Sonntag, 28. September 2008

3. Bild

Der hat einfach das letzte Bild nicht mit geladen... -_-
Also hier noch mal:

1000 Wege, auch am Wochenende fix und fertig zu sein

Hier also ein kleiner Überblick über die Möglichkeiten, wie man es schaffen kann, sich auch am Wochenende mehr zu verausgaben als zu erholen.

1. Möglichkeit: Treffen mit Freundin verabreden, was dann aber doch nicht geklappt hat, weil ich durchs Mittagessen spät dran war und wir uns knapp verfehlt haben. Na ja, nach gut 30 min Wartezeit am Bahnhof hab ich dann beschlossen, allein noch ein bisschen loszuziehen und mir mal anzusehen, ob es in der Nähe der Uni noch was Interessantes zu entdecken gibt. Aber so spektakulär wars dann doch nicht. Bin halt einfach viel gelaufen. Nach einem Buchladen habe ich nebenbei noch Ausschau gehalten, weil ich mir den dritten Teil von Eragon noch holen möchte, aber natürlich war der einzige Buchladen, den ich an dieser langen Straße gefunden habe, nicht groß genug, um auch englischsprachige Bücher zu verkaufen. Letztlich bin ich einn Bahnhof weiter wieder in die Bahn eingestiegen und zurück nach Hause gefahren.
2. Möglichkeit: Am selben Abend, nachdem man bereits zwei Stunden durch die Stadt gewandert ist, noch zum Sport gehen. Spaß gemacht hat es, ohne Frage. Wir haben ziemlich viele verschiedene Sachen durchgenommen diesmal. Erst ein paar Bewegungsabläufe zum Ausweichen, Verteidigen und Angreifen, dann Fallschule (deren Ergebnis ich jetzt dunkelblau/violett auf hautfarben habe), anschließend Angriffstechniken. Und die muss ich unbedingt üben. Vor allem meine Faust. Nicht die ganz feste, aber die, wo man die Hand zu einer Art Tatze formt und dann mit den Fingerknöcheln treffen soll. Die Faust wollte bei mir einfach nicht richtig sitzen. Hab die Finger nie richtig auf eine Linie bekommen. Also zu Hause üben *drop*. Zum Ende gab es noch eine Einweisung darüber, wie man einen Bo (ca. 1,80m langer Stab) schwingen kann. War gar nicht so einfach... Aber am Ende hat es immer mal für ein paar Runden geklappt. Immerhin!
Weiter...3. Möglichkeit: Akihabara am Sonntag. Nicht nur, dass es gerammelt voll war, die Leute hatten es auch noch eilig! Vor allem die in Bahnhofsnähe. Und dann warte da mal 'ne halbe Stunde auf Franzi und Yurie. Wobei das Problem nicht bei ihnen lag (sie waren nur 10 min zu spät dran), sondern bei mir, denn ich war fast eine halbe Stunde zu früh da, weil ich immer noch die Geschwindigkeit der Züge unter- und die Entfernungen alle überschätze. Und ich immer davon ausgehe, dass ich erst mal nach dem richtigen Ausgang etc. suchen muss.
Jedenfalls stand ich da und hab geguckt, ob ich Franzi irgendwo entdecke. Das Dumme daran war, dass in regelmäßigen Wogen die Menschenmassen aus den Gates herausgeströmt und an mir vorbei in den Ausgängen verschwunden sind. Das war ein einziger kaum abreißender, mal schwächer, mal stärker werdender Menschenstrom. Nach 15 Minuten hatte ich das Gefühl, mein Kopf dreht sich. Als Franzi und Yurie dann da waren, hatte mein Magen bereits angefangen, zu rebellieren. Ja, ja, die Reiseübelkeit. Jetzt bin ich nicht mal im Stehen vor der sicher! Das ewige Hin und Her ging ganz schön auf den Kopf. Aber das Allerbeste kommt erst noch: Nämlich Franzis Frage, ob ich mein Application Formular (=der Ersatz für meine Ausländerkarte, die ich ja erst in gut einer Woche abholen kann) dabei hab und das Ding natürlich zu Hause lag. ... ... *hüstel* ... Also bin ich noch mal los, den Schriebs geholt, Franzi und Yurie sind solange schon mal durch Akihabara geschlendert, dann wollten wir uns wieder an derselben Stelle treffen. Ich also 2 min vor 12 wieder da (superpünktlich!) und hab gewartet. Und gewartet...und gewartet...und gewartet. Und nach wiederum einer halben Stunde (ich hab sonstwas gedacht!) kamen die beiden plötzlich rüber und meinten, sie warten auch schon seit einer halben Stunde auf mich und haben sich ebenfalls schon Sorgen gemacht! Die zwei haben diesmal nämlich am linken Bereich des Ausgangs gewartet, während ich, wie zuvor, rechts stand. Ich bin natürlich nicht auf die Idee gekommen, dass die zwei jetzt woanders stehen könnten, sie haben nicht dran gedacht, mal auf die andere Seite zu schauen. Aber gut 1 1/2 Stunden nach der ursprünglich verabredeten Treffzeit ging es dann doch los zum Handyshop ^^.
Und das wär dann die 4. Möglichkeit, am WE graue Haare zu bekommen. Allein hätte ich das Handy wohl nie bekommen. Geschweige denn den Vertrag halbwegs verstanden. Hilfe, das war ja SO dermaßen kompliziert! Gut, dass Franzi ihres mit einem japanisch- und deutschkundigen Japaner zusammen gekauft hat und sich vieles von dem, was sie schon gefragt wurde, gemerkt hatte, so hat sie mir an entsprechender Stelle alles gedolmetscht. Und was sie auch nicht mehr rausbekommen hat, da hat Yurie dann, soweit es ging, auf Englisch nachgeholfen. Das Problem waren die ganzen unbekannten Wörter. Und "Bearbeitungsgebühr" und "Kostennachweis" gehörten da noch zu den leichteren! Nebst der Tatsache, dass es ziemlich laut war im Hintergrund und das der Akustik auch nicht unbedingt geholfen hat. Aber JETZT hab ich mein Handy! Endlich. Und es ist auch ziemlich hübsch und kann eine ganze Menge =). Und die Japaner fragen nicht mehr alle 10 Minuten, ob ich schon eins hab -_- (jetzt fragen sie nur noch alle 20 Minuten, ob ich bei Facebook registriert bin XD).
Ja, und das ist das gute Stück:


Hat mich, incl. Bearbeitungsgebühr und Akkuladegerät, das man separat kaufen muss, 70 Euro gekostet. Und das war so ziemlich das Billigste, was man kriegen kann! Ihr wollt gar nicht wissen, was in Japan "teure" Handys kosten. Dafür können die zwar auch alles (außer bügeln), aber die Preise sind echt utopisch.
Das auf dem Display ist übrigens Maru-chan =). Ein Waschbär-Plüschi, das mir die Sarah (Freundin von der Japanologie in Halle) vor meiner Abreise nach Japan geschenkt hat, deshalb musste er auch auf jeden Fall mitkommen! Und jetzt guckt er mich auch vom Handy aus an ^^. Ich finde ihn absolut knuffig. Demnächst mach ich mal ein anständiges Bild von ihm und lade es hoch.

Jedenfalls war ich froh, als ich gegen 18:00 Uhr wieder zu Hause war. Nachdem ich mit Franzi in Akihabara noch eine Weile die Funktiosweise des neuen Handys (sie hat ja das gleiche) auseinander klamüsert habe. Eigentlich schade, dass ich es in Deutschland wohl nicht benutzen kann. Franzi meint, die Simkarte passt da nicht rein. Wenn ich jetzt schon ein neues habe...

Das war soweit mein Wochenende. Jetzt hab ich Abendbrot gegessen, geduscht und kann sitzen. Sitzen BLEIBEN. Drei Kreuze...

Aber eins möchte ich euch bei der Gelegenheit noch zeigen: Die ersten Bilder vom Yotsuya-Campus der Sophia Universität, wo ich studiere. Hab am Freitag endlich mal ein paar gemacht.
1. Eines der Hauptgebäude, vom Nordeingang aus gesehen. Rechts oben, leider ist es grad verdeckt, steht noch "Jouchi Daigaku" (der japanische Name der Uni), was echt praktisch ist, wenn man zum ersten Mal in der Gegend ist, denn das sieht man vom Bahnhof aus schon.
2. Noch mal der Durchgang von diesem Gebäude.
3. Einer der Hauptwege auf dem Campus, wenn man dem Weg vom Nordeingang folgt.

Freitag, 26. September 2008

Der Kampf um das japanische Konto

Der Titel spricht für sich, oder? Ich glaube, wenn meine studentische Betreuerin (Noriko) mir nicht geholfen hätte, wär das so schnell nichts geworden.
Auf Anraten von Franzi, die bei der Mitsui Suitomo-Bank ja ganz einfach ein Konto eröffnen konnte, bin ich natürlich auch zu der Bank gegangen und hab es da versucht.
Das Erste, was mir da gesagt wurde, war: Ich solle doch bitte in einem halben Jahr erst wiederkommen, weil man dann erst wirklich als Anwohner anerkannt ist (wozu geh ich mir die dumme Alien Registration holen?). Zuvor geht es mit dem Eröffnen des Kontos zwar auch, aber es kostet bei jeder Transaktion - egal, ob mir was aufs Konto überwiesen wird oder ich was abhebe - ca. 20 Euro. Okay, das war zwar echt bescheiden, aber was will man anderes machen, wenn man bis Dienstag das Konto haben muss, damit einem das Stipendium nicht gestrichen wird? Und andere Banken werden es dann wohl kaum anders machen, wenn das in Japan allgemeine Regel ist (dachte ich zumindest). Also erst mal gesagt, dass an dem Konto kein Weg dran vorbei führt und ich das trotzdem machen möchte/muss.
Kurz darauf das nächste Problem: Ich brauch wohl doch einen Stempel (mit Unterschrift ist da nicht sooo viel bei den Japanern) und kann mein Konto nicht per Unterschrift erstellen. Komisch, am Empfang war uns noch gesagt worden, dass das ginge. Und bei Franzi ging das auch so.
Oh, und das mit dem halben Jahr schien nun plötzlich doch noch komplizierter zu sein und ging wohl auf einmal gar nicht mehr. Soweit ich das verstanden hab zumindest. Die Angestellte hat sich ja in einem ziemlichen Tempo und recht förmlich mit Noriko unterhalten, daher blieb bei mir nicht allzu viel hängen.
Ende vom Lied war jedenfalls: Geht absolut nicht. Ich war angefressen, dass das bei Franzi so einfach gewesen sein sollte und die sich bei mir so quer stellen und zusätzlich ziemlich besorgt, weil mit dem Stipendium auch mein Japanaufenthalt auf dem Spiel stand.
Noriko hat draußen dann gleich das Amt angerufen, bei dem ich die Kontodaten einreichen sollte, um das Stipendium zu bekommen, und die haben ihr dann gesagt, dass die Austausch-Studenten meiner Uni wohl alle zur Mitsubishi-Bank gehen.
So sind wir noch ein paar Straßen weiter gelaufen und haben es erneut versucht.

Und diesmal ging es zum Glück wirklich einfach. Unterschrift war kein Problem, den Rest des komplett japanischen Formulars habe ich mit Unterstützung von Noriko und der Bankangestellten auch ausfüllen können und nach einer halben Stunde hatte ich mein Konto (und gleich noch ein Sparbuch. Ist wohl üblich, dass man in Japan immer gleich beides bekommt) und konnte wieder gehen.
Wir sind dann gleich noch mal an der Uni vorbei gelaufen, die ja sowieso auf dem Weg lag, und haben die Sachen am entsprechenden Amt noch abgegeben. Noch meine Unterschrift auf die Stipendiatenliste gesetzt (das darf ich jetzt jeden Monat machen, um meine Zahlung zu erhalten) und jetzt ist geldtechnisch erst mal alles in Butter soweit. Am 10.10. ist rückwirkend das Geld für September da und ich glaube, der einmalige Zuschuss für den Flug wird da auch gleich dazu gerechnet.

Fehlt jetzt nur noch der Nebenjob. Wegen dem habe ich auch gleich mal nachgefragt, weil in dem Gebäude auch die Abteilung sitzt, von der ich ein Formular brauche, um mich um so einen Nebenjob zu bewerben. Das geht aber erst ab 9.10., wenn die Kurseinschreibungen beendet sind.

Mittwoch, 24. September 2008

Orientation und Japanisch-Test

Montag war an der Sophia Orientation", also Einführung ins Studium. Das heißt, wir haben so viele Broschüren und Infoblätter bekommen, dass dafür sicherlich der halbe Urwald draufgegangen ist (und dann steht auch noch alles doppelt und dreifach drin -_-), von 14:00 Uhr bis ca. 17:00 Uhr das, was auf dem ganzen Infozeug draufsteht, von verschiedenen Professoren erklärt bekommen und anschließend bis 18:30 Uhr die ersten Leute am Buffet kennen gelernt. Je 2-5 Austauschstudenten wurden außerdem je einem japanischen Studenten zugeteilt, der uns bei allen Möglichen Fragen und Problemen zur Verfügung steht und außerdem hat nun jeder seinen Studentenausweis. Mit dem kommt man schon einmal ein ganzes Stück weiter!
Als Katrin und ich am Abend von der Uni zurück zum Bahnhof gegangen sind, hatte man einen schönen Blick auf die erleuchteten Straßen Tokyos bei Nacht. Das sieht echt toll aus, wenn alles so bunt leuchtet. Leider habe ich meine Kamera an dem Tag nicht dabei gehabt, sonst hätte ich ein paar Fotos gemacht.

Gestern haben Franzi, Katrin und ich uns mit Saya (die wir im Februar beim Gasshuku kennen gelernt haben) getroffen, da sie uns zu einem Hallenfußballspiel mit einigen Freunden eingeladen hatte. Wir haben zwar alle noch nie Fußball gespielt, aber es war echt lustig! Allerdings auch tierisch anstrengend. Wie sehr einem das Wetter hier zu schaffen macht (gestern war es ja wieder warm und schwül), merkt man vor allem dann, wenn man richtig in Bewegung ist. Franzi und ich haben das total unterschätzt und uns vorher nix zu trinken mitgenommen. Das passiert garantiert nie wieder! Fünf Minuten Spielzeit und man ist halb abgeklappt...
Leider konnten wir insgesamt nicht sonderlich lange mitmachen, weil Prof. Oberländer uns noch zu einem Treffen der Halleschen Studenten in Tokyo eingeladen hatte. Da konnten wir einige der Kommilitonen treffen, die jetzt schon ein halbes Jahr hier studieren. Und sie scheinen alle derzeit einen ziemlichen Unwillen zu haben, in einem halben Jahr zurück zu fliegen *lach*.
Gegen halb zehn wurde die Runde dann aufgelöst (=das Café hat langsam geschlossen) und Franzi, Katrin und ich sind noch ein bisschen die Omotesando (=große Straße in der Gegend) entlang gelaufen und weiter bis nach Shibuya, wo wir noch ein wenig durch die Einkaufsviertel gewandert sind. Wir sind auch an so einem Book-Off vorbei gekommen, der einem wegen der niedrigen Preise von vielen Leuten empfohlen wird, aber der hatte leider schon zu. Seit 21:00 Uhr. Und das mitten in Shibuya! Das war schon irgendwie seltsam...

Heute. Mittwoch. (verdammt warm, aber ausnahmsweise trockene (!) Luft)
Die erste große Etappe des Tages war der Einstufungstest für Japanisch. Da man zwei verschiedene Lernrichtungen einschlagen kann, normal und intensiv (=doppelt so viel Unterricht pro Woche), gab es auch zwei verschiedene Tests. Bei den Intensiv-Kursen, bei denen ich mich einschreiben möchte, gibt es drei Stufen. Ich hoffe ja, dass ich es wenigstens bis Stufe 2 geschafft habe. Ergebnisse gibt es Freitagnachmittag, also muss ich zum Glück nicht so lange darauf warten =).
Nach dem Test habe ich mich mit meiner Gastmutter in Korakuen getroffen und wir sind zusammen zum Ward Office gegangen, wo ich mich als Ausländer registrieren lassen muss. Meinen Ausweis kann ich in zwei Wochen abholen. Außerdem habe ich da noch ein Zertifikat bekommen, was ich einerseits für die Uni und andererseits zur Eröffnung eines Bankkontos brauche. Die Bank kann ich somit morgen in Angriff nehmen. Noriko, meine studentische Betreuerin, kann mir dabei zum Glück helfen.

So langsam muss ich mir noch eine neue E-Mail-Adresse zulegen, denn von meiner normalen aus kann ich an die Yahoo-Adressen, die viele Japaner benutzen, dummerweise keine E-Mail schicken. Echt unpraktisch, wenn man schon kein Handy hat. Und mit dem Schreiben der Ansichtskarten sollte ich auch langsam anfangen. Und Rundmail an die Japaner vom Februar/März schreiben und bescheid geben, dass wir wieder da sind. Franzi meinte allerdings, sie ist damit auch noch etwas im Verzug.
Irgendwie gibt es echt immer was zu tun...

Sonntag, 21. September 2008

Die ersten Tage

Obwohl ich bis heute praktisch noch "frei" hatte (also noch keine festen Termine von der Uni aus), war schon wieder eine ganze Menge los. Heute zumindest. Gestern hab ich nämlich noch den halben Tag verschlafen, weil der Jetlag seine Spuren diesmal stärker hinterlassen hat als beim letzten mal.
Bin am Freitag gegen 22:00 Uhr im Bett gewesen, ab ca. Mitternacht dann wieder putzmunter und dabei ist es bis ca. um sechs/halb sieben geblieben. Als ich dann eigentlich aufstehen wollte (halb acht), war ich natürlich hundemüde. Aufgestanden bin ich letzten Endes dann kurz vor vier am Nachmittag.
Nach dem "Frühstück" habe ich mich dann allerdings auch schon auf den Weg gemacht, denn ich wollte mir das Ninjutsu-Training von Ohashi mal ansehen. Die erste Überraschung dort war: Es war bloß ein einziger Schüler da. Und der hat dann praktisch Einzelunterricht bekommen *lach*.

Wirklich interessant wurde es aber erst heute. Obwohl ich wieder die halbe Nacht wach war, habe ich es zumindest geschafft, 9:30 Uhr aus dem Bett zu fallen, 13:00 Uhr habe ich mich mit Franzi und Tina in Ikebukuro getroffen. Da habe ich noch ein paar Sachen bekommen, die mir bis jetzt gefehlt haben und anschließend waren wir essen. Wer sie nicht kennt: Links ist Franzi, rechts Tina.


Am Abend bin ich dann wieder zum Ninjutsu gegangen. Diesmal war es echt lustig. Als ich ankam, habe ich noch zwei weitere Ausländer getroffen, die ebenfalls vor dem Gebäude gewartet haben. Also mal kurz gefragt: "Where are you from?" und der eine so: "Germany". Und weil ich so gegrinst hab, kam von ihm gleich die Frage hinterher: "Du wohl auch?" Und dann waren die zwei auch noch aus Leipzig! Genial! Noch besser wurde es, als sie mich gefragt haben, ob ich Asad kenne (das ist mein Ninjutsu-Lehrer in Halle). Die Welt ist echt ein Dorf! Na ja, der eine trainiert schon seit neun, der andere seit zwölf Jahren. Da waren sie natürlich schon bei einigen Seminaren und kennen auch ein paar Leute aus Halle.
So waren wir beim Training also drei Japaner und drei Deutsche. Interessante Mischung.
Diesmal habe ich übrigens auch mitgemacht und es war von der Organisation her ziemlich anders, als ich es gewohnt bin. Es gibt nicht so einen festen Trainingsplan, u.a. weil es wegen der geringen Mitgliederzahl sehr flexibel wählbar ist, was man üben möchte oder sollte. Derzeit konzentriert sich Ohashi-sensei noch stärker auf die Übungen im Stockkampf (Bojutsu) mit den anderen Japanern, da in drei Wochen dafür irgendein Event stattfindet. Daher haben mir die anderen beiden Deutschen (Mario und Carsten übrigens) diesmal ziemlich geholfen. Sind immerhin schon Schwarzgurte, d.h. die haben gesehen, was ich noch falsch mache und konnten mir wirklich gut helfen.
Die zwei bleiben nur noch ca. eine Woche in Tokyo, dann müssen sie schon zurück nach Leipzig. Aber wir wollten uns bis dahin noch mal treffen. Irgendwie lerne ich beim Ninjutsu eine Menge netter Menschen kennen.
Nächste Woche will ich mich wieder intensiver um die Bewegungslehre kümmern. Ein wenig grault es mir ja davor, denn in der Halle gibt es nur Parkettboden. Aua x_x. Na ja, so bekomme ich die Fehler wahrscheinlich schneller raus aus meinen Bewegungen.

Die Rückfahrt in der U-Bahn war auch interessant. Nachdem ich im Februar schon festgestellt habe, dass auch japanische Männer gern mal Damenhandtaschen tragen und ich neuerdings einige mit rosa Handys gesehen habe, dachte ich, mich kann nichts mehr schocken. Aber vorhin saß mir einer mit typischer Frauenfrisur gegenüber! So in der Art von Willy Wonka bei "Charlie und die Schokoladenfabrik". Hilfe, DAS sah aus!
Und die Japanerin neben mir muss mitten im SMS-Schreiben eingeschlafen sein *lach*. Das Handy hielt sie noch halb auf Brusthöhe in der Hand, aber ihre Augen waren definitiv zu und ihr Kopf kippte abwechselnd von links nach rechts.

Seit ich hier bin, hat in Japan übrigens die Taifun-Zeit angefangen. Bisher bedeutete das nichts weiter, als dass es immer mal genieselt bis leicht geregnet hat. Heute habe ich zum ersten Mal wirkliche Platzregen erlebt. Zum Glück gab es (noch) keinen Wind dazu, sonst wäre ich trotz Schirm mit Sicherheit patschnass geworden. Einen Monat soll das wohl ungefähr dauern, bis diese Zeit vorbei ist.

Was die Sprache betrifft, bin ich übrigens recht erstaunt. Wenn die Japaner etwas langsamer sprechen, habe ich bis jetzt eigentlich fast immer ungefähr verstanden, was sie gesagt haben. Wo ich gar nicht mithalten kann, sind die Unterhaltungen zwischen Ohashi-sensei und den anderen Japanern, denn dann reden sie mir einfach zu schnell und wahrscheinlich sind auch zu viele unbekannte Wörter dabei (was ich allerdings nicht genau sagen kann, da ich ja sowieso nur jedes zehnte Wort akustisch aufschnappe). Aber ansonsten komme ich besser zurecht, als ich gedacht hätte. Ich will mir auch angewöhnen, jeden Tag ein paar Wörter aufzuschreiben, die ich noch nicht kenne.

Die nächsten Tage geht es dann los mit der Organisation. Einweisung an der Uni (dabei bekommen wir auch unseren Studentenausweis), Registrierung im Bezirksbüro, Eröffnung eines japanischen Kontos, Handykauf, Einstufungstest Japanisch. Das ist so in etwa mein Programm für nächste Woche.

Freitag, 19. September 2008

Die Reise geht weiter

...und damit auch das Bloggen. Mein Flieger hat mich sicher - wenn auch mit etwas Verspätung und ziemlich gerädert - in Tokyo abgesetzt, von dort wurde ich sogar noch abgeholt und bis zur Gastfamilie gebracht.
Bisher habe ich nur die Gastmutter (65) und den Gastvater (71) kennen gelernt. Der Gastvater ist vom Alter schon ein Stück gezeichnet. Er hört nur noch schwer und das Gehen fällt ihm auch nicht mehr so leicht. Aber die Gastmutter ist noch total fit. Und beide machen einen sehr lieben Eindruck.
Ihre Tochter und deren Ehemann sind derzeit noch arbeiten, d.h. ich werde sie wohl erst später kennen lernen, und das Baby habe ich vorhin mal kurz gehört, aber gesehen leider noch nicht.
Mein Zimmer gefällt mir auch sehr. Ich hab einen großen Schrank (den ich längst nicht voll bekomme), großen Schreibtisch (auch schon zur Hälfte gefüllt), Bett, langes Wandregal und noch einen Spiegel daneben. Ein paar Fotos gibt es auch schon, aber ich hab jetzt noch keine Lust, die auch hochzuladen. Das mach ich evtl. morgen, wenn ich wieder ausgeruht bin.

Inzwischen habe ich zumindest meine Sachen alle ausgepackt und war unter der Dusche. Da fühlt man sich gleich viel besser! Und ganz so heiß, wie es vor einer Woche noch gewesen sein soll, ist es schon nicht mehr. Knap 25°C, würde ich schätzen. Aber die Luftfeuchte ist trotzdem enorm. Das fühlt sich praktisch so an, als wäre man mit einem Haufen Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht, nur dass die Luft nicht so verbraucht ist.

Jetzt steht noch das große Einkaufen an (denn grad an Pflege/Kosmetik konnte man ja doch so gut wie nix mitnehmen), dann gibts Abendessen und danach werde ich wohl noch mal ein paar Vokabeln wiederholen. Am Mittwoch ist ja mein Einstufungstest. Aber ansonsten mach ich mich wohl ziemlich früh ins Bett.

Wirklich seltsam war übrigens, dass ich diesmal praktisch überhaupt nicht aufgeregt war. Zwar mal kurz, als der Flieger von Berlin abgehoben hat, aber das war es auch schon. Auch als ich wieder hier war, war neben der Freude darüber eher ein Gefühl der Vertrautheit zu spüren. Diesmal scheint es mich auch weniger Überwindung zu kosten, die Leute auf Japanisch anzusprechen (was beim letzten Mal ziemlich schwierig war in der Anfangszeit). Ich bin halt irgendwie...einfach wieder da.