Sonntag, 28. September 2008

1000 Wege, auch am Wochenende fix und fertig zu sein

Hier also ein kleiner Überblick über die Möglichkeiten, wie man es schaffen kann, sich auch am Wochenende mehr zu verausgaben als zu erholen.

1. Möglichkeit: Treffen mit Freundin verabreden, was dann aber doch nicht geklappt hat, weil ich durchs Mittagessen spät dran war und wir uns knapp verfehlt haben. Na ja, nach gut 30 min Wartezeit am Bahnhof hab ich dann beschlossen, allein noch ein bisschen loszuziehen und mir mal anzusehen, ob es in der Nähe der Uni noch was Interessantes zu entdecken gibt. Aber so spektakulär wars dann doch nicht. Bin halt einfach viel gelaufen. Nach einem Buchladen habe ich nebenbei noch Ausschau gehalten, weil ich mir den dritten Teil von Eragon noch holen möchte, aber natürlich war der einzige Buchladen, den ich an dieser langen Straße gefunden habe, nicht groß genug, um auch englischsprachige Bücher zu verkaufen. Letztlich bin ich einn Bahnhof weiter wieder in die Bahn eingestiegen und zurück nach Hause gefahren.
2. Möglichkeit: Am selben Abend, nachdem man bereits zwei Stunden durch die Stadt gewandert ist, noch zum Sport gehen. Spaß gemacht hat es, ohne Frage. Wir haben ziemlich viele verschiedene Sachen durchgenommen diesmal. Erst ein paar Bewegungsabläufe zum Ausweichen, Verteidigen und Angreifen, dann Fallschule (deren Ergebnis ich jetzt dunkelblau/violett auf hautfarben habe), anschließend Angriffstechniken. Und die muss ich unbedingt üben. Vor allem meine Faust. Nicht die ganz feste, aber die, wo man die Hand zu einer Art Tatze formt und dann mit den Fingerknöcheln treffen soll. Die Faust wollte bei mir einfach nicht richtig sitzen. Hab die Finger nie richtig auf eine Linie bekommen. Also zu Hause üben *drop*. Zum Ende gab es noch eine Einweisung darüber, wie man einen Bo (ca. 1,80m langer Stab) schwingen kann. War gar nicht so einfach... Aber am Ende hat es immer mal für ein paar Runden geklappt. Immerhin!
Weiter...3. Möglichkeit: Akihabara am Sonntag. Nicht nur, dass es gerammelt voll war, die Leute hatten es auch noch eilig! Vor allem die in Bahnhofsnähe. Und dann warte da mal 'ne halbe Stunde auf Franzi und Yurie. Wobei das Problem nicht bei ihnen lag (sie waren nur 10 min zu spät dran), sondern bei mir, denn ich war fast eine halbe Stunde zu früh da, weil ich immer noch die Geschwindigkeit der Züge unter- und die Entfernungen alle überschätze. Und ich immer davon ausgehe, dass ich erst mal nach dem richtigen Ausgang etc. suchen muss.
Jedenfalls stand ich da und hab geguckt, ob ich Franzi irgendwo entdecke. Das Dumme daran war, dass in regelmäßigen Wogen die Menschenmassen aus den Gates herausgeströmt und an mir vorbei in den Ausgängen verschwunden sind. Das war ein einziger kaum abreißender, mal schwächer, mal stärker werdender Menschenstrom. Nach 15 Minuten hatte ich das Gefühl, mein Kopf dreht sich. Als Franzi und Yurie dann da waren, hatte mein Magen bereits angefangen, zu rebellieren. Ja, ja, die Reiseübelkeit. Jetzt bin ich nicht mal im Stehen vor der sicher! Das ewige Hin und Her ging ganz schön auf den Kopf. Aber das Allerbeste kommt erst noch: Nämlich Franzis Frage, ob ich mein Application Formular (=der Ersatz für meine Ausländerkarte, die ich ja erst in gut einer Woche abholen kann) dabei hab und das Ding natürlich zu Hause lag. ... ... *hüstel* ... Also bin ich noch mal los, den Schriebs geholt, Franzi und Yurie sind solange schon mal durch Akihabara geschlendert, dann wollten wir uns wieder an derselben Stelle treffen. Ich also 2 min vor 12 wieder da (superpünktlich!) und hab gewartet. Und gewartet...und gewartet...und gewartet. Und nach wiederum einer halben Stunde (ich hab sonstwas gedacht!) kamen die beiden plötzlich rüber und meinten, sie warten auch schon seit einer halben Stunde auf mich und haben sich ebenfalls schon Sorgen gemacht! Die zwei haben diesmal nämlich am linken Bereich des Ausgangs gewartet, während ich, wie zuvor, rechts stand. Ich bin natürlich nicht auf die Idee gekommen, dass die zwei jetzt woanders stehen könnten, sie haben nicht dran gedacht, mal auf die andere Seite zu schauen. Aber gut 1 1/2 Stunden nach der ursprünglich verabredeten Treffzeit ging es dann doch los zum Handyshop ^^.
Und das wär dann die 4. Möglichkeit, am WE graue Haare zu bekommen. Allein hätte ich das Handy wohl nie bekommen. Geschweige denn den Vertrag halbwegs verstanden. Hilfe, das war ja SO dermaßen kompliziert! Gut, dass Franzi ihres mit einem japanisch- und deutschkundigen Japaner zusammen gekauft hat und sich vieles von dem, was sie schon gefragt wurde, gemerkt hatte, so hat sie mir an entsprechender Stelle alles gedolmetscht. Und was sie auch nicht mehr rausbekommen hat, da hat Yurie dann, soweit es ging, auf Englisch nachgeholfen. Das Problem waren die ganzen unbekannten Wörter. Und "Bearbeitungsgebühr" und "Kostennachweis" gehörten da noch zu den leichteren! Nebst der Tatsache, dass es ziemlich laut war im Hintergrund und das der Akustik auch nicht unbedingt geholfen hat. Aber JETZT hab ich mein Handy! Endlich. Und es ist auch ziemlich hübsch und kann eine ganze Menge =). Und die Japaner fragen nicht mehr alle 10 Minuten, ob ich schon eins hab -_- (jetzt fragen sie nur noch alle 20 Minuten, ob ich bei Facebook registriert bin XD).
Ja, und das ist das gute Stück:


Hat mich, incl. Bearbeitungsgebühr und Akkuladegerät, das man separat kaufen muss, 70 Euro gekostet. Und das war so ziemlich das Billigste, was man kriegen kann! Ihr wollt gar nicht wissen, was in Japan "teure" Handys kosten. Dafür können die zwar auch alles (außer bügeln), aber die Preise sind echt utopisch.
Das auf dem Display ist übrigens Maru-chan =). Ein Waschbär-Plüschi, das mir die Sarah (Freundin von der Japanologie in Halle) vor meiner Abreise nach Japan geschenkt hat, deshalb musste er auch auf jeden Fall mitkommen! Und jetzt guckt er mich auch vom Handy aus an ^^. Ich finde ihn absolut knuffig. Demnächst mach ich mal ein anständiges Bild von ihm und lade es hoch.

Jedenfalls war ich froh, als ich gegen 18:00 Uhr wieder zu Hause war. Nachdem ich mit Franzi in Akihabara noch eine Weile die Funktiosweise des neuen Handys (sie hat ja das gleiche) auseinander klamüsert habe. Eigentlich schade, dass ich es in Deutschland wohl nicht benutzen kann. Franzi meint, die Simkarte passt da nicht rein. Wenn ich jetzt schon ein neues habe...

Das war soweit mein Wochenende. Jetzt hab ich Abendbrot gegessen, geduscht und kann sitzen. Sitzen BLEIBEN. Drei Kreuze...

Aber eins möchte ich euch bei der Gelegenheit noch zeigen: Die ersten Bilder vom Yotsuya-Campus der Sophia Universität, wo ich studiere. Hab am Freitag endlich mal ein paar gemacht.
1. Eines der Hauptgebäude, vom Nordeingang aus gesehen. Rechts oben, leider ist es grad verdeckt, steht noch "Jouchi Daigaku" (der japanische Name der Uni), was echt praktisch ist, wenn man zum ersten Mal in der Gegend ist, denn das sieht man vom Bahnhof aus schon.
2. Noch mal der Durchgang von diesem Gebäude.
3. Einer der Hauptwege auf dem Campus, wenn man dem Weg vom Nordeingang folgt.

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