Freitag, 19. Dezember 2008

Erlebnis-Achterbahn

Ich habe schon ewig nicht mehr so viele unterschiedliche Gefühle verspürt wie in den letzten vier Stunden, in denen ich mit Katrin, Brandon (Malaysia), Sachiko (Jap/Deu), Robert (Deu), Rakel (Schweden)+deren Freund in Korakuen unterwegs war. Das ist übrigens ein Stadtteil ganz in meiner Nähe, wo sich auch der Tokyo-Dome befindet, den einige vielleicht kennen werden.

Die ersten (Katrin, Sachiko, Rakel, ich) haben uns dort kurz nach sieben getroffen, um gemeinsam essen zu gehen. Brandon hatte noch seinen Koto-Kurs und kam später, Robert und Rakels Freund hatten ebenfalls noch zu tun zu der Zeit. Der ursprüngliche Plan war Monja-essen (für Details bitte die Google-Bildersuche nutzen), allerdings haben wir in dem Laden dann spontan mit Okonomiyaki angefangen, dann ging es weiter mit Yaki-Soba (gebratene Nudeln) und anschließend war ich satt. Schade, dabei hab ich Monja schon so lang nicht mehr gegessen T_T.
Eine Stunde später, wir vier waren mit dem Essen schon mehr oder minder fertig, kamen Brandon und Robert dann auch kurz nacheinander, Rakel hingegen hat sich erst mal verabschiedet, um sich mit ihrem Freund zu treffen.

Richtig interessant wurde es eigentlich erst nach dem Essen: Wir wollten dann zu den Arcades gehen und DDR spielen (sehr beliebtes Tanz-Spiel hier, war ich bisher auch noch nicht), aber als wir den Ort endlich gefunden hatten, durften wir feststellen, dass bereits geschlossen war. Hat aber niemanden so wirklich gestört. Vor allem Katrin, Sachiko und ich haben sowieso viel mehr auf unsere Umgebung geachtet, die überall voll mit bunten Lichterketten dekoriert war und überall hat es geblinkt, geglänzt und geleuchtet. Das in Verbindung mit den vielen Weihnachtsmotiven und Wasserspiegelungen und allem drumherum... Es war wirklich ergreifend. Unglaublich schön.

Der Bogengang hat seine Farben dauernd geändert, zudem zeitversetzt (was man hier auf dem Foto leider nicht erkennen kann), sodass er wie ein leuchtender Regenbogen aussah.

Vor allem Katrin und ich sind dann irgendwann nur noch Weihnachtslieder singend durch die Gegend geschlendert und Sachiko hat immer mit eingestimmt, wenn sie was kannte. Seit ich hier angekommen bin, habe ich noch nicht einmal eine so bezaubernde Weihnachtsstimmung hier erlebt. Das Plätzchenbacken war toll und hat echt gut getan, aber so etwas auch von außerhalb mal richtig erleben zu können, ist schon etwas anderes.
Als dann auch noch die Lichtershow lief, unten die Fontänen angingen (wir sind zu dem Zeiptunkt gerade im oberen Bereich der Passage langgeschlendert) und dazu "Happy Christmas" von John Lennon gespielt wurde, war es ganz aus. Katrin hat sogar ein paar Tränen vergossen und ich hab wohl zum ersten Mal seit ich hier bin sowas wie Heimweh verspürt und mir gewünscht, dass meine Familie jetzt bei mir sein könnte.

Jedenfalls waren die Arcades geschlossen. Irgendwann kam dann die Idee auf, ersatzweise Eisessen zu gehen und Brandon kannte sogar ein Eiscafé in der Nähe, das italienisches Eis verkauft hat! Das ist hier eine absolute Seltenheit und ich habe es bisher schmerzlich vermisst. Winter hin oder her. Und während wir unser Eis geholt haben, kam auch Rakel mit ihrem Freund zurück. Irgendwie ist die Stimmung bis dahin enorm umgeschlagen und wir haben nur noch gelacht - größtenteils über Sachen, die man unter normalen Umständen wohl überhaupt nicht lustig finden würde. So ist Brandon jetzt also ein Heiliger, zudem ein Buch mit sieben Zwiebeln (ja, das passiert, wenn man "Siegeln" nicht richtig versteht über die Entfernung des Tisches) und lauter solches Zeug. Das meiste ging wohl auf seine Kosten ^^u.
Es war wirklich herrlich. Und beim nächsten Mal muss ich meine Kamera mitnehmen und anständige Fotos machen, wenn sich so tolle Ansichten bieten wie hier an diesem Abend. Ich hab selbst jetzt noch das Gefühl, irgendwie durch den Wind zu sein, obwohl ich nun seit fast einer Stunde schon wieder zu Hause bin. Vor allem die Beleuchtung geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Das war wirklich ein unglaublicher Eindruck.

Und noch ein kleiner Nachtrag zum Mittwoch: An den Schließfächern der Umkleidekabine in dem Sportzentrum, wo wir diese Woche Volleyballtraining hatten, gab es ein wirklich witziges Hinweisschild zur Nutzung der Fächer:

Ich denke, man versteht auch ohne Übersetzung, was uns dieses nette Männchen sagen will, oder? Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob ich jetzt den Kopf schütteln soll, weil mehr oder minder erwachsene Sportler auf solche Ideen kommen oder laut lachen, weil die Hallenbetreiber an echt alles gedacht haben.

Kommentare:

Ahiku hat gesagt…

*lol* dieses schild ist mal wieder ziemlich kurios *lol*
Naa, wenn du hier mal über den Weihnachtsmarkt gehst, dann bist du angepisst, da gibts nichts zu vermissen *lol* Es ist so zum kotzen voll momentan ^^°

Achja, danke für die Youtube-Kommis ^-^

drea hat gesagt…

wunderschön. ich beneide dich fast... ich bin auch ganz anfällig für weihnachtsdeko und weihnachtsstimmung ^^. Und generell ist das ein schöner blog den du hier machst ^^!