Sonntag, 10. Februar 2008

Jetzt geht es richtig los!

Ja, wir haben den Tag ausgiebig genutzt und waren schwer auf Achse. Diesmal mit weniger Stress und auch ausgeschlafener als gestern, konnte man sich die Umgebung auch etwas genauer ansehen. Und die Flora dort ist echt verrückt. Erst hört man in Deutschland, dass das Klima in Japan milder sein soll, dann kommt man an und sieht den ersten Schnee des Jahres (okay, inzwischen ist der wieder weg) und nebenbei guckt einen immer mal eine Palme an. Heute hab ich bemerkt, dass das nicht nur EIN PAAR sind, sondern ZIEMLICH VIELE. In den unterschiedlichsten Ausführungen. Solche hier z.B. sind sehr häufig:

Ansonsten gab es auch blühende Aloe Veras und: Einen Orangenbaum mit richtig großen Orangen! In Tokyo. Im Winter. Und die Dinger waren WIRKLICH groß! So, wie man sie halt in der Kaufhalle bekommt. Verrückte Welt...

Jedenfalls ging es heute mit dem Sightseeing los. 12:30 Uhr mit Toshi und zwei Freunden von ihm (Yû und Miyuki) am Bahnhof in Shibuya getroffen und dann zum Tokyo-Tower gefahren. Bzw. wir wollten dann zum Tokyo-Tower, aber auf dem Weg dorthin sind wir an einem Tempel (natürlich dem ersten, den Franzi, Anne und ich je live gesehen haben) vorbei gekommen und da mussten wir natürlich erst mal einen Zwischenstop einlegen und alles bewundern und fotografieren :D. Der war aber auch schön!

Drinnen wurde gerade eine Beerdigungszeremonie abgehalten. Die Atmosphäre war richtig andächtig und wir sind auch nicht sonderlich lange geblieben. Man hatte das Gefühl, man stört diese Leute dort, die um ihren Verstorbenen trauerten.
Jizo-Statuen gab es an dem Schrein auch ganz viele. Die waren echt niedlich mit ihren roten Kappen und den verschiedenen Beilagen. Bei vielen Figuren waren Blumen oder Windräder (so sah das jedenfalls aus).
Ganz in der Nähe des Tempels, nur ein paar Meter entfernt, stand noch ein Tôri, zu dem es irgendwie kein richtiges Gebäude gab, aber zumindest ein Wasserbecken zum Händereinigen. Keiner wusste, warum das da war, aber hübsch wars trotzdem.
Anschließend ging es dann aber wirklich zum Tokyo-Tower. Und jetzt wissen wir, dass wir zukünftige Ausflüge in irgendwelche öffentlichen Einrichtungen nicht mehr am Wochenende, speziell Sonntag, machen. Das war ja sowas von voll! Die Schlangen waren jedes Mal endlos. Vor allem beim Rausgehen dann. Da haben wir uns sogar (trotz bereits schmerzender Füße) dazu entschieden, lieber die 500 Stufen bis zur unteren Plattform zu nehmen und von dort aus mit einem anderen Fahrstuhl weiter zu fahren. Von dort oben aus hat man übrigens gesehen, dass Tokyo verdammt viele Friedhöfe hat. Egal, von welcher Seite man rausgeguckt hat, überall waren welche zu sehen. Und generell hat die Stadt - außer am Küstenteil - wirklich bis ins Endlose gereicht. Wirklich unglaublich, wie weit das ist. Den Fuji-san konnten wir leider nicht sehen, dafür war das Wetter nicht klar genug. Und Miyuki konnte das ganze generell nicht genießen mit ihrer Höhenangst...

Nach dem Tower hat uns Toshi dann den Mita-Campus gezeigt, der da ganz in der Nähe ist (sind zu Fuß hingegangen. Hoffentlich hat sich Anne oder Franzi den Weg gemerkt). Der hat einen wunderschönen Eingangsbereich. Man kommt durch einen Gang mit gewölbter Decke und guckt direkt auf einen hübschen Baum, hinter dem eins der Campus-Gebäude steht.



Danach waren wir in einem japanischen Lokal Nudeln essen. Natürlich mit Stäbchen, wie es sich für einen anständigen Japanologen gehört. Unsere Japaner schienen darüber recht erstaunt. Toshi meinte, sein Freund aus Schottland, der eine Zeit lang bei ihm und seinen Eltern gewohnt hat, konnte das nicht.
Nach dem Essen waren wir noch in einem richtig großen Elektrogeschäft in Shinjuku, wo wir für Anne auch endlich einen passenden Adapter für den Adapter ihres Laptops bekommen haben. Der Stecker vom Lappi ist nämlich ein bisschen breiter als gewöhnlich und hat in keinen unserer anderen Japan-Stecker reingepasst, sondern nur in ihren Adapter, der aber in keine japanische Steckdose gepasst hat, weil da in der Mitte noch so ein Metallstäbchen dran ist. Und dafür haben wir jetzt noch einen Adapter gesucht. Und nun funktioniert zum Glück auch alles.
Inzwischen war es dunkel und wir haben uns endlich auf den Rückweg gemacht. Die Füße haben einen inzwischen sowieso schon umgebracht. Nur um einen weiteren Einkauf kamen wir nicht ganz drumrum, sonst hätte es kein Abendbrot gegeben. Oder Frühstück für morgen. Und es war auch ganz gut, dass wir noch mal in den 99-Yen-Laden rein sind. Da haben wir nämlich noch mal drei Japaner in ihren Uniformen gesehen (Anne hat schon den ganzen Tag versucht, Mittel- oder Oberschüler in der Uniform zu fotografieren, aber die waren alle zu schnell wieder weg). Und sie hat sie auch endlich mal ansprechen und fragen können. Die drei haben sich irre gefreut und einer von ihnen hat uns sogar seine Visitenkarte gegeben. Viel haben wir darauf noch nicht erkannt, aber: Die drei sind auch Keio-Studenten *lach*. Und kurze Zeit später kamen sie noch mal auf uns zu und haben um ein weiteres Foto gebeten. Sie haben nämlich von irgendwo her plötzlich noch zwei Freunde aufgetrieben, die auch mit aufs Foto wollten. Die Jungs waren schon lustig.
Jetzt sind wir alle wieder zu Hause, müde, und ich werd endlich mal das Mocchi probieren, was ich mir im 99-Yen-Shop noch geholt habe. Auf die hab ich mich besonders gefreut!

Bis zum nächsten Mal!
Nancy

Kommentare:

Basara hat gesagt…

Waaaaaah, das is so toll! Da entdeckt ihr nun Japan! Habt ihr echt verdient! Wo sind denn die anderen BLOGs?
weiterhin ganbare!

Franziska hat gesagt…

Ich? Weg gemerkt? Is' klar, ne...-_-°