Dienstag, 19. Februar 2008

Kamakura, die alte Shogunats-Residenz

Genau die haben wir uns heute angeguckt! Kamakura liegt nicht genau in Tokio, aber in der Nähe. Vom Hiyoshi-Bahnhof aus 35 Minuten mit dem Zug und man ist da. Begleitet hat uns ein Japaner, den Mechthild in Dubai kennen gelernt hat. Izumi. Das war auch einer der wenigen Japaner, die wirklich perfektes Englisch können (nebst perfektem Japanisch natürlich), weil er einige Jahre in Amerika gelebt hat. Aber wir haben uns trotzdem bemüht, möglichst viel Japanisch mit ihm zu sprechen. Teilweise war es aber doch etwas durcheinander (zumal vor allem Mechthild sich lieber auf ihr Englisch verlassen hat), sodass man dann teilweise gar nicht mehr wusste, in welcher Sprache man sich nun unterhalten hat *lach*. Plötzlich Japanisch, dann wieder Englisch, dann beides in einem Satz zusammen... Hui.

Aber kommen wir lieber zu den interessanten Sachen: Was haben wir gesehen? Zuerst einen wunderschönen, großen Schrein, den Hachijan-Schrein (bin mir mit dem Namen aber nicht mehr sicher). Die anderen haben sich wieder die Hände am Wasserbecken gewaschen, aber ich habe es mir diesmal verkniffen. Meine Finger waren auch so schon halb steif gefrohren. Die hatten heute Vormittag einen ziemlichen Frostbeulen-Anflug.
Drinnen im Schrein gab es ein kleines Museum mit Ausstellungsstücken, die hauptsächlich aus der Muromachi- und Edo-Zeit stammten. Bildrollen (z.B. von Miyamoto Yoritomo, dem ersten Shougun überhaupt), zwei wunderschöne, aber wahnsinnig vielschichtige und dementsprechend schwere Kimonos, Dachschindeln, Brückenteile, Pfeil und Bogen... Fotos waren da drinnen leider wieder nicht erlaubt. Aber von der Außenansicht habe ich wieder ein paar :).

Zu dieser Trommel ist ca. alle fünf Minuten eine Priesterin (oder falls sie noch keine war; auf jeden Fall eine Person, die in diesem Tempel arbeitet) gekommen, die darauf getrommelt hat. Izumi meinte, dass das wohl den ganzen Tag gemacht wird.

Anschließend sind wir zum Bahnhof zurückgegangen und von dort aus zur großen Buddha-Statue gefahren. Die war wirklich enorm! Allerdings meinte Izumi, dass es in Nara noch eine größere gibt, die ungefähr die doppelte Höhe hat. Und es gab einen hübschen Garten ringsum. Dort lebte ein Haufen Eichhörnchen und für die meisten Besucher (erstaunlich viele Ausländer und - was bei den vielen Japanern, die wir immer sehen, sehr ungewohnt ist - viele verhältnismäßig "dicke" Menschen. Es ist echt unglaublich, wie spargeldürr die meisten Japaner sind!) war das gleich die zweite Attraktion an diesem Ort. In dem Zoo, den wir besucht hatten, hätte es die ja auch geben sollen, nur gesehen hat man sie nicht.
Für 20 Yen (also fast kostenlos) konnte man auch mal in den Buddha reingehen. Der war ja gänzlich hohl angefertigt. Und auf der Rückseite, in etwa auf Höhe der Schulterblätter, hatte er zwei Fenster *lach*. Das sah echt seltsam aus...

Souvenire haben wir auch einige gekauft. Da hat man in Kamakura eine schöne Auswahl. Und Mechthild war ganz hin und weg von den ganzen Waffen. Vor allem die Katana, japanische Schwerter, hatten es ihr natürlich angetan, aber auch die ganzen Krallen, Wurfsterne und -messer und was es sonst nicht alles gab.

Nebenbei habe ich noch ein paar Geta, japanische Holzsandalen, für meinen Yukata bekommen. War gar nicht so einfach, weil Europäer generell relativ große Füße haben und ich im Besonderen auch unter europäischen Frauen eine ziemlich große Schuhgröße habe (40/41). Aber die, die ich jetzt habe, dürften gehen. Mal gucken, wie lange ich damit laufen kann, bis mich meine Füße umbringen.

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