben. Als ich dann irgendwann unverrichteter Dinge ins Bett gefallen bin, hab ich mich auch gefragt, seit wann die japanische Handy-Krankheit wohl auf mich abgefärbt hat. Normalerweise bin ich ja die letzte, die ihr Handy griffbereit hat und auf irgendeine Nachricht rechtzeitig reagiert. Ist schon komisch hier in Japan.

Dienstag, 17.3., war der letzte freie Tag vorm Gasshuku und Franzi und ich wollten uns noch mal mit ein paar von unseren Japanern treffen und Eislaufen gehen. Letztlich sind nur Kiyohiko (den wir seit letztem Winter kennen) und Ryuichi (vom Gasshuku) gekommen, aber es war auch so sehr lustig. In der Nähe von Takadanobaba, wo Tina wohnt, gibt es einen Eisring, wo man den ganzen Tag für 1300 Yen (9,85€) fahren kann, d.h. es lohnt sich, ein bisschen länger da zu bleiben. Schuhe noch mal 500 Yen (4,80€), geht eigentlich auch noch - für japanische Verhältnisse. Auch wenn ich diesmal ein bisschen Pech mit den Schuhen hatte und meine rechte Kufe schon total blank gelaufen war, dadurch bin ich dauernd weggerutscht. Wirklich viel mit schnell fahren war daher nicht.
Franzi, Ryu und Kiyo waren aber auch echt gut. Grad bei Kiyo war ich erstaunt. Er meinte, er war seit ca. 10 Jahren nicht mehr auf dem Eis. Dafür hat er sich verdammt schnell eingewöhnt!
Der Hunger hat uns im Anschluss nach Shinjuku in ein Okonomiyaki-Restaurant verschlagen. Nebst den üblichen Okonomiyaki gabs diesmal auch einmal Monja, das ist vom Inhalt her so ähnlich, aber mit viel Flüssigkeit, weshalb es auch etwas anders zubereitet wird. Aber lecker wars wieder =^-^= .
Eigentlich hätte ich an dem Tag mal eher ins Bett gehen sollen, weil ich wegen des Volleyball-Gasshukus am nächsten Tag eher raus musste, aber wie das immer so ist, wenn man mal mit Freunden weg ist, hat man natürlich keine Lust, nach Hause zu gehen. Hatten die anderen drei auch nicht. Also sind wir noch mal ein bisschen ins Karaoke gegangen *lach*. Ein wenig hatte ich dann schon ein schlechtes Gewissen, weil Kiyo eigentlich nicht gern ins Karaoke geht, aber ein bisschen was hat er für sich dann auch gefunden =).
Kiyo und Ryuichi kannten sich übrigens vorher noch gar nicht, Franzi und ich kennen sie ja von unterschiedlichen Gelegenheiten. Angesehen hat man das den beiden allerdings gar nicht, die haben sich schon nach den ersten fünf Minuten festgequatscht *lach*. Da waren Franzi und ich schon erleichtert. Wär nicht halb so lustig geworden, wenn die zwei nicht auf einen Nenner gekommen wären. Wobei keiner von beiden übermäßig schüchtern ist, daher war die Gefahr auch relativ gering.
Kiyo hat jetzt übrigens auch sein Studium beendet und wird Anfang April nach Hokkaido ziehen, wo er eine Art Betriebspraktikum für seine zukünftige Arbeit machen wird. Eine Gelegenheit für ein Treffen haben wir wahrscheinlich noch, aber dann sehen wir ihn so schnell erst mal nicht wieder T_____T.

Am Mittwoch, 18.3., blieb die erwartete Müdigkeit nach dem langen Vortag natürlich nicht aus, aber zumindest habe ich es ohne Umwege bis nach Mobara (Chiba-ken) geschafft, wo sich unser Volleyball-Zirkel getroffen hat. Dort hatten wir für die nächsten vier Nächte Reservierungen in einem Hotel, das sich scheinbar schon auf Gruppen wie die unseres Sport-Gasshukus spezialisiert hat. Gleich hinter dem Hotel gab es eine große Turnhalle, wo wir jeden Tag trainiert haben.

(2/3 der Turnhalle. Rechts daneben war noch ein Spielfeld)

(Pausen-Bereich der Mädels. Die Jungs waren auf der anderen Seite)


Und auch sonst gab es in einiger Entfernung weitere Sportplätze, z.B. für Tennis, wo andere Gruppen trainiert haben, die ebenfalls bei uns im Hotel waren. Die mit dem weitesten Anreiseweg kamen sogar aus Hokkaido!
Aber zurück zum Volleyball. Unser Alltag sah in etwa so aus:
Morgens halb acht zum Frühstück...okay, zehn vor halb für die Leute aus meinem Zimmer und mich. Die Zimmer wurden nach Studiendauer aufgeteilt, die älteren (2. Jahr) in ein Zimmer, die jüngeren (1. Jahr) in das andere. Da ich im Volleyball noch Anfänger bin, war ich mit bei den "Erstis" im Zimmer (obwohl ich eigentlich die älteste bin *lach*. Aber war lustig da drüben). Bei den Jungs war die Aufteilung genauso. Und Aufgabe der Erstis war es, vor dem Frühstück, Mittag- und Abendessen die Tische zu decken, also haben wir uns immer schon etwas eher los gemacht. Die älteren kamen dann mehr oder minder punkt halb acht und wenn der Zirkelleiter das Essen eingeleitet hat ("Itadakimasu!"), durften alle anfangen. Nach dem Essen hat er die Runde auch wieder beendet ("Gochisousama deshita") und die, die fertig waren, konnten gehen. Jedenfalls die im 2. Jahr. Die aus dem ersten haben wieder abgeräumt.
Das erste Training begann dann 9:00 Uhr und dauerte bis 11:30 Uhr, ab 12:00 Uhr gab es dann Mittagessen und Pause bis 14:00 Uhr. Anschließend kam die zweite Trainingseinheit bis ca. 17:30 Uhr (damit haben wir am Tag unserer Ankunft übrigens begonnen. Wir waren ja gegen 13:00 Uhr am Hotel, haben unsere Zimmer bezogen, Sportsachen angezogen und sind nach kurzer Pause schon rüber in die Turnhalle).
Abendessen gab es 18:00 Uhr und von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr war wieder Training. Zugegeben, am 3. und 4. Tag fiel das Training am Abend aus, da war dann einfach nur Freizeit bzw. Abschluss-Party angesagt, aber insgesamt hat es trotzdem ganz schön geschlaucht. Natürlich hat es auch Spaß gemacht, so viel Zeit mit den Leuten zu verbringen, und vor allem diesmal, als einzige Deutsche weit und breit, habe ich wirklich fünf Tage nur Japanisch gesprochen sodass ich nebst Volleyball auch ziemlich viel Japanisch geübt habe. Aber es war deutlich anstrengender als das Deutsch-Gasshuku. Und von der Atmosphäre wesentlich japanischer. Beim Deutsch-Gasshuku haben sich alle geduzt, sogar die Lehrer, da hat niemand aufs Alter geguckt, aber hier wurde, außer bei der Party und innerhalb der Mannschaften, wirklich streng unterschieden zwischen "Sempai" (den älteren) und "Kohai" (den jüngeren Studenten). Da merkt man dann die Überreste des traditionellen japanischen Denkens durch, die wichtigkeit hierarchischer Strukturen. Auch wenn das an der Uni bei weitem noch nicht so stark ausgeprägt ist wie z.B. später im Beruf.

(Das war übrigens unser Zimmer, im traditionell japanischem Stil, wo wir eigentlich nur zum Schlafen waren.)

(Und dementsprechend sah es da auch aus ;) )

(Drei meiner Zimmergenossinnen, v.l.n.r.: Anna (ja, so heißt sie wirklich!), Nanako, Natsumi. Es fehlen noch: Oneli und Paku)

Am Sonntag, 22.3., ging es bereits gegen 10:00 Uhr wieder zurück nach Hause. Ich hätte also kurz nach Mittag wieder in Myogadani sein können. Wenn ich mich nicht verfahren hätte.
Normalerweise hält an einem Gleis in Tokyo genau eine bestimmte Zuglinie in eine bestimmte Richtung. Hin und wieder hat man für dieselbe Strecke auch Schnell- oder Bummelzüge, da muss man dann gucken, welchen man erwischt bzw. braucht (nicht, dass der Schnellzug an deiner Haltestelle gar nicht hält). Jedenfalls wollte ich ab Chiba die Sobu-Line, rapid (also den Schnellzug) bis zum Tokyo-Bahnhof nehmen. Kurz auf die Tafel geguckt, stimmte, rein in den Zug, fertig. Was mir dabei entgangen ist: An diesem Gleis hielt ausnahmsweise nicht nur die Sobu-Line, Rapid (zwar auch, das hab ich ja vorher überprüft...), sondern auch die Sobu-Line, Local (=Bummelzug). Obwohl die Sobu-Line, Local auch noch mal von einem ganz anderen Gleis separat abgefahren ist, das hab ich ebenfalls zwischenzeitlich auf den Schildern gesehen. Allerdings muss die auf dem anderen Gleis ausgeschilderte Sobu-Line, Local wohl die gewesen sein, die nach Tokyo fährt. Der Rapid an meinem Gleis fuhr da zwar auch hin, aber zwischendrin fährt halt immer mal noch der Local in die genau entgegengesetzte Richtung. Ja, und das war das kleine, nicht ganz unbedeutende Detail, das ich übersehen hatte. Bis ich nach knapp 50 Minuten plötzlich am Naruto-Bahnhof irgendwo in der Pampa war und nicht am Tokyo-Bahnhof o_O . Und das war wirklich tiefstes Hinterland. Da fuhren auch nur 3, 4 Bahnen die Stunde, sodass ich gleich noch 'ne viertel Stunde warten musste, bis der Zug zurück fuhr (innerhalb Tokyos undenkbar. Da fahren die Bahnen mindestens alle 5 Minuten), wieder 50 Minuten rumgegondelt, bis ich nach zwei vollen Stunden wieder am Ausgangspunkt meiner Irrfahrt, dem Chiba-Bahnhof stand. Noch mal 20 Minuten gewartet und ENDLICH den richtigen Rapid-Zug nach Tokyo erwischt. Fast 3 Stunden später als geplant war ich dann auch zu Hause...

Daheim wurde ich dann übrigens nur von Buchi, der Hauskatze, begrüßt, und bis heute Abend sind wir noch zu zweit hier, dann kommt die Gastfamilie wieder. Es gab einige Angelegenheiten mit dem Familiengrab auf Okinawa, wo mein Gastvater ja herkommt, weswegen alles mit Kind und Kegel am 22. dort hingereist ist. Zum Glück bin ich im Verlauf des Tages ja wieder zurück gekommen, sodass Buchi auch nicht so lange allein war.

Am Montag, 23.3., habe ich endlich meine in Japan noch ausstehende Geburtstagsfeier nachgeholt und mich mit ein paar Freunden in Akasaka getroffen. Mit von der Partie war auch - lang, lang ist's her - der Toshi :D! (Da ist nur leider das Foto nicht so toll geworden...)

Sowie Waku (mit Franzi. Und Toshis Hand incl. Lutscher. Hab Brandon nachträglich zum Gebu noch welche aus Deutschland mitgebracht und er hat sie gleich 'ne Runde spendiert)

(Brandon, Sachiko)

(und natürlich Franzi, Katrin und Tina)

(Ja...geschenkt haben mir die Verrückten auch was. Die Mandel-Pralinen sind von Toshi, das Album (Remioromen - Best of) und der Anhänger an dem Nintendo DS-Lite (dazu gleich mehr) von Franzi, Katrin und Tina. Außerdem: einen Blumenstrauß von Sachiko und Brandon hat mich später zum Kaiten-Sushi eingeladen)

(Der süße Katzen-Anhänger noch mal in Nahaufnahme)

Ich hatte ursprünglich vor, mit allen in ein Café zu gehen und da einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen, aber am Ende wurde es schon beim Treffen spannend. Die harmlosesten Mails von den meisten so kurz vor drei waren: "Tut mir Leid, ich komm ein bisschen später!" Am besten war aber Brandon, der meinte: "Wie, du feierst doch heute?" *lach* Ich frag mich, wie er auf die Idee gekommen ist. Ich hätte doch Bescheid gesagt, wenn es nicht geklappt hätte... Aber er hat sich dann auch gleich auf den Weg gemacht ;).
Alle anderen waren natürlich inzwischen da, also sind wir voraus gegangen. Brandon kannte den Ort ja, er hatte ihn mir ja empfohlen (mit ca. 8 Leuten irgendwo gemeinsam sitzen zu wollen ist sonst beinah unmöglich, deshalb hab ich ihn um Rat gebeten). Das Café hat sich dann allerdings eher als Nachtbar entpuppt und erst 19:00 Uhr geöffnet. Auf der Suche nach einem richtigen Café, das auch geöffnet UND Platz für uns alle hatte, sind wir dann irgendwann Brandon über den Weg gelaufen und gemeinsam in ein Eiscafé gegangen, wo wir kostenlos einen schief singenden Entertainer hatten, der ein Ständchen nach dem anderen gesungen hat und dauernd an unseren Tischen herumgeschlichen ist, aber ansonsten war es sehr gemütlich dort =).
Tina und Katrin sind im Anschluss dann schon gefahren, wurde eh schon dämmrig, Toshi musste auch los, der hatte noch Schlagzeug-Unterricht, der Rest von uns ist weiter nach Shibuya gefahren, wo wir uns nach ewiger Unentschlossenheit für Kaiten-Sushi entschieden haben und danach noch mal kurz für zwei Stunden ins Karaoke gegangen sind.

Am Dienstag, 24.3., hab ich Lars, einen Kommilitonen vom Japanisch-Kurs daheim, der von jetzt an ein Jahr in Japan studieren wird, ziemlich abenteuerlich vom Flughafen abgeholt. Abenteuerlich wurde es bereits beim Aufstehen, denn als ich das erste Mal die Augen aufgemacht hab, war es 9:20. Und gegen 9:30 hätte ich so langsam losfahren müssen, um pünktlich zu sein. Verdammt. Und am Wecker hat es nicht gelegen, der hat pünktlich geklingelt, als ich hätte aufstehen sollen. Allerdings hab ich vergessen, den Ruhe-Modus rauszunehmen, sodass der Hinweis zum Aufstehen stumm an mir vorbei gezogen ist. Aber ich habe es zum Glück in Rekordzeit, ohne Frühstück allerdings, mit nur leichter Verspätung zum Bahnhof geschafft und demnach auch in Ueno die Keisei-Line noch erwischt, die mich bis zum Flughafen gebracht hat. Dort an den Kontrollen gabs gleich den nächsten Schreck: Passkontrolle. Und deiner liegt zu Hause im Schrank (ich schlepp so ein wichtiges Dokument schließlich nicht den lieben langen Tag mit mir herum). Aber auch mit meiner Ausländerregistrierung bin ich problemlos durch gekommen. Drei Kreuze. Und als ich dann die Anzeigetafeln gesehen hab, hab ich gemerkt, dass das Verschlafen absolut kein Problem gewesen wäre. Lars Flug wurde um fast 1 1/2 Stunden verschoben. Genauso wie ein Großteil aller anderen Flüge. Einige sind sogar gecancelt worden. Da war was los! Also noch eine Stunde Zeit totgeschlagen und gewartet, aber wenigstens gab es mal Sitzplätze. An Bahnhöfen z.B. sucht man die manchmal vergeblich.
Lars habe ich dann auch gleich gefunden und er meinte, da ist gestern Nacht eine Frachtmaschine leicht verunglückt und hat damit für Chaos gesorgt.
Wir haben gleich eine PASMO-Karte für ihn besorgt, damit er bequem Bahn fahren kann, und sind wieder zurück nach Tokyo, bis zum Asakusabashi-Bahnhof, wo irgendwo sein Hostel sein sollte. Das war allerdings so gut versteckt, das wir es allein letztlich doch nicht gefunden hatten. Und die Japaner in der Nähe kannten das alle nicht. Wir hatten aber Glück im Unglück und sind irgendwann auf Matt (Kanada) gestoßen, der am Vormittag desselben Tages angereist ist und ebenfalls in das Hostel wollte. Und er hatte es bereits gefunden und konnte uns dann den Weg zeigen. Das eigentliche Einchecken ging aber erst 16:00 Uhr los, also in einer halben Stunde, deshalb sind wir noch mal ein bisschen in der Gegend rumgelaufen und haben was gegessen. Endlich Frühstück! Ich war am Verhungern...
Beim Check-in gab es noch mal ein Problem, irgendwie muss mit der Reservierung etwas durcheinander gekommen sein, sodass für Lars am Wochenende wohl kein Zimmer mehr frei ist. Aber falls er dann echt raus muss, finden wir schon was für die letzten zwei Tage. Danach ist er ebenfalls in einer Gastfamilie und kann sich erst mal einleben.
Nun zum DS Lite, der auf dem Bild weiter oben schon mit drauf war. Den habe ich mir im Anschluss an Lars' Einchecken dann endlich geholt :D. Bin mit ihm zusammen noch mal nach Akihabara rüber, das liegt auf dem Weg, er hat gleich ein bisschen was von einer von Tokyos wichtigsten Vierteln gesehen und ich habe im Book-Off eben den DS für 12.000 Yen (ca. 90 €) bekommen ^^. Incl. Zelda - Phantom Hourglass. Obwohl es viel Text hat (klar, Zelda-Reihe eben. Sind halt Rollenspiele), lässt es sich gut lesen und hilft gleich noch etwas beim Lernen, denn die Kanji, die in den Dialogen vorkommen, kann man mit einem Stift berühren, um die Lesung zu sehen. Und das lässt sich im Online-Wörterbuch dann sehr schnell nachschlagen, sodass man nebenbei wirklich noch was lernen kann. Davon mal abgesehen ist es von der Story her bisher auch sehr interessant. Aber besonders weit bin ich noch nicht.

Gestern (Mittwoch, 25.3.), hatte Linda, eine Freundin, die Franzi und ich schon vom Deutsch-Gasshuku letzten Jahres kennen, ihre Uni-Abschlussfeier. Generell ist jetzt gegen Ende März die Zeit, wo die ganzen Absolventen ihren Abschluss erhalten und ab April dann mit arbeiten beginnen. Oder in Lindas Fall mit einem Auslands-Studium in Frankreich für voraussichtlich vier Jahre. Hiromi, eine andere Freundin vom Gasshuku, hatte jetzt im März auch ihre Abschlussfeier und sie ist kurz darauf nach Deutschland aufgebrochen, zwei Jahre Master-Studium in Jena. Leider konnten wir ihr an dem Tag nicht persönlich gratulieren, aber wenigstens zu Lindas Abschluss haben Franzi und ich es geschafft, uns noch mal kurz mit ihr zu treffen.
Zu Lindas Namen vielleicht: Sie heißt eigentlich Makiko Hayashida, aber ihr Nachname (Hayashida) kann auch "rinda" gelesen werden, deshalb hat sie so einen deutsch klingenden Spitznamen.

(Diese traditionelle Kleidung ist ein Hakama und wird heutzutage oft bei den Uni-Abschlussfeiern von Frauen getragen, weil er an die frühere Uniform der Studentinnen angelehnt ist)

(Franzi, Linda, ich)

(Und noch mal eine ganze Reihe Absolventinnen aus Lindas Jahrgang. War wirklich ein toller Anblick!)

Im Anschluss haben Franzi und ich spontan beschlossen, dass sie den Rest des Tages bei mir verbringt und wir ein bissschen zusammen lernen (und vorher noch einkaufen, damit wir abends was zu essen hatten). Und wir haben sogar einiges geschafft. Franzi hat gut die Hälfte meines Grammatik-Buchs, mit dem ich für die japanische Sprachprüfung lerne, halb überflogen, halb durchgearbeitet und ich hab ca. 70 alte Kanji im Buch wiederholt, wo ich zum Teil immer noch die ein oder andere Lesung nicht kannte. Gegen 20:30 Uhr gab es Yaki-Soba (gebratene Soba-Nudeln) zum Abendessen und anschließend sind wir noch mal los, Brot kaufen, was ich vorher vergessen hatte. Es war nämlich nichts mehr zum Toasten für den nächsten Morgen im Haus.
Nachts haben wir uns noch einen Ghibli-Film, Kurenai no Buta (dt. Titel: "Porco Rosso") angesehen. Gegen 11 sind wir dann heute endlich aufgestanden, haben gefrühstückt und gegen 12:30 Uhr hab ich Franzi dann zum Bahnhof gebracht.

Hm...ich nehme es mir zwar jedes Mal vor und schaffe es am Ende doch bloß wieder nicht, aber ich versuch, beim nächsten Mal eher zu schreiben, damit der Eintrag nicht wieder so lang wird ^^.

Kommentare:

electric bicycle hat gesagt…

You're all cool!!

Ahiku hat gesagt…

@.@ alles durchgelesen hat

Franziska hat gesagt…

Boah, bissu gut. Hab immer noch nicht den Post übers Gasshuku geschrieben....schxxx