Sonntag, 24. Februar 2008

Feiern auf Japanisch

Da gestern nix los war und ich mich nur ausgeruht hab, habe ich mal für einen Tag nix geschrieben. Ihr habt dadurch auch nix verpasst.
Heute gibt es dafür wieder was zu berichten: Zum Einen hab ich endlich mal einen richtigen Rundgang für meine Umfrage gemacht und bin dafür nach Shibuya gefahren. Allerdings hab ich mich schnellstmöglich in einen Buchladen verkrümelt, weil es draußen immer noch so gestürmt hat (vorgestern war es aber noch schlimmer gewesen), dass man dauernd Dreck in die Augen bekommen hat und einen Zettel hätte man da gleich gar nicht ausfüllen können. Also ab in den Buchladen. Und fleißig um die Mangaabteilung herumgetigert, wo am ehesten Leute meiner Zielgruppe zu erwarten waren. Und nachdem ich die erste viertel Stunde nur Fehlschläge hatte und schon knapp vorm Aufgeben war, ging es danach aber doch langsam vorwärts. Ganze 15 Bögen hab ich an den Mann bringen können, was gar nicht mal so einfach gewesen ist. Vor allem anfangs hab ich auch immer mal meinen Spruch variiert, um zu gucken, womit die meisten "anbeißen". Am effektivsten erwies sich dann eine Kombination aus Nennung der Uni, des Forschungsthemas und einer (selbstverständlich) ganz, ganz höflichen Aufforderung, ob man nicht biiiiiiiiitte helfen und einen Bogen ausfüllen könnte.

Ja, und abends ging es dann endlich in die Karaoke-Bar. Darauf habe ich mich schon sehr lange gefreut! In Japan sind die Teile irre beliebt und ich kann es absolut NICHT verstehen, warum man diese Marktlücke in Deutschland noch nicht erkannt hat. Na ja, sollte sich in den nächsten 6, 7 Jahren nix daran ändern, dann nehm ich das in die Hand *beschlossen hat*.
Also es war auf jeden Fall irre genial. Wir waren insgesamt zu zehnt und haben einen Raum für uns bekommen, in dem einige Wälzer, dick wie Telefonbücher, bereit lagen, die das Liedrepertoire beinhalteten. Und dann haben wir uns zwei Stunden lang die Seelen aus dem Hals gesungen (und nebenbei fleißig getrunken). Vor allem Toshi und Tomohito, ein weiterer Junge, der mit dabei war, konnten wirklich genial singen. Auch Sören, Student aus Mechthilds Jahrgang, der seit September hier in Japan ist und seitdem regelmäßig die Karaokebars frequentiert, hatte einiges zu bieten. Und Anne! Der muss das in den Genen liegen. Die ganze Familie war ja musisch veranlagt und tätig. Was sie ohne Gesangsausbildung hinbekommt, ist der Hammer!
Die Getränke waren im Übrigen alle frei, aber die Miete für die 2 1/2 Stunden war auch entsprechend gepfeffert: 3750 Yen. Heißt: 23,60 Euro. Da setzt man sich wirklich auf den A...llerwertesten. Trotzdem, der Abend war wunderbar. Um sowas mal erleben zu dürfen, kann man das Geld auch mal verschmerzen.

1 Kommentar:

Me-Chan hat gesagt…

Bei der Eröffnung einer Karaoke-Bar-Kette bin ich auch mit dabei
;-)