Dienstag, 9. Dezember 2008

Maid-Café und Plätzchen

Wie der ein oder andere wohl bereits ahnt, geht es mal wieder ums Wochenende. Und am Samstag haben wir (=Brandon, Rakel (Schweden)+deren Freund, Katrin und ich) uns endlich einmal in ein Maid-Café gewagt. Für die, die mit dem Wort gar nichts anfangen können: Das ist ein Café, in dem alles super niedlich gestaltet ist. Die Kellnerinnen tragen hübsche Kleider, an den Wänden findet man öfters Tier- oder Disney-Bilder, generell ist alles recht farbenfroh gehalten und sogar das Essen wird mit Gesichtern verziert. Zudem sprechen und bewegen sich die Kellnerinnen auch in einer Form, die nach japanischen Maßstäben wohl als "niedlich" bezeichnet wird. Für Europäer kann das recht erschreckend sein (weshalb bisher auch keiner allein in solch einem Café war ^^) und der Großteil der normalsterblichen Japaner meint ebenfalls, dass das echt schräg ist, aber hey, wenigstens EINMAL sollte man so etwas doch erlebt haben während eines Auslandsaufenthaltes! Und so schlimm wie befürchtet war es am Ende gar nicht. Eigentlich richtig witzig. Die Kellnerin ist nicht so übertrieben um uns herumscharwenzelt und hat auch nicht in trommelfellberstend hohen Tönen gesprochen.
Jeder hat sich dort also eine Kleinigkeit bestellt, wobei die Eisbecher am beliebtesten waren. Die gab es nämlich als Hasen-, Bären- oder Löwengesicht zurecht gemacht. Sah echt niedlich aus.

Noch ereignisreicher war allerdings der Sonntag, an dem Franzi, Tina und Katrin bei meiner Gastfamilie zum Plätzchenbacken verabredet waren. Vier Personen, fünf Rezepte, gute sechs Stunden Dauerbacken mit gerade mal einem Blech und - mal wieder - der allseits beliebten Mikrowelle (dank Ofenfunktion). Die hat ihre Sache auch ganz gut gemeistert.


Leider Gottes hatten wir keine Weihnachtslieder parat, die die Stimmung vollendet hätten, also haben wir kurzerhand selbst ein paar Lieder angestimmt. Da uns in Sachen Weihnachtsmusik aber schnell die Ideen ausgingen und sowieso jeder irgendwelche Ohrwürmer von japanischen Lieder hatte, hab ich dann meinen Laptop ins Wohnzimmer geholt, der uns die nächsten Stunden mit japanischer Musik, später dann ein wenig die ärzte und Die toten Hosen unterhalten hat. Sehr weihnachtlich halt ;). Aber bei der Stimmung im Wohnzimmer hat das schon gepasst. Ich hoffe nur, wir waren nicht so laut, dass unser Gesinge meine Gastfamillie (der sich größtenteils schaurig ins obere Stockwerk zurückgezogen hat) allzu sehr gestört hat.

Aber man sieht, wir waren auch sehr fleißig. Na ja, mit fast 1,5 kg Mehl ist man auch sehr beschäftigt.


Und kreativ waren wir auch! Die interessante Teigfarbe kam dadurch zustande, dass wir einen Teil von Franzis zwei Teigsorten (der eine halt mit Schoko) noch einmal miteinander verknetet haben.

Das Resultat waren dann diese fünf stattlichen Kästen.

Und wir waren am Ende echt fertig, aber glücklich. Einmal im Jahr muss Plätzchenbacken schon sein!
Die ersten Portionen konnten Katrin und ich auch schon bei unseren Freunden aus dem Japanisch-Kurs verteilen. Bis jetzt hat es jedem geschmeckt.

Meine Gastmutter hat Franzi und Katrin nach dem Backen dann gleich noch zum Abendessen eingeladen. Tina musste sich leider etwas beeilen, weil sie sich an dem Abend noch mit anderen Freunden getroffen hatte, sonst hätte sie auch zum Essen bleiben können. Es gab Borschtsch (hat mich an Soljanka erinnert), sehr lecker!

Heute war bei mir an der Uni eine Weihnachtsfeier, zu der ich ursprünglich auch gehen wollte, allerdings hatte keiner meiner Freunde hier seine Einladungskarte dabei und da ich nicht allein gehen wollte, wurde spontan entschieden, dass wir uns in ein Café setzen und zusammen lernen und Hausaufgaben machen. Hat sich sogar ganz gut gemacht (obwohl wir anfangs echt viel gequatscht haben), ich hab sowohl meinen Aufsatz für morgen als auch zwei Arbeitsblätter für den Kanji-Unterricht am Freitag fertig bekommen. Und die zwei kleinen Gespräche der aktuellen Lektion mit Katrin etwas durchsprechen können, denn morgen wird das wieder bewertet.

Morgen ist wieder Tabehodai in dem preiswerten Restaurant vom letzten Mal angesagt! Und zum Abend gehen die anderen wieder Monja essen - in einem Restaurant in der Nähe meiner Gastfamilie, nur dummerweise machen sie das schon wieder an einem Mittwoch, wo ich, wie fast jede Woche, Volleyball hab. Können die das nicht mal auf einen anderen Tag verlegen T_T?

Ausnahmsweise ist der Abend bei mir noch relativ jung (erst halb elf), sodass ich jetzt noch Zeit habe, ein bisschen Brisingr (aus der Reihe von Eragon) zu lesen. Letzte Woche habe ich mir den dritten Band endlich gekauft!

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