Donnerstag, 28. Februar 2008

Und schon wieder ein Museum

Bevor ich aber zu dem Museum komme, noch kurz zu gestern:
Da war ich bei Toshis Familie eingeladen und konnte mal gucken, wo mein Tandem-Partner so wohnt und wie seine Eltern sind. Anfangs hatte ich ein bisschen Bedenken, dass ich kein Wort rauskriegen würde oder dass ich überhaupt nix verstehen würde, wenn mich jemand was fragt, aber es ging einigermaßen.
Toshi hat mich erst mit dem Auto von Wohnheim abgeholt, mit dabei war auch seine Freundin Manami. Eine niedliche Japanerin, die ich zum ersten Mal gesehen habe. Zu Hause bei Toshi war erst einmal nur die Mutter mit anwesend. Klar, es war mitten in der Woche, da musste sein Vater schließlich arbeiten. Haben lecker Kekse und ähnliches gegessen und dazu Tee bzw. Kaffee getrunken und uns eben unterhalten. Wenn die Gespräche eine Weile zwischen Toshi, seiner Mutter und Manami umher gingen, war es meist zu schnell für mein bescheidenes Hörverständnis, aber ansonsten ging es.
Abends waren wir in einem gemütlichen Lokal essen. Rindfleischstreifen von verschiedenen Körperteilen des Rinds, die man sich selbst über einem kleinen Grill braten konnte. Toshis Vater hatte zu der Zeit dann auch Dienstschluss und ist im Restaurant zu uns gestoßen. Er ist auch ein sehr netter Mensch. Nur mit dem Reden (bzw. mit dem Verstehen) ging es dann gar nicht mehr. Es war einfach viel zu laut ringsum, als dass ich auch nur irgendwas hätte aufschnappen können. Schade. Dadurch hat sich leider keine Gelegenheit mehr ergeben, sich richtig zu unterhalten. Aber lecker war es *lach*. Und anschließend hat Toshi mich mit dem Auto zurück ins Wohnheim gebracht.

Heute kam, wie schon erwähnt, das nächste Museum dran. Diesmal ein Kunstmuseum, genannt "The National Art Center Tokyo". Eigentlich eine schöne Ausstellung, Hauptsächlich mit verschiedensten Tuschezeichnungen. Richtig typisch japanisch eben, so wie es sicher jeder schon mal irgendwo auf ein paar Bildern gesehen hat. Das Problem daran war nur, dass es bloß eine Ausstellung auf Zeit ist und ganz Tokyo wollte scheinbar noch dahin, bevor die Exponate wieder weg sind. Es war SOWAS von voll... Wirklich, das ging gar nicht. Man ist zum einen fast erstickt darin und zum anderen haben diese kleinen Omas fürchterlich genervt. Dauernd haben sie sich irgendwo dazwischen gedrängelt. Und überall stand man und kam nicht weiter, weil sich niemand bewegt hat, und von hinten haben die nächsten Leute schon wieder ihre Ellbögen in deinen Rücken gestochen. Ehrlich, am Ende war ich kurz davor, zurück zu stoßen...
Fotos konnten wir da drinnen natürlich keine machen. Bei Bildern, und Ausstellungen generell, ist das ja immer so 'ne Sache...
Um uns von dieser Anstrengung zu erholen, waren wir danach erst mal essen. Spaghetti. Mal wieder ein paar Stunden lang, weil wir einfach noch ein bisschen sitzen bleiben wollten. Anschließend haben wir beschlossen, noch "Purikura"-Bildchen machen zu lassen, was wirklich lustig war. Das sind so kleine Automaten-Bildchen mit farbigen Hintergründen, die man anschließend noch reich verzieren kann. Und die Qualität der Fotos dort ist mit der in Deutschland überhaupt nicht zu vergleichen. Hier ist sowas generell um Welten besser.

Dienstag, 26. Februar 2008

Ein Stück Vergangenheit

Wenn ihr einmal nach Tokyo kommt, solltet ihr euch unbedingt das Edo-Tokyo-Museum ansehen. Wie der Name schon sagt, behandelt es die Geschichte Japans zur Edo-Zeit bis hin zur Zeit um den 2. Weltkrieg (also ca. vom 18. Jhd. bis in die 50er, 60er Jahre). Mit viel Anschauungsmaterial - Maschinen, Kleidung, Bildern, Schriftstücken, Haushaltsgegenständen und vielem mehr - und liebevoll nachgestalteten Modellen, die man in großen Vitrinen beschauen kann. Ganze Stadtteile, die Residenz eines Daimyo (Landesfürsten), ein Gasthaus, Häuser der einfachen Leute... Es gab einfach alles. Wirklich toll. Hinzu kamen noch einige niedliche Animationen und natürlich die ganzen Infotafeln. 2 1/2 Stunden haben wir dort verbracht, ohne großartig zu trödeln. Wahrscheinlich hätten wir sogar noch länger bleiben können, doch wir waren mal wieder eine recht große Truppe (9 Leute) und da ziehen die einen die anderen immer so ein bisschen mit.

In der Nähe des Museums war noch eine Sumo-Halle und es gab auch wenigstens ein Restaurant, in dem wir das für die Sumo-Ringer typische Essen "Chyanko" hätten probieren können, aber seltsamerweise war das sauteuer. Und das muss für ein einfaches Mittagessen ja auch nicht sein (zumal ich von einer normal japanischen Portion eh immer nicht satt werde, weil da einfach so wenig Fleisch drin ist).

Nach dem Essen war es schon gegen um vier und Anne, Mechthild und ich haben uns wieder auf den Heimweg gemacht. Franzi wollte noch mal kurz in einem Buchladen vorbeigucken, weil sie für einen Bekannten dort was suchen wollte, aber insgesamt hatten wir uns heute alle nicht so viel vorgenommen. Anne hat es von uns am heftigsten erwischt. Sie war mit einem Mal so hundemüde...! Haben uns grad alle in die U-Bahn gesetzt, sie stellt mir eine Frage und während ich kurz überlege und ihr antworte, ist sie auch schon eingeschlafen und bekommt nix mehr mit *lach*.
Und so richtig Lust zum Bilder-Austauschen hatte heute auch keiner mehr (zumindest Franzi und Anne nicht, die sich nach dem Heimkehren sowieso erst mal hingelegt hatten), also machen wir das morgen. Mal sehen, vielleicht lade ich einige Fotos nachträglich hoch.

Montag, 25. Februar 2008

Kaiserpalast und Umgebung

Heute haben wir einen Blick auf einen kleinen Ausschnitt des Kaiserpalastes werfen können. Leider war nicht so viel zu sehen; bloß das, was zwischen den Bäumen immer mal hervorgelugt hat, denn heute ist Ruhetag (klasse) und so konnten wir nicht mal einen Teil des Geländes betreten. Aber das, was wir gesehen haben, war schon mal nicht schlecht. Der Tenno und seine Familie haben es echt gut! Und einen riiiiiiiesigen Teich (genannt "Burggraben") haben die vor ihrem bescheidenen Wohnsitz. Mit genauso riesigen Kois. Gott, waren das ein paar fette Viecher! Und anscheinend permanent hungrig - so gierig, wie die an der Oberfläche herumgewuselt sind und die Mäuler aufgesperrt haben (da wär sicher schnell mal 'ne ganze Scheibe Brot drin verschwunden).

Vom Palast aus ging es dann erst mal zum Mittagessen. Obwohl wir nicht soooo viel zu Gesicht bekommen hatten, waren auch schon wieder zwei Stunden um, seit wir uns mit unseren Japanern (diesmal Rio (hinten links), Shinobu (vorn) und Tomohito (hinten rechts)) getroffen haben und die meisten von uns waren entsprechend hungrig.
Anschließend ging es weiter zum Budokan, DER Kampfsport-Arena Japans, und dann zum Yasukuni-Schrein. Wenn man schon in Japan ist, darf man den ja nun wirklich nicht auslassen. Und er war auch sehr hübsch anzusehen :).
Nebenan gab es gleich ein Museum über Japans Kriege, deren Verläufe, teilnehmende Personen etc. Mit viel Anschauungsmaterial eben. Nur Fotos durfte man dort - mal wieder - keine machen. Oder zumindest bloß in einem einzigen Raum im Eingangsbereich, aber da stand kaum was Sehenswertes.
Punkt um fünf wurden dort aber sämtliche Bürgersteige hochgeklappt. Man wurde gebeten, das Museum zu verlassen und als wir draußen waren, hatte der Yasukuni auch schon seine Pforten geschlossen. Hab ich zum ersten Mal gesehen, dass es vor einem Schrein so riesige Holztore gibt...

Sonntag, 24. Februar 2008

Feiern auf Japanisch

Da gestern nix los war und ich mich nur ausgeruht hab, habe ich mal für einen Tag nix geschrieben. Ihr habt dadurch auch nix verpasst.
Heute gibt es dafür wieder was zu berichten: Zum Einen hab ich endlich mal einen richtigen Rundgang für meine Umfrage gemacht und bin dafür nach Shibuya gefahren. Allerdings hab ich mich schnellstmöglich in einen Buchladen verkrümelt, weil es draußen immer noch so gestürmt hat (vorgestern war es aber noch schlimmer gewesen), dass man dauernd Dreck in die Augen bekommen hat und einen Zettel hätte man da gleich gar nicht ausfüllen können. Also ab in den Buchladen. Und fleißig um die Mangaabteilung herumgetigert, wo am ehesten Leute meiner Zielgruppe zu erwarten waren. Und nachdem ich die erste viertel Stunde nur Fehlschläge hatte und schon knapp vorm Aufgeben war, ging es danach aber doch langsam vorwärts. Ganze 15 Bögen hab ich an den Mann bringen können, was gar nicht mal so einfach gewesen ist. Vor allem anfangs hab ich auch immer mal meinen Spruch variiert, um zu gucken, womit die meisten "anbeißen". Am effektivsten erwies sich dann eine Kombination aus Nennung der Uni, des Forschungsthemas und einer (selbstverständlich) ganz, ganz höflichen Aufforderung, ob man nicht biiiiiiiiitte helfen und einen Bogen ausfüllen könnte.

Ja, und abends ging es dann endlich in die Karaoke-Bar. Darauf habe ich mich schon sehr lange gefreut! In Japan sind die Teile irre beliebt und ich kann es absolut NICHT verstehen, warum man diese Marktlücke in Deutschland noch nicht erkannt hat. Na ja, sollte sich in den nächsten 6, 7 Jahren nix daran ändern, dann nehm ich das in die Hand *beschlossen hat*.
Also es war auf jeden Fall irre genial. Wir waren insgesamt zu zehnt und haben einen Raum für uns bekommen, in dem einige Wälzer, dick wie Telefonbücher, bereit lagen, die das Liedrepertoire beinhalteten. Und dann haben wir uns zwei Stunden lang die Seelen aus dem Hals gesungen (und nebenbei fleißig getrunken). Vor allem Toshi und Tomohito, ein weiterer Junge, der mit dabei war, konnten wirklich genial singen. Auch Sören, Student aus Mechthilds Jahrgang, der seit September hier in Japan ist und seitdem regelmäßig die Karaokebars frequentiert, hatte einiges zu bieten. Und Anne! Der muss das in den Genen liegen. Die ganze Familie war ja musisch veranlagt und tätig. Was sie ohne Gesangsausbildung hinbekommt, ist der Hammer!
Die Getränke waren im Übrigen alle frei, aber die Miete für die 2 1/2 Stunden war auch entsprechend gepfeffert: 3750 Yen. Heißt: 23,60 Euro. Da setzt man sich wirklich auf den A...llerwertesten. Trotzdem, der Abend war wunderbar. Um sowas mal erleben zu dürfen, kann man das Geld auch mal verschmerzen.

Freitag, 22. Februar 2008

Sensou-ji gesehen (und irgendwie doch kaum was mitbekommen...)

Heute war ein Tag, an dem ich im wahrsten Sinne des Wortes wohl besser im Bett geblieben wäre. Ging schon damit los, dass ich mich beim Aufstehen schon richtig erschlagen gefühlt habe. Die gemütlichen, gut beheizten U-Bahnen haben nicht unbedingt dabei geholfen, meinen Kreislauf in Schwung zu bringen, sondern eher erreicht, dass ich in Asakusa die ersten paar Stunden so ziemlich das Gefühl hatte, jeden Moment beim Laufen einzuschlafen. Natürlich habe ich registriert, was wir so alles gesehen haben. Zum Beispiel dieses große, rote Tor, das zu der kleinen Einkaufspassage führt, die auf den Sensou-ji zuführt (und dort haben wir alle auch noch ein bisschen Geld dalassen können). Und den Sensou-ji selbst und den kleinen Schrein, der gleich nebenan steht, haben wir natürlich auch bewundert. Aber diese große Begeisterung der letzten Zeit hat sich nicht richtig einstellen können. Dafür war ich einfach zu fertig. Und es half auch nicht, dass Anne genauso schlimm aussah, wie ich mich gefühlt habe, und am liebsten auch gleich wieder ins Wohnheim zurückgefahren und ins Bett gegangen wäre. Es wird wirklich mal Zeit für einen freien Tag. Es ist wirklich unglaublich, dass Franzi immer noch so gut durchhält und auch heute Abend noch ewig mit unserem Koreaner unterwegs war, den wir neulich hier kennen gelernt haben (sie waren noch in 'nem Café Tee trinken und haben sich Ginza angeschaut).

Nach dem Sensou-ji haben wir jedenfalls gleich noch einen weiteren, aber wesentlich kleineren Tempel in Asakusa (so heißt das Viertel, in dem der Sensou-ji steht) aufgesucht, der einen fürchterlich langen und seltsamen Namen hatte und wo es ein paar Jizos zu bestaunen gab, die Franzi für ihr Forschungsprojekt gern fotografieren wollte.
Inzwischen waren wir auch vollzählig und haben dann zu zehnt versucht, einen Platz in einem japanischen Lokal zu bekommen, um gemeinsam Mittag zu essen. Beim zweiten Versuch hat es zum Glück auch schon geklappt. Haben dann Monja (auch zum selber braten auf so einer schwarzen Kochstelle im Tisch) und noch mal Okonomiyaki gegessen und es war sehr lustig. Japanisch essen ist sowieso sehr angenehm. Man sitzt Stunden rum, unterhält sich, isst nebenbei, bestellt noch mal nach, wenn man noch was möchte, und das alles ist seeehr ausgelassen. Jeder bestellt sich irgendwas und alle können von jedem was essen und zum Schluss zahlt jeder dasselbe. Wirklich eine tolle Sache.

Stunden später sind wir dann aus dem Lokal wieder rausgegangen und haben uns dann auf den Rückweg gemacht (bis auf Franzi). Und nun werde ich nur noch kurz was essen und dann auch ins Bett gehen. Heute geht wirklich nichts mehr...
Aber weil es dazu gehört, noch ein paar Bilder vom Sensou-ji.

Donnerstag, 21. Februar 2008

Geburtstag in Japan

Ja, heute ist der 21. Februar. Heute ist mein Geburtstag. Mein 21. Und ich hatte es mir schlimmer, bzw. trister, vorgestellt; so ganz weit weg von (fast) allen Freunden und Familie. Aber eigentlich war heute doch ein sehr schöner Tag. Ich habe - nach japanischer Zeitrechnung - praktisch reingefeiert und mit Vati im MSN gechattet, der mir natürlich auch gleich als erster gratuliert hat. Gleich danach kam Mutti, die von Arbeit aus angerufen hat und per Handy, was Vati ans Mikro vom Headset gehalten hat, konnte sie mir auch gleich gratulieren *lach*. Und meine Großeltern haben mir auch kurz nach Mitternacht gleich geschrieben ^^. Von Deutschland aus machte sich das ja gut, weil es da gerade mal 16:00 Uhr war.

Das Beste kam aber heute Morgen nach dem Aufstehen, als wir uns alle unten treffen wollten, um uns zur Gasshuku-Besprechung mit Kaisei zu treffen: Kaum aus dem Aufzug ausgestiegen, kommt unsere Leiterin Hongo-san auf mich zu und meint, es wurde ein Paket für mich abgegeben. Natürlich hab ich es gleich auf gemacht und - tadaaa! ein Strauß Blumen :D! Aufgrund noch immer mangelnder Kanji-Kenntnisse war Hongo-san so lieb, mir den Absender vorzulesen und mir sind fast die Augen ausgefallen, als sie das gesagt hat: Yuo Shino. Ich dachte, ich hör nicht recht! Aber nachdem ich mich etwas gefangen habe, ist mir wieder eingefallen, dass Vati mich ja heimlichtuerisch nach Yuo-sensei gefragt hatte und später im Chat hat er mir dann auch bestätigt, was ich schon vermutet hatte: Er (und Mutti) hat sie gefragt, ob sie nicht mit helfen könnte, in Japan einen Strauß Blumen zu organisieren, der mir am 21.2. geliefert wurde. Das fand ich ja sooooooowas von lieb!
Bei dem Paket gab es neben dem Namen auch eine Telefonnummer. Dachte ich mir, ruf ich Yuo-sensei doch mal an und bedank mich wenigstens persönlich. Als ich dann aber in der Telefonzelle stand und jemanden am Apparat hatte, war das nicht Yuo-sensei, sondern ihre Mutter *lach*. Weil unsere gute Dozentin gerade selbst noch in Deutschland ist, hat sie die Bitte freundlicherweise noch weitervermittelt ^^.
Ja, und das ist besagter Blumenstrauß:

Natürlich sind wir dadurch etwas in Zeitprobleme gekommen (und Franzi und Anne waren auch etwas später dran, weil sie mir ebenfalls ein Geschenk geholt hatten, das aber kurzzeitig in den Untiefen von Annes Zimmer verschwunden war *lach*. Dazu aber später noch :) ). Eher rennend als laufend sind wir dann ziemlich erschöpft, aber fast noch pünktlich, am verabredeten Treffpunkt angekommen, wo Kaisei und die zwei Japanerinnen, die uns am 6.3. zum Gasshuku abholen werden, schon auf uns gewartet haben. Wir sind dann erst mal gemütlich in ein Café gegangen, haben Kuchen und heiße Schokolade bestellt und überlegt, was wir beim Gasshuku so machen können. Das ist schließlich ein Sprachlerncamp, vor allem für die Deutsch lernenden Keio-Studenten, und wir helfen dabei, den Unterricht an einem dieser Tage mit zu gestalten.
Einige fruchtbare Dialoge später sind wir zum Bahnhof aufgebrochen und haben uns auf den Weg zur Insel Enoshima gemacht, ganz in der Nähe von Kamakura. Das war ein wundervoller Anblick! Überall Meer, Strand, Boote und die Insel mit ihren grünen Hügeln. Echt wahnsinn!


Ach, ich könnte sooooo viele wunderbare Ansichten vom Meer zeigen! Wir haben das wirklich fotografiert wie die Weltmeister. Das letzte Bild soll neben dem Sonnenuntergang eigentlich noch den Fuji-san zeigen, den man in der Fernen gräulich hat durchschimmern sehen, doch auf dem Foto ist das noch viel unscheinbarer als in Wirklichkeit (da hat man ihn eigentlich noch ganz gut erkannt). Na ihr könnt ja mal gucken, ob ihr ihn findet. Müsste ziemlich mittig sein auf dem Bild.

Ansonsten gab es auf Enoshima natürlich wieder jede Menge Schreine, von denen auch nicht ein Winkel vor unseren Apparaten verschont geblieben ist, und Anne hat sich eine supersüße Mütze gekauft ^^. Die muss sie in Halle unbedingt aufsetzen!

Der hübsche weiße Drache ist der Schutzgott der Insel, Ryujin (was schlicht und ergreifend "Drachengott" heißt).
So schön, wie es auch war, aber so anstrengend war es auch. Die Insel war ja, wie man auf dem einen Bild bereits sehen konnte, wirklich seeeeehr gebirgig und wir sind dauernd Treppe rauf, Treppe runter gelaufen. Spätestens auf dem Rückweg haben wir das dann wirklich in den Oberschenkeln gemerkt. Und langsam waren wir auch recht müde. Also sind wir schließlich zum Bahnhof zurückgebummelt (mit Zwischenstop an der Telefonzelle, von wo aus ich eigentlich Yuo-sensei anrufen wollte, dann aber ihre Mutter am Apparat hatte) und in Fujisawa, einem Zwischenhalt, wo wir eh umsteigen mussten, sind wir dann noch mal raus aus dem Bahnhof und haben ein Restaurant fürs Abendbrot gesucht. Diesmal gab es Okonomiyaki, eine Art japanische Pizza, die man sich auf so einer schwarzen Kochplatte, die in den Tisch eingelassen ist, selbst braten kann. Außerdem gab es Karage (gebratenes Hähnchenfleisch, Bild 4) und Takoyaki (Tintenfischbällchen, Bild 3). Und zum Schluss noch eine gebackene Kartoffel. Alles seeeeehr lecker! Vor allem das Japanische Essen natürlich, denn die Kartoffeln kennt man ja in mehr oder weniger dieser Form auch aus Deutschland.
Ich durfte eins der Okonomiyaki übrigens selbst zusammenrühren (man hat das erst mit seinen Einzelzutaten in einer Schüssel bekommen und musste alles kräftig durchmixen), auf der Platte verteilen, später wenden und in Stücke teilen. Und sogar das Wenden hat geklappt, ohne das ganze Ding vom Tisch zu werfen *freu*.

Kaiseis Freund Yusuke, auch ein Deutschlehrer, mit dem wir uns in Enoshima getroffen hatten, hat uns alle zum Essen eingeladen. Das machen die Japaner oft, wenn sie älter sind als du. War jetzt schon das dritte Mal (ist dort eine allgemeine Form der Höflichkeit). Ein Glück, dass wir wieder unser Notgeschenk dabei hatten, was wir ihm als Dank dafür geben konnten! Da kommt man sich sonst wirklich blöd vor, wenn man so lieb eingeladen wird und dann nicht mal ein kleines Dankeschön dabei hat. Aber so kann ich auch einigermaßen sicher sein, dass meine mitgebrachten Gastgeschenke noch alle verteilt werden :).

Kurz bevor wir uns am Zug von Kaisei verabschiedet haben, hat er mir auch noch ein Geburtstags-Geschenk gegeben: Ein Buch mit ganz vielen Bildern über Japan. Aber nicht so das Typische, was man immer sieht, also Fuji, Sehenswürdigkeiten, Tempel, Schreine, Kirschblüten etc., sondern ganz alltägliche Bilder. Kinder auf der Straße, schlafende Menschen in der U-Bahn, Tiere, Familien, die kleinen Nebenstraßen, die hinter den großen, bekannten Einkaufsmeilen liegen und und und. Wirklich sehr schön :).
Und zurück im Wohnheim - ich bin erst mal von einem Haufen E-Mails überschwemmt worden, worüber ich mich uuuuuunheimlich gefreut habe (deshalb schreibe ich heute auch erst so spät meinen Eintrag), hat Anne dann auch das Geschenk von ihr und Franzi wiedergefunden: Eine schöne silberne Haarspange mit einer kleinen Blüte am Ende. Unheimlich hübsch! Jetzt weiß ich, warum sie mich neulich im Hiyoshi-Bahnhof so verzweifelt davon abbringen wollten, mir Haarschmuck für meinen Yukata zu kaufen, als wir noch mal dran vorbei sind *lach*! Nur das Einstecken in die Haare muss ich noch üben. Das ist eher eine Art Haarnadel und man dreht die Haare erst ein, dreht sie dann irgendwie nach innen *das noch nicht ganz verstanden hat* und steckt sie dann mit der Nadel fest, sodass man den eingedrehten Pferdeschwanz gar nicht mehr sieht. Na ich hab ja noch Zeit, es zu lernen.

Ansonsten sind meine größten Geburtstags-Errungenschaften natürlich das elektronische Wörterbuch und der Yukata (gesponsort von dem Geburtstagsgeld meiner Eltern und Großeltern. Vielen lieben Dank!).

Mittwoch, 20. Februar 2008

Akihabara

Heute haben wir das Manga- und Animemekka Tokyos unsicher gemacht. Und weil es daneben auch einen Haufen Elektroartikel gibt, haben wir uns erst einmal gezielt auf die Suche nach einem elektronischen Wörterbuch begeben. Rund eine Stunde haben wir rumgeguckt und Preise verglichen, nur um festzustellen, dass der Stand, an dem wir zuerst waren, doch bei weitem am preiswertesten war. Die Modelle dort waren die Auslaufmodelle vom letzten Jahr (also im Grunde immer noch top aktuell), aber dadurch, dass jetzt schon wieder so viele neue Versionen nachgerückt sind, waren die Preise dort, verglichen zu den anderen Wörterbüchern, wesentlich niedriger. Letztlich haben wir daher ein Deutsch-Japanisch/Japanisch-Deutsches Wörterbuch für knapp 25000 Yen, also knapp 160 Euro, bekommen. Das ist wirklich ein super Preis. Ich hatte anfangs schon mit 100 Euro mehr gerechnet. Und noch etwas Tolles hat Franzi mir grad erzählt: Sie hat ein bisschen im Internet recherchiert und da hätte unser Modell zwischen 280 und 400nochwas Euro gekostet! Also spätestens JETZT können wir uns wohl wirklich sicher sein, dass es ein tolles Wörterbuch ist :D!

Nachdem wir das Wörterbuch endlich hatten, sind wir noch gut vier Stunden durch die verschiedenen Geschäfte spaziert und haben nach Souvenirs geguckt. Tja, und was gibts zu berichten? Nichts. Wirklich rein gar nichts. Sowohl Anne als auch ich hatten eigentlich einige konkrete Ideen, wonach wir gucken wollten, doch einerseits gab es so viel, dass man überhaupt keinen Überblick hatte und andererseits hat man, selbst wenn es mal in die Richtung ging, in der man was kaufen wollte, nie genau das richtige gefunden. Also haben wir uns halb sechs mehr oder weniger enttäuscht wieder auf den Rückweg gemacht und waren nach um sieben dann wieder im Wohnheim. Und wie immer taten/tun die Füße weh.

Na ja, ich werd mich jetzt erst mal ein bisschen mit dem neuen Wörterbuch beschäftigen (eine Wörterbuch-Tasche gab es gratis dazu) und mal gucken, ob ich die wichtigsten Funktionen finde.

Dienstag, 19. Februar 2008

Kamakura, die alte Shogunats-Residenz

Genau die haben wir uns heute angeguckt! Kamakura liegt nicht genau in Tokio, aber in der Nähe. Vom Hiyoshi-Bahnhof aus 35 Minuten mit dem Zug und man ist da. Begleitet hat uns ein Japaner, den Mechthild in Dubai kennen gelernt hat. Izumi. Das war auch einer der wenigen Japaner, die wirklich perfektes Englisch können (nebst perfektem Japanisch natürlich), weil er einige Jahre in Amerika gelebt hat. Aber wir haben uns trotzdem bemüht, möglichst viel Japanisch mit ihm zu sprechen. Teilweise war es aber doch etwas durcheinander (zumal vor allem Mechthild sich lieber auf ihr Englisch verlassen hat), sodass man dann teilweise gar nicht mehr wusste, in welcher Sprache man sich nun unterhalten hat *lach*. Plötzlich Japanisch, dann wieder Englisch, dann beides in einem Satz zusammen... Hui.

Aber kommen wir lieber zu den interessanten Sachen: Was haben wir gesehen? Zuerst einen wunderschönen, großen Schrein, den Hachijan-Schrein (bin mir mit dem Namen aber nicht mehr sicher). Die anderen haben sich wieder die Hände am Wasserbecken gewaschen, aber ich habe es mir diesmal verkniffen. Meine Finger waren auch so schon halb steif gefrohren. Die hatten heute Vormittag einen ziemlichen Frostbeulen-Anflug.
Drinnen im Schrein gab es ein kleines Museum mit Ausstellungsstücken, die hauptsächlich aus der Muromachi- und Edo-Zeit stammten. Bildrollen (z.B. von Miyamoto Yoritomo, dem ersten Shougun überhaupt), zwei wunderschöne, aber wahnsinnig vielschichtige und dementsprechend schwere Kimonos, Dachschindeln, Brückenteile, Pfeil und Bogen... Fotos waren da drinnen leider wieder nicht erlaubt. Aber von der Außenansicht habe ich wieder ein paar :).

Zu dieser Trommel ist ca. alle fünf Minuten eine Priesterin (oder falls sie noch keine war; auf jeden Fall eine Person, die in diesem Tempel arbeitet) gekommen, die darauf getrommelt hat. Izumi meinte, dass das wohl den ganzen Tag gemacht wird.

Anschließend sind wir zum Bahnhof zurückgegangen und von dort aus zur großen Buddha-Statue gefahren. Die war wirklich enorm! Allerdings meinte Izumi, dass es in Nara noch eine größere gibt, die ungefähr die doppelte Höhe hat. Und es gab einen hübschen Garten ringsum. Dort lebte ein Haufen Eichhörnchen und für die meisten Besucher (erstaunlich viele Ausländer und - was bei den vielen Japanern, die wir immer sehen, sehr ungewohnt ist - viele verhältnismäßig "dicke" Menschen. Es ist echt unglaublich, wie spargeldürr die meisten Japaner sind!) war das gleich die zweite Attraktion an diesem Ort. In dem Zoo, den wir besucht hatten, hätte es die ja auch geben sollen, nur gesehen hat man sie nicht.
Für 20 Yen (also fast kostenlos) konnte man auch mal in den Buddha reingehen. Der war ja gänzlich hohl angefertigt. Und auf der Rückseite, in etwa auf Höhe der Schulterblätter, hatte er zwei Fenster *lach*. Das sah echt seltsam aus...

Souvenire haben wir auch einige gekauft. Da hat man in Kamakura eine schöne Auswahl. Und Mechthild war ganz hin und weg von den ganzen Waffen. Vor allem die Katana, japanische Schwerter, hatten es ihr natürlich angetan, aber auch die ganzen Krallen, Wurfsterne und -messer und was es sonst nicht alles gab.

Nebenbei habe ich noch ein paar Geta, japanische Holzsandalen, für meinen Yukata bekommen. War gar nicht so einfach, weil Europäer generell relativ große Füße haben und ich im Besonderen auch unter europäischen Frauen eine ziemlich große Schuhgröße habe (40/41). Aber die, die ich jetzt habe, dürften gehen. Mal gucken, wie lange ich damit laufen kann, bis mich meine Füße umbringen.

Montag, 18. Februar 2008

Ghibli-Museum

Heute haben wir - das waren diesmal nur Anne, Franzi und ich - uns mit Mikiko und ihrem großen Bruder getroffen und sind gemeinsam ins Ghibli-Museum gegangen. Und abgesehen, dass es da ganz schön voll war, war es sehr interessant. Es gab einige Hologramme, die wirkten wie 3D-Darstellungen, in denen z.B. ein Schwarm Vögel um einen Roboter herumflattert. Lustig war auch das Totoro-Karussell, dass sich extrem schnell gedreht hat und dadurch den Anschein erweckt hat, als würden sich alle Figuren darin bewegen. Ein kleines Mädchen hat mit einem der Totoros Seilhüpfen gespielt, das kleine, weiße Totoro ist die Wiese hochgerannt, oben flogen die Krähen... Also richtig aufwändig! Und sehr lustig anzusehen. Und natürlich gab es überall Bilder und Ausschnitte aus den ganzen Ghibli-Filmen. Wobei ich da festgestellt habe, dass ich wirklich enorm viele noch nicht gesehen habe. Anne dagegen schon. Ich frag mich, wann sie das geschafft hat.
Am besten fand ich die oberen Räume. Die Wände dort waren praktisch tapeziert mit reihenweise Aquarellskizzen zu den verschiedenen Filmen, in anderen Räumen hingen auch richtig aufwändige Bilder, die so genial waren (vor allem die Hintergründe), dass es von weitem eher wie fotografiert aussah. Und die Arbeitstische und -materialien der Zeichner konnte man sich ansehen. Unglaublich, was die da für eine Farbenvielfalt haben! Okay, es ist das größte noch per Hand arbeitende Zeichenstudio der Welt...
Zum Schluss gab es noch eine Vorführung irgendeines kurzen Kinderfilms mit einem Wal. Wahrscheinlich Anti-Walfang-Propaganda kinderfreundlich verpackt. Klar, unsere Altersklasse war das dann nicht mehr, aber stellenweise war es schon witzig, weil man an sowas auch die moralischen Ansichten der Japaner ganz gut erkennen kann. Dass sich selbst die Kindergartenknirpse schon alle brav in einer Reihe aufstellen und verbäugen z.B. Und dann gab es wiederum eine Stelle, die fanden wir alle ziemlich makaber. Die älteren Knirpse dieses Kindergartens sind gerade mit ihrem selbstgebauten Boot übers Meer gefahren und haben Äpfel gegessen. Der einen hat seinen geschält, aber mit was für einem Messer! Das fasst bei uns nicht mal jeder Erwachsene an! Ein halbes Hackebeil war das. Und so etwas in einem Kinderfilm...

Leider kann ich heute nicht mit Fotos dienen, denn das war da drinnen verboten. Die einzigen paar von außerhalb haben Anne und Franzi geschossen, aber wir haben heute noch keine Fotos ausgetauscht, also kann ich leider nix zeigen.

Sonntag, 17. Februar 2008

Das Wiki-Treffen

Heute fand ein kleines Wikipedia-Treffen hier in Yokohama statt. Franzi, als fleißiges Mitglied bei Wikipedia, hatte davon gewusst und wollte natürlich hin gehen und da es ganz interessant klang, was so auf dem Programm stand, sind Anne, Mechthild und ich auch mitgekommen.
Treffpunkt war das Freilicht-Museum Minka-en, ein kleines Dorf mit Farmhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ganz dort in der Nähe haben wir, als wir vom Bahnhof gekommen sind, einen Kimono-Laden entdeckt, in den vor allem Anne und ich unbedingt mal rein wollten. Ich hatte sowieso vor, einen Yukata zu kaufen, wenn es nur irgendwie möglich ist. Und als wir dann da drinnen waren, war es um mich geschehen. Yukatas hingen dort zwar nicht aus, sondern Kimonos (schließlich ist es Winter und Yukatas sind nur leichte Sommergewänder), aber...wahnsinn! Einfach nur wahnsinn! Die waren teilweise so wunderschön, das war echt unglaublich! Wenn das mein Stipendiums-Budget nicht um Längen gesprengt hätte, hätte ich mir wahrscheinlich gleich so einen gekauft (aber bei der Auswahl war es schwer, sich zu entscheiden), aber spätestens da wusste ich, dass ich von diesem Ort nicht mehr ohne Yukata weg kommen würde. Die nette Besitzerin des Ladens hat dann auch noch ein paar rausgeholt, die sie noch da hatte, und der eine (war noch eingepackt in Folie), hat mir gleich ziemlich gut gefallen. Blau mit zarten Lilienmotiven. Allerdings war die Zeit inzwischen ziemlich knapp und wir mussten erst mal weiter, zum Museum.

Vor besagtem Museum haben wir uns dann auch pünktlich versammelt (12 Leute waren es insgesamt, drei davon Japaner) und dann ging es los. Die ganzen schönen, alten Häuser angeguckt. Und das waren einige. Ich lass hier am besten mal die Bilder sprechen, denn die sind aussagekräftiger, als es meine Beschreibungen sein könnten.





Auf dem letzten Bild hat der Mann, der uns herumgeführt hat, uns gezeigt, wie man das Kochgeschirr von damals bedient hat. Da wurde ja noch über offenen Feuerstellen gekocht und mit diesem Gerätchen, das man an der Decke befestigt hatte, konnte man die Höhe einstellen, in der man einen Topf oder Ähnliches über dem Feuer aufhängen wollte. Wir konnten das auch selbst mal probieren. Genauso wie einen Reismahlstein, mit dem wir - welch Wunder - Reismehl gemacht haben.
In einigen Häusern konnte man auch die Schuhe ausziehen und sich auf den Tatami-Boden setzen und seine Hände kurz an einer Feuerstelle wärmen oder Ähnliches. Leider war es ausgerechnet heute bitterkalt, die Sonne wollte nicht richtig rauskommen, und teilweise war es auch windig. Und grade diesmal hatte ich meinen Schal und meine schwarze Strickjacke nicht dabei. Ich hab so gefroren. Aber Anne ging es genauso. Sie hatte sich auch zu sehr von dem warmen Wetter der letzten Tage verleiten lassen.

Für um fünf hatten wir Plätze in einem japanischen Gasthaus (einem RICHTIG japanischen Gasthaus, mit einzelnen Räumen, die durch Schiebetüren abgetrennt waren, und Sitzkissen rings um den Tischen und einem kleinen Bereich, wo man vor dem Betreten des Raumes die Schuhe ausziehen musste und so) bestellt und bis es so weit war, hatten wir noch ca. 1 1/2 Stunden Zeit. Also sind wir, diesmal mit den Japanern und den Japanisch-sprechenden Deutschen (einer davon Student im Austauschjahr, drei Dozenten an Unis, eine von ihnen sogar auch an der Keio *g*) im Schlepptau zu dem Kimono-Laden zurückgegangen. Zwecks Beseitigung noch bestehender Sprachbarrieren. Und dann durfte ich den Yukata, den ich mir ausgeguckt hatte, mal anprobieren ^^. Die Verkäuferin war so lieb, sie hat mir gleich noch einen Obi dazu ausgesucht, die Haare ein bisschen mit ihren Haarnadeln hochgesteckt und dann wurden erst mal Fotos davon gemacht *lach*. Tja, und natürlich konnte und wollte ich mich von dem Yukata nicht mehr trennen. Theoretisch hätte alles zusammen 6250 Yen gekostet (3000 Yen Yukata, 2500 Yen Obi, 750 Yen breiteres Band, was man unter den Obi bindet). Dazu gab es gratis noch die zwei dünnen Bänder, die man braucht, um den Yukata festzubinden. Insgesamt also 6250 Yen. Ich hab alles für 5000 bekommen. Und dann hat sie mir noch die eine der zwei Haarnadeln geschenkt. Das war so lieb von ihr! Also: Wenn ihr irgendwann mal in Japan seid, guckt in Yokohama, Nähe Noborito-Bahnhof, nach diesem Kimono-Laden! Da gibt es die herrlichsten Sachen! Und die Frau ist irre lieb *lach*.
Nyo, so sieht das gute Stück nun aus (und das neben mir ist natürlich die nette Verkäuferin):


Der zweite Aufenthalt in diesem Laden hat bestimmt noch mal 'ne Stunde gedauert und so ging es inzwischen straff auf halb fünf zu. Sprich: Zeit, sich auf den Weg zum Gasthaus zu machen. Das war übrigens auch ganz in der Nähe vom Noboriko-Bahnhof, sehr zu unserem Glück, denn wir waren ja wetterunpassend gekleidet. Und es ging auf den Abend zu, wo die Temperaturen bekanntlich ja noch ein Stück weiter sanken.
Diese japanische Form des Essens war im Übrigen auch klasse. Wir haben uns darauf geeinigt, dass jeder was bestellt und jeder alles, was dann auf den Tisch kam, essen konnte. Also überall mal kosten. Und die Rechnung wurde dann mehr oder weniger gleichmäßig durch alle geteilt. Mehr oder weniger deshalb, weil wir Studenten Rabatt bekommen haben und nur die Hälfte zahlen mussten. Das machte dann 1400 Yen für uns, 2900 Yen für die Erwachsenen.
Und das Essen war sooooo genial! Hab wirklich alles Mögliche durchprobiert. Ein bisschen grünen Salat, Soyabohne, eine Schüssel Soba-Nudelsuppe mit Tempura (frittiertes Gemüse oder Fisch), etwas Omusoba (Omelette mit Sobanudelfüllung), Yakitori (Hähnchenspieße) und eine Suppe. Und zum Schluss hab ich mir mit Anne noch eine Kugel schwarzes Vanilleeis mit Erdbeerscheiben geteilt. Nebenbei wurde Mangosaft getrunken (der war gut! Hatte einen hohen Fruchtsaftgehalt) und zum Abschluss noch eine Tasse grünen Tee für jeden. Um acht haben wir uns auf den Heimweg gemacht, dreiviertel zehn (21:45 Uhr) waren wir zurück im Wohnheim. So spät war es bisher auch noch nie. Aber ein klasse Tag. Durch und durch.

... Foto vom Abendessen darf natürlich nicht fehlen:

Samstag, 16. Februar 2008

Nancy allein in Yokohama

Ja, heute war ich mal allein unterwegs (Note an Herrn Oberländer: Wir hingen NICHT alle zusammen!). Eben aus dem Grund, dass ich heute zum TOEFL-Test musste. Und wozu sollten die anderen auch schon 6:00 Uhr aufstehen, wenn sowieso noch alle müde und erschöpft von den letzten Tagen waren? Und dann in dem verlassenen Eckchen von Yokohama stundenlang Däumchen drehen? Also hat zur Abwechslung mal jeder sein eigenes Ding gemacht.

Die, die meinen Orientierungssinn kennen, darf ich beruhigen: Ich hab mich nicht verlaufen - zumindest soweit wie ich einen Plan hatte - und bin pünktlich beim Ort des Tests angekommen. Bis zur Yokohama National University war es sogar ganz einfach: Fahrplan von Google Maps abgeschrieben und ab dem Yokohama-Bahnhof angefangen, Leute nach dem Weg zu fragen. Bevor ich zu spät komme, weil ich in der falschen Bahn gelandet bin, frag ich lieber dreimal. Und ich habe die Leute glücklicherweise auch so weit verstanden, dass ich wusste, wo ich hin gehen soll, um vom JR-Bereich in den städtischen U-Bahn-Bereich zu kommen. Die lagen ein ganzes Stück von einander entfernt.
Bis zu dieser Uni dann noch mal zwei Leute gefragt und auch dort ohne weitere Probleme angekommen, aber dann war es leider vorbei mit dem einfachen Teil des Weges. Die Internetbeschreibung ab dieser Stelle lautete nur noch: "Processing Room C". Ja, und nun find den mal. Wenn nicht mal einer von den paar Studenten, die an einem Samstagvormittag noch über den Campus geistern, eine Ahnung hat, was damit gemeint sein könnte. Eine halbe Stunde und etliche verlorene Nerven später hab ich dann zwei Leute gefunden, die auch auf der Suche nach dem TOEFL-Ort waren. So war ich wenigstens nicht mehr allein. Und wir waren inzwischen nah dran und haben es dann auch bald gefunden.

Der TOEFL selbst...ging. Ich könnte mich über den Anfang etwas ärgern. Zuerst war Reading Comprehension, also Textverständnis, dran. Klar, ein paar Vokabeln kannte ich nicht, aber damit muss man als Ausländer wohl immer leben. Das größte Problem war aber, dass ich davon ausging, dass ich meinen Text, zu dem ich anschließend Fragen beantworten sollte, ziemlich langsam und ausführlich gelesen hatte, weil ich nicht wusste, dass ich den während der Fragen auch noch sehen kann. Klasse. Zu viel Zeit verschenkt, letzte Aufgabe nicht geschafft. Und zwischendrin dauernd unsicher gewesen. Es kam mir oft so vor, als wären mehrere Antworten möglich gewesen, obwohl man nur eine ankreuzen konnte. Das Problem hatte ich auch beim Hörverstehen, obwohl ich da erstaunlicherweise alles, aber wirklich ALLES (was ich an Wörtern kannte) auch problemlos verstanden habe. Die haben so schön deutlich gesprochen, wie ich es bisher selten gehört habe. Nur wenn die Fragen dann wieder nicht eindeutig sind... Aber es ging auf jeden Fall besser als der erste Teil. Und die letzten beiden, Sprechen und freies Schreiben, waren auch okay. Mal gucken, was es wird. Hoffentlich reicht es für die Sophia. Ich denke, ich habe mich unter meinem Wert verkauft, vor allen durch den halb verkorksten Anfang, aber ich hoffe, dass es trotzdem reicht. Noch eine Chance für den TOEFL werd ich so schnell nicht haben (außerdem ist es teuer!).

Nach dreieinhalb Stunden (es war inzwischen halb zwei) war ich die erste, die den Raum wieder verlassen konnte. Mein Magen hing mir sonstwo und so beschloss ich, erst mal was essen zu gehen. Weil ich ja das japanische Mittag am Vortag verpasst hatte, weil ich noch zu satt war, wollte ich diesmal auf jeden Fall schön Japanisch essen. Waren zwar diesmal keine Keio-Studenten dabei, die einem zur Not aus der Patsche helfen konnten, aber dann musste es halt so gehen. Und das tat es auch. In einem heimeligen, kleinen Gasthaus hab ich mich dann eingefunden, kurz die Karte zur Hand genommen, aufgeschlagen, wieder zugeschlagen, zurückgestellt. War alles in Kanji und ohne Bildchen. Ich wollte mein Essen schließlich heute noch auswählen können. Also hab ich mal meine Augen ein bisschen angestrengt und auf die Karte geschielt, die schräg vor mir an der Wand hing. Meine Wahl fiel dann auf eine Suppe mit Soba-Nudeln und das war auch goldrichtig. Sehr viel, sehr lecker, sehr japanisch. Und für nur 680 Yen (4,30 Euro). Geht also.



Auf diese niedlichen Dinger, die da an der Wand hingen, hab ich übrigens die ganze Zeit draufgeguckt. Süß, was?
Ach ja, in japanischen Restaurants/Gasthäusern gibt es übrigens immer kostenloses Wasser. Wenn man sich an einen Tisch setzt, wird gleich was gebracht, und man kann sich auch was nachholen. Bzw. heute war es so, dass ich Tee bekommen habe, an den ich mich zwar auch erst gewöhnen musste, weil er ungewohnt herb war, der dann aber eigentlich auch ganz lecker war. Und als ich mein erstes Glas leer hatte, kam die Wirtin und hat mir noch mal nachgeschenkt. Das war auch eine ganz liebe Frau. Und ihre Kinder waren echt knuffig. In Japan nennen Kinder ihre Eltern übrigens auch "Mami" und "Papa", wie ich mitbekommen habe.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof habe ich noch ein hübsches Eckchen, gut versteckt an einer Hausecke, entdeckt. Ein kleiner, grüner Ruhepunkt mitten im von Beton, Stahl und Hochspannungsleitungen dominierten Yokohama. Einige Japaner haben das natürlich auch genutzt, um sich kurz auszuruhen.


Viel mehr war heute nicht los. Anschließend bin ich geradewegs ins Wohnheim zurückgefahren und hab mir meine lang ersehnte Ruhe gegönnt. Jetzt geht es mir besser :).

Freitag, 15. Februar 2008

Meiji-Schrein und Rathaus

Heute konnten wir endlich mal wieder ein bisschen länger schlafen als die letzten Tage. Um neun aufgestanden, um elf mit Toshi und Riyu in Shibuya getroffen und von dort aus eine Weile gelaufen, bis wir am Meiji-jingu (Japanische Aussprache des Meiji-Schreins) waren. Das war ein ganzes Stück Weg und auf dem Rückweg taten uns schon die Füße weh, obwohl es gerade mal 13:00 Uhr war. Na ja, seit Tagen waren wir nur unterwegs und Schlaf war nicht mehr drin als nötig. Wie soll man sich da auch groß erholen können?
Aber nicht nur wir waren kaputt, auch den Japanern ging es nicht besser. Und weil es sowieso schon Mittagszeit war, haben wir erst mal nach einer japanischen Gaststätte Ausschau gehalten. Leider war ich um die Zeit noch satt, weil ich ausreichend gefrühstückt hatte, und hab daher lieber die Finger von einer richtigen Mahlzeit gelassen. Aber was die anderen so gegessen haben, sah trotzdem sehr lecker aus.

Nach dem Essen sind wir nach Shinjuku gefahren und haben uns das Rathaus angeguckt, von dem aus man ebenfalls eine schöne Aussicht über die Stadt hat, genauso wie vom Tokyo-Tower. Leider war es wieder mal ein wenig diesig in der Luft (obwohl es sehr sonnig und unheimlich warm war) und wir haben den Fuji nicht gesehen. Na ja, am Mittwoch hatten wir ja ausreichend Gelegenheit, den zu bestaunen.

Danach noch schnell in einige der Elektroläden, welche es in Shinjuku ja wie Sand am Meer gibt, weil Mechthild eine neue Kassette für ihre Kamera brauchte (sie filmt nebenbei) und schon mal die Karten fürs Ghibli-Museum geholt, das wir uns am Montag ansehen wollen. Inzwischen war es um sechs, wir alle waren so fertig, dass wir sicher bald im Stehen eingeschlafen wären (und Mechthild hatte ziemliche Kopfschmerzen), und haben den Rückweg angetreten.
Ich werde jetzt noch ein Weilchen lesen (englisch), um mir wenigstens einbilden zu können, ich hätte mich ein wenig auf den TOEFL-Test morgen vorbereitet, und dann gehe ich ins Bett. Gesetzt den Fall, dass ich erst quer durch Yokohama irre, um den Prüfungsort zu finden, stehe ich lieber ein ganzes Stück eher auf. In Tokyo und Umgebung ist man grundsätzlich ewig unterwegs, wenn man irgendwo hin möchte.
Und weil ich heute doch ziemlich fertig bin und dringend mal wieder eine Auszeit bräuchte vom vielen Rumlaufen, gibt es auch keine Bilder. Tut mir Leid, aber der Aufwand ist mir grad einfach zu groß ^^.

Donnerstag, 14. Februar 2008

Mita-Campus, die Zweite

Heute waren wir zum zweiten Mal beim Mita-Campus. Und wir konnten von Glück reden, dass heute Nyuugakushiken, also die Aufnahmeprüfung der Neulinge, war. Denn dadurch standen an jeder Ecke ein, zwei Keio-Studenten mit Schildern, die den Weg zum Campus beschrieben haben. Ohne diese hätten wir uns, trotz kleiner Karte, sicher verlaufen.
Unser heutiges Ziel auf diesem Campus war, die ganzen Sachen bezüglich des Wohnheims zu klären. Also noch mal die Hausordnung, Zusammensetzung des Mietbetrags und schließlich auch Zahlung des selbigen. Anschließend haben wir uns mit Oota-san, Frau Waragai (beide Deutschlehrer) und Herrn Oberländer (unserem Prof) in einem indischen oder pakistanischen Lokal essen (so genau hat das scheinbar keiner rausbekommen, aber lecker - und scharf - wars trotzdem). Letzterer hatte uns übrigens eingeladen (danke noch mal).

Frisch gestärkt ging es zurück zum Mita-Campus, wo wir Frau Murata und Frau Tanaka getroffen haben, ebenfalls Deutschlehrer an der Keio und Koordinatoren (und wohl Franzis zukünftige Dozentinnen, wenn sie ihr Auslandsjahr an der Keio hat), die uns in Sachen Sprachkompetenz auf den Zahn gefühlt haben. Erst konnten wir uns die ganzen Lehrbücher angucken, die im Unterricht so benutzt werden, dann ging es ans freie Sprechen. Warum studieren wir Japanologie. Selbes Thema wie zur mündlichen Prüfung, nur diesmal ohne Vorbereitung. Aber es ging. Und auch Frau Muratas Fragen hat man gut verstanden. Klar, sie ist Deutschlehrerin und weiß, was Japanisch-Lernende auf Anfänger-Niveau so in etwa können und sie kann langsam und deutlich sprechen, sodass wir mit dem Verstehen auch einigermaßen hinterher kommen (das ist nämlich das größte Problem bei der Sache: Die Japaner dazu zu bringen, SO deutlich zu sprechen, dass auch wir als unerfahrene Ausländer hinterher kommen).
Es war wirklich beruhigend, die Stunde mit ihr zu sprechen, nachdem es mit der Sprache am Vortag so schwierig gewesen ist. Denn da hat man gemerkt, dass man ja doch irgendwas kann!
Fleißig warm gesprochen und motiviert, ging es anschließend auch viel besser mit dem Sprechen als am Tag davor. Herr Oberländer hatte sowieso ein Doitsugo-shikin (Deutsch-Verbot) verhängt, weil wir, wenn wir zu viert unterwegs sind, uns so schnell davon verleiten lassen, das Japanisch einfach mal sein zu lassen und in die Muttersprache zu wechseln *lach*. Aber diesmal hat es ganz gut geklappt. Wir haben das mit dem Japanisch eine ganze Weile durchgezogen.

Miyuki und ihre Freundin Mikiko haben uns dann vom Mita-Campus abgeholt und gemeinsam sind wir nochmal zurück zum Tokyo-Tower.
Auf dem Weg dorthin, ganz in der Nähe vom Campus, war noch ein kleiner Schrein, den wir natürlich nicht ausgelassen haben. Und hier hatten wir wirklich Glück: Die Schiebetüren waren offen und gaben den Blick auf den Innenraum frei! Bisher konnten wir die meisten Tempel und Schreine ja nur von Außen bewundern (nur beim Senjouji, dem Tempel, den wir zu allererst besichtigt hatten, konnten wir auch einen kurzen Blick nach innen werfen, weil da ja grad die Trauerzeremonie abgehalten wurde).

Wir haben hier auch ein paar Schicksalszettel gezogen. Das sind Lose, die man sich für je 100 Yen (ca. 65 Cent) nehmen kann und auf denen dann das allgemeine Glück sowie die Erfolgschancen in verschiedenen Lebensbereichen (Liebe, Arbeit, Studium, Spiel, Schwangerschaft, Heirat und noch einige mehr) steht.

Dann standen wir schon wieder vorm Tokyo-Tower. Diesmal aber nicht, um da hoch zu fahren und die Stadt von oben zu betrachten, sondern um unter den Tower zu gehen, wo es ein Aquarium zu besichtigen gab, von dem wir zuvor noch nichts gewusst hatten. Es war auch ziemlich interessant, was da unten so alles rumschwamm. Vor allem die Moränen, Rochen und andere Riesenfische, die ich nicht kannte. Einige Arten habe ich auch als ehemals in meinem Aquarium beheimatet wiedererkannt. Aber die Moränen waren am besten. Die hatten einen Blick drauf! Und ein paar Mäuler! Da war man schon froh, dass zwischen dem Fisch und einem selbst noch eine Glasscheibe war. Die haben geguckt, als wollten sie sagen: "Lass mich in Ruhe oder ich beiß dir 'nen Finger ab!" Und an einigen Becken waren auch so lustige Zeichnungen angebracht, von wegen: Bissiger Fisch. Natürlich haben wir auch Fotos gemacht, soweit es die Lichtverhältnisse erlaubt haben.

Und noch einen klasse Fisch gab es da übrigens: Einen Steinfisch. Sehen unheimlich hübsch aus, sind aber leider auch unheimlich giftig bei Berührung.

Und am Ende der Führung gab es noch ein besonders hübsch hergerichtetes Zimmer mit wirklich riesigen Kois. Die hatten bestimmt an die 30 cm Länge. Ein Foto habe ich davon leider nicht, genau wie vom Rest des Zimmers, denn es war einfach zu dunkel für meinen Apparat. Dabei war das so hübsch gemacht. Mit kleiner Steinlaterne und Bambus- und Schilfpflanzen am anderen "Ufer". Links fiel das Wasser in einem kleinen Wasserfall in den Teich hinein und auch uns gegenüber lief das Wasser über einen kleinen Steinvorsprung in den Teich zurück. Rechts ging es zu einer Papierschiebetür heraus, die sich automatisch öffnete und wieder schloss.
Eine Sache war aber doch ziemlich schade: Zu sehen, in was für Mengen die Fische in den Aquarien gehalten wurden. Wirklich, teilweise hatten sie kaum Platz, sich ordentlich zu drehen. Es ist mir ein Rätsel, wie die da anständig leben sollen. Besonders bei den Raubfischen. Kämpfen die da nicht ständig? Und was machen die dann, wenn mal so ein Fisch stirbt? Sushi...? Ach, ich glaube, so genau will ich es dann lieber doch nicht wissen.

Als wir wieder draußen waren, war es schon dunkel. Eigentlich hatten wir vor gehabt, uns diesmal zu beeilen, weil wir schon mal Wäsche waschen wollten, aber daraus war - mal wieder - nichts geworden. Dafür wurden wir aber noch mit einer sehr schönen Ansicht des Tokyo-Towers belohnt, der bei Nacht mit einem warmen, orangenen Licht beleuchtet wird.

Mittwoch, 13. Februar 2008

Yokoso!

Das heißt "Willkommen!" Und beschreibt das Motto des heutigen Tages sehr treffend. Unsere Japaner von der Keio-Uni haben heute eine eine eben solche Willkommens-Party für uns organisiert. Wobei Partys hier generell etwas anders laufen als in Deutschland. Das geht hier nämlich schon mittags um eins los und endet gegen halb vier ^^. Aber schön war es trotzdem. Man hat vieeeel gegessen (erst Salat und Würstchen, dann Spaghetti, dann Brokkoli und irgendwelches Fleisch, Muscheln und zum Schluss noch Kuchen. Alles als Buffet, zum selbst nehmen. Natürlich konnten wir uns hier auch ein bisschen mit den Japanern unterhalten, haben weiter geplant, was wir noch so alles machen wollen und wir haben schon mal erste Details über unser Gasshuku, eine Art Studiencamp, erfahren. Außerdem hatte ich hier die Möglichkeit, schon einmal meine ersten Fragebögen auszuteilen. Und auch was das schlichte Beobachten der Japaner auf offener Straße betrifft, bin ich bereits zu einigen Erkenntnissen gelangt: Päärchen halten ziemlich oft Händchen, also wird das wohl weitestgehend toleriert. Und man sieht gelegentlich größere Grüppchen von Jungen, die gemeinsam unterwegs sind. Gruppen von Mädchen habe ich dagegen bis jetzt noch nicht gesehen.

Aber ich beginne schon wieder mittendrin mit im Geschehen. Vor der Party war schließlich noch die Führung durch den FSC-Campus der Keio-Uni. Und das war das erste Mal, das ich so richtig deutlich gemerkt habe, wie schlecht mein Hörverstehen noch ist. Gott, ich hab so gut wie gar nix verstanden. Von den Details zumindest. Die Benennungen der Gebäude und was da so im Groben drin ist, hat meist noch geklappt. Aber der Rest...? Hilfe, war das schwer -.- Hoffentlich wird das bald besser.
Inzwischen ist auch unsere vierte HANIEL-Stipendiatin, Mechthild, zu uns gestoßen. Bei der Campus-Führung konnten wir sie erstmals begrüßen. Da sie ja in der Nacht zuvor gerade erst gelandet und bei einer Japanerin übernachtet hatte, hatte sie natürlich auch noch ihren schweren Koffer dabei, aber Kiohiko war so nett und hat ihn den ganzen Weg bis zum Wohnheim geschleppt, obwohl das ein Umweg für ihn war. Da müssen wir uns unbedingt noch bedanken.

Heute war das Wetter auch sehr schön und vom FSC-Campus aus hatte man einen tollen Blick auf den Fuji-san, der um diese Jahreszeit ganz weiß ist. Schon auf der Zugfahrt zum Campus konnte man immer mal einen Blick auf ihn erhaschen und wir haben mit unseren Kameras an der Scheibe geklebt wie die Geier *lach*. Aber die besten Bilder sind am Campus entstanden.

Noch etwas ganz erstaunliches ist heute passiert: Wir sind in eine vollkommen leere U-Bahn eingestiegen. Ich hätte nie gedacht, dass ich sowas in Japan mal sehe! Wirklich, keine Menschenseele weit und breit.


Das zweite Bild hier war übrigens auf einem der Sitze abgebildet. Darüber steht: "Unsre Bahnen weinen." Wohl eine Bitte, den Vandalismus zu unterlassen ^^.