Sonntag, 21. September 2008

Die ersten Tage

Obwohl ich bis heute praktisch noch "frei" hatte (also noch keine festen Termine von der Uni aus), war schon wieder eine ganze Menge los. Heute zumindest. Gestern hab ich nämlich noch den halben Tag verschlafen, weil der Jetlag seine Spuren diesmal stärker hinterlassen hat als beim letzten mal.
Bin am Freitag gegen 22:00 Uhr im Bett gewesen, ab ca. Mitternacht dann wieder putzmunter und dabei ist es bis ca. um sechs/halb sieben geblieben. Als ich dann eigentlich aufstehen wollte (halb acht), war ich natürlich hundemüde. Aufgestanden bin ich letzten Endes dann kurz vor vier am Nachmittag.
Nach dem "Frühstück" habe ich mich dann allerdings auch schon auf den Weg gemacht, denn ich wollte mir das Ninjutsu-Training von Ohashi mal ansehen. Die erste Überraschung dort war: Es war bloß ein einziger Schüler da. Und der hat dann praktisch Einzelunterricht bekommen *lach*.

Wirklich interessant wurde es aber erst heute. Obwohl ich wieder die halbe Nacht wach war, habe ich es zumindest geschafft, 9:30 Uhr aus dem Bett zu fallen, 13:00 Uhr habe ich mich mit Franzi und Tina in Ikebukuro getroffen. Da habe ich noch ein paar Sachen bekommen, die mir bis jetzt gefehlt haben und anschließend waren wir essen. Wer sie nicht kennt: Links ist Franzi, rechts Tina.


Am Abend bin ich dann wieder zum Ninjutsu gegangen. Diesmal war es echt lustig. Als ich ankam, habe ich noch zwei weitere Ausländer getroffen, die ebenfalls vor dem Gebäude gewartet haben. Also mal kurz gefragt: "Where are you from?" und der eine so: "Germany". Und weil ich so gegrinst hab, kam von ihm gleich die Frage hinterher: "Du wohl auch?" Und dann waren die zwei auch noch aus Leipzig! Genial! Noch besser wurde es, als sie mich gefragt haben, ob ich Asad kenne (das ist mein Ninjutsu-Lehrer in Halle). Die Welt ist echt ein Dorf! Na ja, der eine trainiert schon seit neun, der andere seit zwölf Jahren. Da waren sie natürlich schon bei einigen Seminaren und kennen auch ein paar Leute aus Halle.
So waren wir beim Training also drei Japaner und drei Deutsche. Interessante Mischung.
Diesmal habe ich übrigens auch mitgemacht und es war von der Organisation her ziemlich anders, als ich es gewohnt bin. Es gibt nicht so einen festen Trainingsplan, u.a. weil es wegen der geringen Mitgliederzahl sehr flexibel wählbar ist, was man üben möchte oder sollte. Derzeit konzentriert sich Ohashi-sensei noch stärker auf die Übungen im Stockkampf (Bojutsu) mit den anderen Japanern, da in drei Wochen dafür irgendein Event stattfindet. Daher haben mir die anderen beiden Deutschen (Mario und Carsten übrigens) diesmal ziemlich geholfen. Sind immerhin schon Schwarzgurte, d.h. die haben gesehen, was ich noch falsch mache und konnten mir wirklich gut helfen.
Die zwei bleiben nur noch ca. eine Woche in Tokyo, dann müssen sie schon zurück nach Leipzig. Aber wir wollten uns bis dahin noch mal treffen. Irgendwie lerne ich beim Ninjutsu eine Menge netter Menschen kennen.
Nächste Woche will ich mich wieder intensiver um die Bewegungslehre kümmern. Ein wenig grault es mir ja davor, denn in der Halle gibt es nur Parkettboden. Aua x_x. Na ja, so bekomme ich die Fehler wahrscheinlich schneller raus aus meinen Bewegungen.

Die Rückfahrt in der U-Bahn war auch interessant. Nachdem ich im Februar schon festgestellt habe, dass auch japanische Männer gern mal Damenhandtaschen tragen und ich neuerdings einige mit rosa Handys gesehen habe, dachte ich, mich kann nichts mehr schocken. Aber vorhin saß mir einer mit typischer Frauenfrisur gegenüber! So in der Art von Willy Wonka bei "Charlie und die Schokoladenfabrik". Hilfe, DAS sah aus!
Und die Japanerin neben mir muss mitten im SMS-Schreiben eingeschlafen sein *lach*. Das Handy hielt sie noch halb auf Brusthöhe in der Hand, aber ihre Augen waren definitiv zu und ihr Kopf kippte abwechselnd von links nach rechts.

Seit ich hier bin, hat in Japan übrigens die Taifun-Zeit angefangen. Bisher bedeutete das nichts weiter, als dass es immer mal genieselt bis leicht geregnet hat. Heute habe ich zum ersten Mal wirkliche Platzregen erlebt. Zum Glück gab es (noch) keinen Wind dazu, sonst wäre ich trotz Schirm mit Sicherheit patschnass geworden. Einen Monat soll das wohl ungefähr dauern, bis diese Zeit vorbei ist.

Was die Sprache betrifft, bin ich übrigens recht erstaunt. Wenn die Japaner etwas langsamer sprechen, habe ich bis jetzt eigentlich fast immer ungefähr verstanden, was sie gesagt haben. Wo ich gar nicht mithalten kann, sind die Unterhaltungen zwischen Ohashi-sensei und den anderen Japanern, denn dann reden sie mir einfach zu schnell und wahrscheinlich sind auch zu viele unbekannte Wörter dabei (was ich allerdings nicht genau sagen kann, da ich ja sowieso nur jedes zehnte Wort akustisch aufschnappe). Aber ansonsten komme ich besser zurecht, als ich gedacht hätte. Ich will mir auch angewöhnen, jeden Tag ein paar Wörter aufzuschreiben, die ich noch nicht kenne.

Die nächsten Tage geht es dann los mit der Organisation. Einweisung an der Uni (dabei bekommen wir auch unseren Studentenausweis), Registrierung im Bezirksbüro, Eröffnung eines japanischen Kontos, Handykauf, Einstufungstest Japanisch. Das ist so in etwa mein Programm für nächste Woche.

1 Kommentar:

Franziska hat gesagt…

Hey! *fleißif les*