Samstag, 9. Februar 2008

Am Anfang einer Reise...

...steht der Flug. Und der hat uns drei (=Franziska, Anne und mich) ziemliche Nerven gekostet. Los ging es um 7:35 Uhr in Berlin Tegel und weil man lieber ein paar Minuten zu früh als zu spät dort ist, haben wir uns auch schon halb eins auf den Weg gemacht (mit Chauffeur Vati). Das Dumme daran: Die Straßen waren SO frei und nach kurzen Irreführungen durchs Navi und die Flughafenparkplatzausschilderung waren wir viel zu früh da. Der Flughafen hatte nämlich noch nicht mal geöffnet... Also kommt keinesfalls vor 4:00 Uhr dort an!
Dann erst mal stundenlang Beine in den Bauch gestanden, Löcher in die Luft geguckt und Zeit totgeschlagen. Aber der erste Teilflug nach Berlin verlief dann immerhin reibungslos. Und war so schnell vorbei, wie er begonnen hatte. Fünf Minuten nach dem Start hab ich nämlich nix mehr mitbekommen und ich bin erst wieder wach geworden, als der Flieger in Heathrow die Landebahn berührt hat. Damit hab ich dann auch ein kostenloses Frühstück in Form eines eher ungenießbaren Brötchens (Meinung von Franzi+Anne) verpasst.
Den 4-stündigen Heathrow-Aufenthalt habe ich auch mit abwechselnden Wach- und Schlafphasen verbracht, wobei der Schlaf auch hier wieder überwogen hat. Hey, seit Mittwochmorgen, 10:00 Uhr, hatte ich schließlich kein Auge mehr zu getan! Take-Off von der Boeing Richtung Tokyo dann auch fast (aber nur fast! und damit war ich besser als meine beiden Begleiterinnen) verpasst, die obligatorischen Warn- und Rettungshinweise dafür dann aber ganz verpasst. Wieder geschlafen.
Nachdem ich dann endlich wieder einigermaßen wach war, bin ich das auch fast für den Rest des Fluges geblieben. Man fühlte sich auf dem engen Sitz nämlich eher wie in einer Sardinendose und vor allem die Beine hatten darunter zu leiden (und der Rücken streikte vom Gepäck-schleppen sowieso schon), was jedes Wegnicken praktisch unmöglich machte, solange es nicht zwingend notwendig war. Dafür sind dann aber auch noch ein paar schöne Luftaufnahmen entstanden :).


Das letzte Bild war dann schon in Japan. Das verschneite Gebirge auf der Japanmeerseite war aber auch zu schön!
Dafür hatten wir bei der Ankunft grauen Himmel. Und natürlich haben sich der Flug verspätet, das Ausfüllen der letzten Unterlagen und ähnliches noch ein Weilchen hingezogen, dass wir erst um zehn unsere Japaner in der Eingangshalle getroffen haben. Die seit 'ner Stunde auf uns gewartet haben. Und dann noch mal eine halbe Stunde warten durften, bis wir es dann endlich mit vereinten Kräften geschafft haben, den vermaledeiten Citibank-Automaten dazu zu bringen, uns noch ein paar Yen auszuspucken (für die Wohnheimmiete und die ist ja nicht ganz ohne).
Nun war es Mittags um zwölf und die Anstrengungen des ewig langen Fluges (12 Stunden) und die seltsamen Schlafphasen zehrten allmählich so an der Kondition und den Nerven, dass ich fast wieder eingeschlafen wäre. Mit Japanisch verstehen oder reden war da natürlich nicht mehr viel. Anne ging es genauso, aber Franzi hat sich recht tapfer geschlagen. Und später ging es zum Glück auch uns wieder besser. Die Jungs waren so lieb, sogar unsere Koffer bis zum Wohnheim zu schleppen (und zwei von denen hatten immerhin 21 kg!) und Ayana hat ein bisschen mit der ersten Verständigung mit Hongo-san, unserer Wohnheimleiterin, geholfen. Dann noch kurz weiter zum Einkaufszentrum, Reisestecker gekauft und anschließend dann die Japaner verabschiedet, damit sie endlich nach Hause konnten.
Zurück im Wohnheim noch ein bisschen was mit Hongo-san abgesprochen, was auch einwandfrei funktioniert hat. Sie ist unheimlich lieb und spricht extra für uns natürlich sehr langsam, sodass wir sie gut verstehen. Und auch sonst ist das Reden mit ihr eine prima Übung und vor allem Abwechslung, denn hier muss man natürlich darauf achten, möglichst höflich zu sein. Und das sollten wir keinesfalls vergessen, wenn wir mit unseren Freunden von der Keio jetzt sicher mehr und mehr ins Höflichkeitsneutrale übergehen werden.
Die Einkäufe funktionieren ebenfalls problemlos. Der Verkäufer im 100-Yen-Shop um die Ecke hat zwar in einer Tour geredet und das in einem Tempo, bei dem ich nicht mal den Preis meines Einkaufs verstanden habe, aber der steht ja zum Glück auch an der Kasse. Das macht es so einfach.
Ansonsten hatten wir heute eigentlich noch vor, einen Schrein ganz hier in der Nähe zu besichtigen (Aussprache noch nicht herausbekommen, weil uns ein Kanji fehlt, aber wir arbeiten dran), aber das Wetter macht uns grad einen Strich durch die Rechnung. Und die Beine wollen im Grunde auch nicht mehr so richtig... Also auf morgen Abend verschoben. Mittags treffen wir uns außerdem mit Toshi, meinem Tandem-Partner von der Uni, und schauen uns den Tokyo-Tower und den Mita-Campus der Keio-Uni an. Die Reise hat also begonnen!

1 Kommentar:

Basara hat gesagt…

Ganbatte meine Lieben!